“Der Niedergang des privat finanzierten Journalismus”
Drastische Worte findet Malte Welding für die Medienbranche auf Spreeblick. Ist es wirklich so schlimm?
Mal sehen …
- Redaktionen werden zusammengespart
- Das Anzeigengeschäft läuft nicht mehr so richtig
- Kleinanzeigen sowieso nicht
- Zentralredaktionen sind im Trend
- Beiträge sind natürlich käuflich
- Sonst wird halt eine Anzeige zurückgezogen
- Und dann auch noch diese Blogger
Ganz schön düster, aber es ist ja auch Dezember. Bei Spreeblick wollen sie gleich alle enteignen. Schon wird das Lied vom Ende des Kapitalismus gesungen. Man will sofort Heinz Strunk zitieren: “Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur.”
Endzeitstimmung zum Jahresende. Na super.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
















Artikel per Feed
Artikel per E-Mail
Artikel bei Twitter
Facebook-Seite
Ehrlich gesagt verstehe nicht, warum Malte Welding ausgerechnet die Umstrukturierung bei Holtzbrinck zum Anlass für eine “alles geht den Bach runter”-Schelte nimmt. Stephan-Andreas Casdorff sagt im Interview:
Klar, das klingt nach viel Manager-Blabla – aber was wäre denn dagegen zu sagen, wenn bei dem Umbau tatsächlich neue Stellen geschaffen werden? “75 Mitarbeiter” klingt für mich jedenfalls nicht nach “Totsparen”, das ist im Online-Bereich ziemlich viel. Ich halte es für eine gute Idee, seine Kräfte zu Bündeln, anstatt sich drei unabhängige “Redaktiönchen” zu leisten, von der keine groß genug ist, um ausreichend Qualität zu schaffen.
@ schlauerhamster: Da werden nirgendwo ‘neue Stellen’ geschaffen, die personellen Restbestände von Zoomer und Tagesspiegel werden zu ‘Zeit online’ ausgelagert, wo sie unter dem hierarchisch stark aufgewerteten Zeit-Online-Chef Wolfgang Blau noch ein wenig Redaktion spielen. Nur ‘Zeit online’ wächst, und zwar auf 75 Leute, aber das auch nur wegen der Notunterkünfte für schiffbrüchige Überlebende der anderen Projekte. Eingestellt wurde nirgendwo niemand, es gab faktisch Entlassungen. Hoams dös?
@Klaus Jarchow: Scho. Aber selbst wenn sie jetzt alles mögliche zusammenstreichen würden, dann aber am Schluss wenigstens mal eine reguläre Vollredation im online-Bereich dabei herauskäme, dann halte ich das durchaus für einen Fortschritt im Sinne des Qualitätsjournalismus. Das Problem im Internet ist ja nicht, dass es zu wenige Nachrichtenportale und -magazine geben würde, sondern dass von den vielen die es gibt kaum eines gute Qualität liefern kann, weil sie – bis auf SPON vielleicht – so ziemlich alle personell zu dünn ausgestattet sind. Konzentration ist die Antwort auf das Qualitäts- und Quotenproblem. Oder um es im Stil von Malte Welding auszudrücken: Stefan von Holtzbrinck hat schon Eier in der Hose, aber eben auch nur zwei.