Qype bekommt Programmierschnittstelle

Markus Spath, 8. Dezember 2008 15:46 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Qype bekommt eine API und öffnet sich dadurch anderen Diensten. Mit der Qype Live-Map gibt es auch schon das erste Mashup.

Das Bewertungsportal Qype ist nicht ohne Grund eines der Aushängeschilder des deutschsprachigen Web 2.0. Wenn man eine Checkliste von den paradigmatischen Praktiken eines Web 2.0 Startups heranziehen würde, könnte man bei Qype bei so ziemlich jedem Punkt ein Häkchen machen:

  • Gründung im Boom Jahr 2005
  • passender Name
  • User Generated Content
  • abgerundete Ecken, andere charakteristische Design-Elemente der Ästhetik 2.0 und Tags wohin man blickt
  • Programmiersprache: Ruby on Rails
  • agile Entwicklungsprozesse
  • lesenswertes, die gesamte Firmengeschichte begleitendes Blog
  • ein in der Szene aktiver Gründer
  • Community-Manager
  • erfolgreiche Finanzierungsrunden
  • mobile Versionen
  • Facebook App und Widgets
  • Internationalisierung

Doch einen schwarzen Fleck gab es auf der weissen Weste 2.0: Das Fehlen einer API, die Qype an das restliche Ökosystem aller Webanwendungen anbinden könnte.

Drei Jahre hat es gedauert, aber seit diesem Wochenende hat Qype auch eine API, wie es Stephan Uhrenbacher nicht ohne Stolz verkündet: Qype Feature of the Year: Qype API

Die API ist derzeit noch in privater Beta (anmelden kann man sich hier) und wird sich wohl noch etwas verändern. Auch die Benutzungsbedingungen und Branding Guidelines sind noch nicht definiert. Ohne deshalb ins Detail zu gehen:

  • die API ermöglicht – zumindest in der ersten Ausbaustufe – nur den lesenden Zugriff auf Qype
  • die Funktionalität der Webseite wird ansonsten weitestgehend abgebildet (Suche nach Orten, Detailinformationen zu Plätzen, alle Reviews einer Location, Auffinden von benachbarten Orten, Auflistung aller Orte innerhalb gesuchter Koordinaten)
  • die Authentifizierung läuft via OAuth
  • Hilfsbibliotheken für nachgefragte Programmiersprachen sind geplant, derzeit gibt es nur eine für Ruby
  • laut Cem Basman wird es bald einen Wettbewerb geben, der die beste darauf basierende Anwendung kürt

Qype Live-Map
Qype Live-Map

Welche Effekte eine API hat, ist nicht leicht vorauszusehen. Eine API ist oft eine notwendige, aber nie eine hinreichende Voraussetzung dafür, dass das eigene Angebot mit anderen Webdiensten in einen Zustand der wechselseitigen Befruchtung gerät. Doch die Daten von Qype dürften für einige Anbieter mobiler Anwendungen interessant und sicherlich Inspiration für das eine oder andere Mashup sein.

Wie schnell das übrigens gehen kann, zeigt die Qype Live-Map von Rivva, die die jüngsten Reviews auf Qype auf einer Map visualisiert.

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