Konkurrenz beobachten:
Wie man auf dem Laufenden bleibt

Ole Reißmann, 16. Dezember 2008 12:29 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Fünf Methoden, um keine wichtige Nachricht mehr zu verpassen – Breaking News auf allen Kanälen, die Meldungen der Konkurrenz immer im Blick, ohne sich verrückt zu machen.

Bloß nichts verpassen: Online-Redakteure müssen mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit reagieren. Wenn die Konkurrenz seit zwei Stunden eine Meldung auf der Seite hat und der Chef vorbeikommt, sollte man lieber eine Antwort parat haben. Doch wie bleibt man am besten auf dem Laufenden und weiß, was die lieben Kollegen machen, ohne ständig zeitraubend im Netz zu surfen? Hier fünf Tipps, angelehnt an einen Eintrag aus dem amerikanischen Blog Journalistopia von Online-Journalist Danny Sanchez.

1. E-Mail und SMS-Updates abonnieren
Nur zwei Beispiele: Die aktuellen Nachrichten per SMS aufs Handy gibt es von ntv. Die “Tagesschau” verschickt nicht nur einen Newsletter per E-Mail, sondern auch ein sogenanntes Telegramm bei wichtigen Ereignissen. Weil das Mail-Programm ohnehin dauernd offen ist und das Mobiltelefon ständig in Reichweite, die sicherste Methode, um wichtige Ereignisse nicht zu verpassen. Allerdings bieten längst nicht alle Seiten SMS-Dienste an.

2. Google und Twitter Alerts einrichten
Die Suchmaschine Google und die Kurznachrichten-Community Twitter lassen sich nicht nur von Hand durchsuchen, sondern auch automatisch. Die neuesten Nachrichten und Suchergebnisse schickt der kostenlose Dienst Google Alerts wahlweise bei Veröffentlichung, täglich oder wöchentlich per E-Mail. Solch einen Dienst gibt es mit TweetBeep auch für Twitter.

Auch elektronische Archive erlauben oft das Einrichten solcher Benachrichtigungen. Wird ein neuer Artikel automatisch oder von Hand in den Datenbestand eingepflegt, der auf eine bestimmte Suchabfrage zutrifft, bekommt man dann eine E-Mail. Nützlich bei sehr konkreten Themen, auf jeden Fall bei Nischenthemen, weniger hilfreich bei generischen Begriffen wie “Irak-Krieg” – aber das versteht sich von selbst.

3. Sich ein passendes Umfeld bei Twitter suchen
Alle möglichen Leute nutzen Twitter, um die Welt nicht nur wissen zu lassen, wann denn nun was gegessen wird, sondern tauschen Links aus und teilen Nachrichten. Das Beispiel von Danny Sanchez: Dass Tim Russert gestorben war, bekam seine Redaktion zuerst über Twitter mit, recherchierte einen Beitrag und war damit vor großen Nachrichtenseiten online – im Google-Zeitalter bei Nachrichten ein entscheidender Vorteil.

Außerdem lassen sich Branchendienste und Blogs oft auch mit Twitter verfolgen, viele Seiten verschicken automatisch eine Nachricht an ihren Twitter-Account, sobald ein neuer Beitrag auf der Seite publiziert wurde. Wer Eilmeldungen nicht ohnehin von der Nachrichtenagentur auf Handy oder Blackberry geschickt bekommt, kann zum Beispiel die Breaking News von CNN abonnieren – natürlich kostenlos.

4. Mit einem RSS-Reader
Alle Nachrichten einer Seite, eines Ressorts oder einer bestimmten Artikelserie kann man (meist) per RSS abonnieren. Das bedeutet, dass man ein spezielles Programm oder eine spezielle Seite im Internet (Google Reader, Netvibes, etc.) nutzt, das die Artikel in chronologischer Reihenfolge auflistet. Im Prinzip nichts anderes als ein Nachrichtenticker, bei dem man sich allerdings selber um die “Agenturen” kümmern muss. Abonnieren lässt sich so ziemlich alles: Die Topthemen von sueddeutsche.de, Videos von Spiegel TV Online, das Blog von Stefan Niggemeier, das aktuelle Wetter, die eigenen E-Mails, Bundestags-Drucksachen, Urteile des Verfassungsgerichts … Mehr über RSS hier bei uns.

5. Fernsehen – und sich nicht ablenken lassen
Einen Fernseher nebenher laufen lassen? Der Trick sei es, so Sanchez, sich davon nicht zu sehr ablenken zu lassen und trotzdem ein Nachrichtenprogramm mit Ton laufen zu lassen. An der Sprache der Moderatoren, an Sprechpausen, bestimmten Tönen lasse sich erkennen, wenn etwas wirklich wichtiges passiere. Kann man natürlich ausprobieren – oder den Fernseher hübsch stumm lassen, nur hin- und wieder einen Blick schweifen lassen und den Ton bei Bedarf einschalten: Die Pressekonferenz nach der langen Sitzung im Bundeskanzleramt, die Live-Sendung vom Ort des Geschehens. Nebenbei lernt man in den Nachtstunden einiges über Panzer.

Fazit: Der persönliche Mix macht’s natürlich. Wer für eine ganze Seite verantwortlich ist hat andere Informationsbedürfnisse als Redakteure in einem Ressort oder für ein Spezialthema.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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4 Kommentare

  1. Hansgerd Zappenduster
    schrieb am 16. Dezember 2008 um 15:32 Uhr (#)

    5. Fernsehen – und sich nicht ablenken lassen

    funktioniert mit den Deutschen “Nachrichtensendern” N-TV und N24 garantiert nicht. Da wird die 25. Wiederholung der wunderschönen Panzer-Doku doch nicht für einen schnöden Schuhe-Werfer aus dem Irak unterbrochen, nee nee.

  2. Peter
    schrieb am 16. Dezember 2008 um 21:06 Uhr (#)

    Ist doch alles Quatsch. Man kann’s nämlich auch übertreiben.

  3. Hans Krame
    schrieb am 16. Dezember 2008 um 23:37 Uhr (#)

    Was soll denn das? Wer such schon “News” auf dem Blog “Hoselupf”?

  4. Fred David
    schrieb am 17. Dezember 2008 um 10:26 Uhr (#)

    @) Die Annahme ist völliger Quatsch – es lässt sich empirisch belegen – user und Leser seien alles news junkies. Nichts anderes hätten sie im Sinn als 24 Stunden am Tag jede Sekunde mit den super aktuellsten news traktiert zu werden.

    Und vor allem – auch das lässt sich empirisch belegen – die Leute nehmen immer weniger ernst, was ihnen brandheiss und superaktuell als angebliche “breaking news” aufgedrängt wird. Wirkliche breaking news gibts pro Jahr vielleicht drei oder vier.

    Nur Börsenmenschen glauben noch, sie müssten diese Adrenalin-news wirklich haben und darauf sofort reagieren. Aber inzwischen sind auch die Börsen als neurotische Haufen entlarvt, die man nur noch in begrenztem Mass ernst zu nehmen gewillt ist.

    Dieses News-junkie-Gehabe ist eine Erfindungen von Marketingstrategen und von bequemen Journalisten, die aufgeregtes Aktualitätsgehampel mit Journalismus verwechseln.

    Blogs lassen sich davon nicht so leicht irritieren. Das könnte künftig eine ihrer Stärken sein.

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