The Cloud Player:
SoundCloud überrascht mit Spin-Off

Der Musikdienst SoundCloud zeigt, was mit seiner API möglich ist: The Cloud Player macht den gesamten Songkatalog des Startups unter eigener Flagge durchsuch- und abspielbar. Aus einem “one-day-hack” entstand eine nützliche Applikation mit Potenzial für mehr.

The Cloud Player
The Cloud Player
Wer sich wie wir regelmäßig mit neuen, spannenden Startups befasst und diese bei ihrer weiteren Entwicklung beobachtet, freut sich über eine Sorte junger Webanbieter ganz besonders: Die, die schon vielversprechend gestartet sind und im Laufe ihrer Evolution noch besser, einfallsreicher und kreativer werden. SoundCloud fällt in diese Kategorie.

Wir haben den Berliner Musikservice schon lange im Visier und seine positive Entwicklung in verschiedenen Reviews begleitet. SoundCloud bietet Musikern und DJs eine ansehnliche, durchdachte und vielseitige Plattform, um neue Musik sowie Mixe vorzustellen und konkretes und kompetentes Feedback von Kollegen und Fans einzuholen. Die Site verzeichnet aktuell über 50.000 registrierte Nutzer und fast 2.000 Plattenlabels, die ihre Produktionen bei SoundCloud hochladen.

Im krassen Gegensatz zum traditionellen Geschäftsmodell der Musikindustrie zahlen bei SoundCloud die Interpreten – zumindest dann, wenn sie sich nicht mit einem abgespeckten Gratisaccount begnügen wollen – um mit musikbegeisterten Hörern in Kontakt zu kommen und eine Bindung aufzubauen.

Am Montag hat SoundCloud mit der ersten Version des The Cloud Player ein neues Projekt gelauncht, das den bei SoundCloud vertretenen Interpreten einen ordentlichen Reichweitenzuwachs bescheren könnte. Der Cloud Player ist eine eigenständige Applikation unter separater Adresse, die über eine Weboberfläche SoundClouds Musikkatalog “on Demand” zur Verfügung stellt. Besucher können ohne Registrierung nach Titeln und Mixen suchen, diese abspielen und in Playlists ablegen.

Oberfläche des Cloud Player
Oberfläche des Cloud Player

Mit der Funktion “Smart Playlists” lassen sich außerdem Spiellisten anhand unterschiedlicher Filtermerkmale wie Songgeschwindigkeit (BPM) oder Genre erstellen. Der Cloud Player nutzt dafür die von SoundCloud-Usern vergebenen Schlagworte für hochgeladene Stücke.

Der Zugriff auf den Songkatalog der Muttersite erfolgt über die im Sommer veröffentlichte SoundCloud-API. Damit gehören die Berliner zu den wenigen Diensten, die für ein Spin-Off ihre eigene Schnittstelle verwenden und damit jedem zeigen, was mittels der API möglich ist.

Wer Playlisten erstellen, speichern oder mit anderen gemeinsam bearbeiten möchte, muss sich dafür mit einem Google-Account einloggen. Für Rechen- und Speicherprozesse setzt der Cloud Player auf Google App Engine. Mit der im April gestarteten Plattform können Entwickler Applikationen auf Googles skalierbarer Infrastruktur laufen lassen, ähnlich wie es Amazon Web Services seit Jahren erfolgreich anbietet.

Aus der simplen Idee eines Playlist-Features, das SoundCloud-Mitbegründer Eric Wahlforss an einem Tag programmierte, entstand mit dem Cloud Player innerhalb weniger Wochen eine nützliche Applikation für alle, die ohne Registrierung schnellen und bequemen Zugang zu der bei SoundCloud gehosteten Musik erlangen wollen.

Im entsprechenden Blogeintrag wird explizit dazu aufgerufen, sich zu melden, sofern man an der Weiterentwicklung des Cloud Player mitwirken möchte. Wer weiß, vielleicht entsteht hier ja eine unserer neuen Lieblingsapplikationen.

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1 Kommentar

  1. wolfgang
    schrieb am 11. Dezember 2008 um 10:54 Uhr (#)

    Sehr cool.
    absolut intuitiv. macht sofort Spaß. die bpm-funktion ist lustig.

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