Jahresrückblick 2008:
Mai bis August

Schreinemakers Telefontalk, Graf Zahl, Olympia 2008, Lady Bitch Ray und noch viel mehr: Wir blicken zurück auf ein lesenswertes Jahr medienlese.com.


Der zweite Teile unseres Jahresrückblicks – zum ersten Teil mit den Monaten Januar bis April geht’s hier. Das Beste aus mehr als 300 Beiträgen der Monate Mai, Juni, Juli und August:

Mai 2008
79 Postings, im Schnitt 2,5 am Tag

Der “Fall Amstetten” erregt gewissenlose Journalisten und eine sensationsgeile Öffentlichkeit. Fluffies in der PR-Branche schreiben Sabbersätze ohne Substanz. Die schöne neue Internet-Welt betrachten wir in unserer Serie “Bloggen bis zur Abmahnung”. Mit Michael Rediske von Reporter ohne Grenzen sprechen wir über den Stand der Pressefreiheit und die Olympischen Spiele. Wir fragen uns, wozu es noch Fernsehzeitschriften gibt – aber deren Auflage sinkt ohnehin. In Italien fackelt ein aufgebrachter Mob eine Romasiedlung ab und dort wie hier versagen die Medien. Kein Glück mit Frauen: Harald Schmidt und Oliver Pocher patzen bei Auftritten von Lady Bitch Ray und Charlotte Roche. Wir wünschen uns die Krimiserie “Tatort” auch aus Bochum, Wiesbaden und Niebüll. Mut zur ersten Person: Journalisten verstecken sich zu oft hinter Passivkonstruktionen, wo eine klare, pointierte Meinung erfreuen würde.

Juni 2008
79 Beiträge, im Schnitt 2,6 am Tag

Technikversessene Nerd-Blogger machen Nullnachrichten zum Top-Thema. Ein bloggender Journalist rät in seinem Blog, täglich nur eine halbe Stunde Blogs zu lesen. Die werden im Mai von Neon und Zeit auf Papier gefeiert. Über die Verlinkungslust der Blogger sprechen wir mit dem Macher der Medienblogcharts Jens Schröder. Popliterat Benjamin von Stuckrad-Barre findet seinen Weg zum Axel-Springer-Verlag. In Österreich macht eine Boulevardzeitung Politik – die Regierung ändert schnell mal ihre Meinung zur Europäischen Union. Über 100.000 Treffer findet Google schon zum Reizthema “Blogblues”. Wir fordern: Internet abschaffen, aber schnell!

Juli 2008
101 Postings, im Schnitt 3,3 am Tag

Kein guter Neustart: Yigg verbittert Nutzer mit saurer Seite. Oder sind die Nutzer wegen bitterer neuen Seite sauer? In einem Ringier-Blatt erscheint ein toller Text über ein Internetportal – das zum eigenen Verlag gehört. Wie praktisch! Die Zeitungskrise in den USA spitzt sich zu, angesichts von 1000 Entlassungen wird die bis dahin “blutigste Woche des Jahres” gemeldet. Endlich glückt ein Hitler-Attentat. In dem amerikanischen Provinznest Chehalis haben Feuerwehrmänner eine niedliche Katze vor einem Feuer gerettet. Zeitungsauflagen sinken mitunter – Jubelzahlen lassen sich trotzdem finden. Auf der ganzen Welt bricht das mediale iPhone-Fieber aus. Die Nachrichtenbilder dazu sind so universell wie USB. Der Spiegel watscht lustvoll die Blogospähre ab. Die Jugend schützt die Umwelt und greift weniger zum Papier: Zeitungen fehlen junge Leser. Eine amerikanische Stiftung finanziert unabhängigen Journalismus, einfach so. So viel Arbeit für so wenig Beachtung: Der Vorreiter des klickgeilen Online-Journalismus Nick Denton ärgert sich über seine boulevardüschtigen Leser. Wir feiern die 500. Ausgabe unserer Presseschau “6 vor 9″.

August 2008
77 Postings, im Schnitt 2,5 am Tag

Schreinemakers Telefontalk wird nach drei Monaten eingestellt, wir gehen auf Fehlersuche. Der Blick sucht keinen neuen Sportreporter. Neue Medien brauchen neue Formate, liebe Journalisten! Das Newsnetz startet und ist dicht dran am Boulevard. “Medien unter Kontrolle” heißt unsere aufwendige Extra-Seite zu den Olympischen Spielen, auf denen wir täglich mehrmals tatsächliche und verhinderte Berichterstattung betrachen. Nichtmal die seriöse Filmkritik ist vor Bloggern sicher. Wir sprechen mit Daniel Graf von Amnesty International über die Olympischen Spiele. Eine Einführung in geläufige Journalistenphrasen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

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