Amazon Hosted Public Data Sets:
Freie Daten in der Cloud

Markus Spath, 24. November 2008 18:53 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Lange Zeit war Amazon nur ein Infrastrukturanbieter für das Web. Mit Hosted Public Data Sets haucht das innovative Unternehmen der Cloud Leben ein.

Amazon ist wohl das Unternehmen, das die Verschiebung von Rechenleistung und Daten in die Cloud am proaktivsten vorantreibt. Für die Entwicklung des Webs ist das Angebot von Amazon und anderer Anbieter ein kaum zu überschätzender Faktor, weil die Investitionskosten in Hardware abgeschafft werden und auch kleine und kleinste Unternehmen Zugang zu Infrastruktur bekommen, die davor nur den Grossen vorbehalten war.

Doch die meisten Aktivitäten von Amazon (siehe die Links am Ende des Artikels) waren darauf beschränkt, sich als Infrastruktur-Provider für Prozesse und Ressourcen zu etablieren.

Mit Hosted Public Data Sets gibt Amazon den Möglichkeiten der Cloud nun aber auch einen kulturellen Aspekt. Mit dem neuen Programm stellt Amazon das eigene Angebot zur Verfügung, um riesige Datenmengen, die von öffentlichem Interesse sind, als EBS (Elastic Block Store) gratis zu hosten. Alle Daten stehen dann Forschern, Programmierern und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung und können nach Belieben weiterprozessiert werden.

Bekanntestes Data Set ist sicher das Human Genome Projekt, aber auch Daten aus anderen Wissenschaften werden gehostet. Jeder, der frei verfügbare Daten hat und diese zugänglich machen möchte, kann sich für das Programm bewerben.

Die Idee dabei ist, dass dadurch bessere Möglichkeiten und Interfaces zum Zugriff auf öffentliche Daten entstehen sollen. Neuartige Visualisierungen könnten das Verständnis der Daten erleichtern, kreative Mashups könnten unangedachte Beziehungen zwischen den Daten herstellen.

ReadWriteWeb hat in einem Gedankenspiel die Möglichkeiten von Hosted Public Data Sets für das Projekt Gutenberg durchgespielt, aber damit hört es natürlich nicht auf. Wenn öffentliche Daten quasi aus ihren Kerkern befreit werden, weil die technischen Einschränkungen wegfallen, dann könnte das eine ähnliche Revolution der Demokratisierung von Wissen sein, wie die Wikipedia.

Gleichzeitig gibt es mit den Hosted Public Data Sets durchaus auch Möglichkeiten für darauf aufbauende Geschäftsmodelle.

Einige unsere Links zu Amazon in der Cloud:

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3 Kommentare

  1. Philipp
    schrieb am 24. November 2008 um 22:23 Uhr (#)

    Bitte “in der Wolke” oder “in the cloud” schreiben. “In der Cloud” klingt sehr sehr sonderbar.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. November 2008 um 23:39 Uhr (#)

    Reine Gewöhnungssache, meinst du nicht? ;)

  3. Lexi J
    schrieb am 25. November 2008 um 15:04 Uhr (#)

    @Philip
    Ich kann dir nur zustimmen. „In der cloud” ist nix halbes und nix ganzes. Ich finde „in der Wolke“ (oder auf der Wolke?) viel treffender.

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