Yahoo Glue:
Für eine Handvoll Übersicht

Markus Spath, 20. November 2008 18:49 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Mit Yahoo Glue startet Yahoo einen Single-Page Aggregator für einige populäre Themen, auf dem sie nicht nur eigene Texte, Bilder und Fotos zusammenführen.

Nachdem Yahoo in Indien Glue Pages schon eine Weile evaluiert hat (Beispiel: Web 2.0), schicken sie eine etwas abgespeckte Version unter dem Namen Yahoo Glue nun auch auf den US-amerikanischen und damit internationalen Markt.

Diese Glue-Seiten sind für den suchenden Benutzer eine interessante Alternative zu herkömmlichen, auch multimedial angereicherten Suchergebnisseiten, weil sie nicht endlose Listen von hoffentlich relevanten Links anbieten, sondern eine einzige Seite zum Thema generieren, auf der Texte, Bilder, Videos und andere Informationen übersichtlich zusammengeführt sind.

Je nach Thema werden dabei unterschiedliche Blöcke kombiniert.

glue
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Die Seite für Barack Obama etwa besteht aus dem Wikipedia Eintrag, den Suchergebnissen von Memeorandum, Fotos von Yahoo, Suchergebnissen von Googles Blog Suche, Nachrichten von Yahoo und Videos von YouTube.

Wer nach Apple sucht (die Glue Seite dafür), bekommt Nachrichten von Yahoo, den korrespondierenden Eintrag in der Wikipedia, Suchergebnisse von Googles Blog-Suche und Daten von Yahoo Finance aggregiert.

glue
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Bei Rezepten werden die mit – wie ich vermute – SearchMonkey angereicherten Ergebnisse von MyRecipes mit Fotos von Flickr und Ergebnissen von Yahoo Anwers kombiniert, die Seiten für Popsternchen enthalten Daten von last.fm und Musikvideos.

Damit springt Yahoo mit Glue auch über den eigenen Schatten und widersteht der Versuchung, ausschliesslich Inhalte aus anderen eigenen Properties zu verwenden, die sie zur Genüge hätten. Ein Kardinalsfehler, den so ziemlich jedes Portal begeht und den auch Yahoo zehn Jahre lang begangen hat.

Die Motivation für dieses Verhalten ist klar. Man wünscht sich Besucher, die idealerweise nur auf dem eigenen Angebot herumklicken. Doch die Besucher haben damit verbundene Kosten, nämlich das, was ihnen vorenthalten wird und damit entgeht. Und irgendwann rächt sich das für die Portale, weil die informierteren Benutzer zunehmend verschwinden.

Fazit:

Yahoo Glue ist durchaus gelungen. Die Seiten haben ein angenehmes Design und sind informativ. Vor allem Gelegenheits-Surfer, die nicht in ihren Feedreadern leben, könnten damit sehr glücklich werden.

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5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Andy Lenz

    schrieb am 20. November 2008 um 22:23 Uhr (#)

    i like it! Yahoo haut aber auch raus in den letzten tagen. wie das wohl kommt…

  2. Markus Spath

    schrieb am 21. November 2008 um 16:39 Uhr (#)

    Müsste man mal durchzählen, vl. gibt es eine Relation zwischen Firmenpolitik und Output. In diesem Fall glaub ich aber fast nicht.

  3. Oliver Springer

    schrieb am 21. November 2008 um 17:31 Uhr (#)

    Was “übersichtlich” ist, darüber lässt sich noch diskutieren, das überzeugt mich bei Glue noch nicht. Doch das ließe sich ja vergleichsweise leicht verbessern.

    Vom Nutzwert bin ich derzeit noch nicht groß überzeugt, was allerdings nicht gegen das Konzept sprechen muss. Vielleicht liegt es an der Relevanz der präsentierten Informationen, an der Auswahl also.

    Seiten mit aggregierten Inhalten sind grundsätzlich eine sehr gute Sache.

    Ich rätsel aber noch, für welche Nutzer diese Glue-Seiten einen Vorteil bieten (sollen).

    Einen schnellen Überblick über ein Thema zu bieten, über das man selbst noch wenig weiß, kann ich mir als Nutzen vorstellen.

    Lässt sich der Dienst personalisieren? Lassen sich Einstellungen vornehmen, um eine Gewichtung vorzunehmen?

  4. Markus Spath

    schrieb am 22. November 2008 um 13:33 Uhr (#)

    @Oliver – nein, das lässt sich nicht personalisieren. Was uns wohl zu einem Anwendungsfall mit Nutzen bringt: wie du auch sagst, auch nicht Web-affine User bekommen einen schönen Überblick zu einem Thema, der sich auch automagisch aktualisiert.


1 Trackback

  1. Turbulente Zeiten bei Yahoo | TechBanger.de
    (22. November 2008 06:58)

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