Qype bekommt Programmierschnittstelle

Qype bekommt eine API und öffnet sich dadurch anderen Diensten. Mit der Qype Live-Map gibt es auch schon das erste Mashup.

Das Bewertungsportal Qype ist nicht ohne Grund eines der Aushängeschilder des deutschsprachigen Web 2.0. Wenn man eine Checkliste von den paradigmatischen Praktiken eines Web 2.0 Startups heranziehen würde, könnte man bei Qype bei so ziemlich jedem Punkt ein Häkchen machen:

  • Gründung im Boom Jahr 2005
  • passender Name
  • User Generated Content
  • abgerundete Ecken, andere charakteristische Design-Elemente der Ästhetik 2.0 und Tags wohin man blickt
  • Programmiersprache: Ruby on Rails
  • agile Entwicklungsprozesse
  • lesenswertes, die gesamte Firmengeschichte begleitendes Blog
  • ein in der Szene aktiver Gründer
  • Community-Manager
  • erfolgreiche Finanzierungsrunden
  • mobile Versionen
  • Facebook App und Widgets
  • Internationalisierung

Doch einen schwarzen Fleck gab es auf der weissen Weste 2.0: Das Fehlen einer API, die Qype an das restliche Ökosystem aller Webanwendungen anbinden könnte.

Drei Jahre hat es gedauert, aber seit diesem Wochenende hat Qype auch eine API, wie es Stephan Uhrenbacher nicht ohne Stolz verkündet: Qype Feature of the Year: Qype API

Die API ist derzeit noch in privater Beta (anmelden kann man sich hier) und wird sich wohl noch etwas verändern. Auch die Benutzungsbedingungen und Branding Guidelines sind noch nicht definiert. Ohne deshalb ins Detail zu gehen:

  • die API ermöglicht – zumindest in der ersten Ausbaustufe – nur den lesenden Zugriff auf Qype
  • die Funktionalität der Webseite wird ansonsten weitestgehend abgebildet (Suche nach Orten, Detailinformationen zu Plätzen, alle Reviews einer Location, Auffinden von benachbarten Orten, Auflistung aller Orte innerhalb gesuchter Koordinaten)
  • die Authentifizierung läuft via OAuth
  • Hilfsbibliotheken für nachgefragte Programmiersprachen sind geplant, derzeit gibt es nur eine für Ruby
  • laut Cem Basman wird es bald einen Wettbewerb geben, der die beste darauf basierende Anwendung kürt

Qype Live-Map
Qype Live-Map

Welche Effekte eine API hat, ist nicht leicht vorauszusehen. Eine API ist oft eine notwendige, aber nie eine hinreichende Voraussetzung dafür, dass das eigene Angebot mit anderen Webdiensten in einen Zustand der wechselseitigen Befruchtung gerät. Doch die Daten von Qype dürften für einige Anbieter mobiler Anwendungen interessant und sicherlich Inspiration für das eine oder andere Mashup sein.

Wie schnell das übrigens gehen kann, zeigt die Qype Live-Map von Rivva, die die jüngsten Reviews auf Qype auf einer Map visualisiert.

Mehr lesen

Identitätsverifizierung: loftville zeigt die neue Xing API  in freier Wildbahn

2.2.2012, 3 KommentareIdentitätsverifizierung:
loftville zeigt die neue Xing API in freier Wildbahn

Noch wurde die von Xing im Dezember angekündigte Entwickler-API nicht offiziell freigegeben. Doch der Wohnungsmarktplatz loftville darf sie bereits für sein neues Mieterprofil einsetzen.

Überfällig: Xing kündigt Entwicklerschnittstelle an

14.12.2011, 15 KommentareÜberfällig:
Xing kündigt Entwicklerschnittstelle an

Das Geschäftsnetzwerk Xing wird in Kürze eine Entwicklerschnittstelle veröffentlichen - ein überfälliger Schritt, erst recht angesicht des Konkurrenzkampfes mit LinkedIn.

Uberblic: Berliner Datenmarktplatz  will die USA erobern

17.8.2011, 0 KommentareUberblic:
Berliner Datenmarktplatz will die USA erobern

Uberblic will etablierten Unternehmen und Webentwicklern dabei helfen, aus verschiedenen Quellen im Netz bezogene Informationen abzugleichen und auf intelligente Weise zu kombinieren. Seinen wichtigsten Markt sieht das Berliner Startup in den USA.

Oink: Die etwas andere Bewertungsplattform

7.11.2011, 8 KommentareOink:
Die etwas andere Bewertungsplattform

Digg-Gründer Kevin Rose hat mit Oink eine iPhone-App veröffentlicht, bei der man nicht Orte, Restaurants oder Bars bewertet, sondern die dort erhältlichen Dinge, Gerichte und Getränke.

Kapitalspritze für Empfehlungsportal plazaa: Vom Hobbyprojekt zum Startup

29.8.2011, 3 KommentareKapitalspritze für Empfehlungsportal plazaa:
Vom Hobbyprojekt zum Startup

Ende 2009 richtete Alexander Kaiser ein Blog ein, auf dem er und Kollegen Restaurants bewerten konnten. Mittlerweile ist aus dem Hobbyprojekt das Startup plazaa geworden, das nun die etablierten Anbieter in Verlegenheit bringen soll.

Linkwertig: Qype, Java, Startups, Schweiz

1.8.2011, 0 KommentareLinkwertig:
Qype, Java, Startups, Schweiz

Auf Qype kann man seinen Lieblingsplätzen nun auch folgen, Oracle hat die Java-Plattform 7 veröffentlicht und mehr.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.