Bloggerjobs.de:
Resterampe sucht Abnehmer

Ole Reißmann, 12. November 2008 16:42 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Für eine Handvoll Euro: Bloggerjobs.de, eine Stellenbörse für Online-Schreiber, steht zum Verkauf. Die Seite sei einfach zu erfolgreich, schreibt Gründer Andreas Gerads im Blog – nun fehle ihm die Zeit für das Projekt.

Die “Stellen”-börse Bloggerjobs.de steht zum Verkauf, wie Gründer Andreas Gerads im Blog mitteilt. Gerads hat nicht mehr genug Zeit für die Seite – was den Umkehrschluss nahe legt, dass sich die ganze Chose schlicht nicht lohnt. Dabei schreibt Gerads selber von “positiven Vorzeichen”, darunter “im Schnitt täglich ein neues Job-Angebot” und “sehr zufriedene und professionelle ‘Kunden’”. Immerhin 15.000 Seitenaufrufe konnte Bloggerjobs.de im vergangenen Monat verzeichnen, nun wartet er auf finanzielle Angebote für die Übernahme der “starken Domain” mit ihren “stabilen monatlichen Werbeerlösen”.

Es sind die Details, die stutzig werden lassen: Die vielgepriesenen Jobangebote entpuppen sich oftmals als reine Hobby-Verabredungen. Bezahlt wird häufig nur erfolgsabhängig – “bis zu 30 Euro pro 1000 Klicks sind möglich” – oder per Beteiligung an nicht näher bezifferten Werbeeinnahmen. Auch der folgende Spruch ist keine Ausnahme auf der Seite: “Wir suchen zuverlässige Blogger, die sich gerne und aus idealistischen Gründen, weil zahlen können wir nichts.”

Angebote gibt es also tatsächlich, aber ob es sich dabei um Jobs handelt?

Dann die Zahl der Seitenaufrufe: Sie sagt nicht besonders viel aus. Wer ernsthaft ein Angebot für die Stellenbörse abgeben wollte, bräuchte zumindest die Aufschlüsselung in Besuche und Besucher, um das Potential der Seite realistisch abschätzen zu können.

Schließlich wäre da noch die Qualität:

“Für die Publikation meines neuen Musik-Projektes suche ich jemanden, der das Projekt auf Profilseiten und Blogs einträgt.
Es werden nur follow – Links bezahlt, die tatsächlich im Quelltext stehen (nicht in frames oder js versteckt)”

Immerhin 80 Cent gibt es für so einen Blog-Eintrag – wer auf einen Aufruf wie diesen hin tätig wird, sieht sich allerdings schnell dem Spam-Vorwurf ausgesetzt.

Ebenso dumm-dreist: In einer Anzeige werden 15 Euro demjenigen versprochen, der ein bestimmtes Blog in der Wikipedia verewigt. Ein Bewerber fand sich hierfür – bisher allerdings ohne Erfolg, die Seite steht nicht in der Wikipedia oder wurde längst wieder gelöscht. Schließlich handelt es sich hierbei um nichts anderes als Spam.

Immerhin probiert Gerads nun, mit Bloggerjobs Geld zu verdienen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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8 Kommentare

  1. Andreas Gerads
    schrieb am 12. November 2008 um 16:56 Uhr (#)

    Ah ja, schön kritisch (sehr gut) nur leider ist auch vieles von dem was du schreibst/vermutest einfach falsch.

    1.) Die Seite ist mir nicht zu erfolgreich, sondern ich sehe, dass sich der Erfolg der letzten Monate weiter fortführen ließe, mir aber die Zeit fehlt um den Aufwand zu gehen – mein Fokus liegt derzeit auf einem anderen Projekt, deshalb möchte ich Bloggerjobs abgeben.

    2.) Die Angebote sind durchaus gemischt da hast du Recht. Hättest du aber einen Blick in`s “About” geworfen, hättest du 2 sehr sehr gute Testimonials gefunden, die stellvertretend für eine Reihe von sehr positivem Feedback stehen. Bloggerjobs ist nicht verantwortlich für die Qualität der Angebote, sondern ist ein Marktplatz von sich Angebot und Nachfrage treffen, that`s it.

    3.) Das Board macht monatlich rund dreistellige Umsätze, ich verdiene also nicht erst mit dem Verkauf Geld, sondern schon seit mehreren Monaten.

    Das alles hättest du gerne vorab erfahren können, wenn du gefragt hättest – dann wäre der Artikel jetzt auch nicht so schrecklich peinlich für dich.

    Viele Grüße

    Andreas Gerads

  2. Schreibt hier auf dem Blog Ole Reißmann
    schrieb am 12. November 2008 um 17:12 Uhr (#)

    Nichts für ungut, aber ich finde eher den 80-Cent-Spam auf Bloggerjobs peinlich ;)

  3. ajku
    schrieb am 12. November 2008 um 17:38 Uhr (#)

    “… rund dreistellige Umsätze” – was im Klartext wohl hohe zweistellige Umsätze bedeutet. Irgendwie nicht gerade berauschend.

  4. Werbesprech
    schrieb am 12. November 2008 um 19:27 Uhr (#)

    Na, es geht ja nun mal ganz offensichtlich um Werbung und da gehört die richtige Werbesprache nun mal dazu.

    Um also Werbung in eigener Sache zu machen: “Mein Blog hat eine durchaus berechtigte Aussicht auf eine zweistellige Artikelzahl bereits in diesem Jahr und somit das Potential zu einer recht hohen Gewinnerwartung”. ;)

  5. mds
    schrieb am 12. November 2008 um 21:16 Uhr (#)

    500 Hits pro Tag? Das klingt nicht nach einem kommerziell erfolgreichen Onlineangebot …

  6. Matthias
    schrieb am 13. November 2008 um 09:19 Uhr (#)

    Ach? Zuerst Werbung in Wikipedia schalten, anschliessend die Site verkaufen. Interessant. Das wird sich jetzt manch einer zum Vorbild nehmen.

  7. Frank
    schrieb am 13. November 2008 um 14:16 Uhr (#)

    Was ich einfach nicht verstehe: Wenn ich ein Auto verkaufen will, dann putz ich es bevor ich ein Schild dran hänge. Und diese Domain? Hat bestimmt viele Vorteile und ist in vielerlei Hinblick spannend zu verwerten. Sie glänzt nur leider nicht. Immerhin bekommt sie durch die auf den Verkauf verweisenden Links ein wenig Politur.

  8. Benni
    schrieb am 13. November 2008 um 22:50 Uhr (#)

    Mal davon ab, dass Umsätze noch kein Gewinn sind. Aber, wer dreistellige Umsätze einfährt bringt bestimmt am ende des Monat 10€ Gewinn mit nach Hause. (Tschuldigung, aber den Sarkasmus konnte ich mir nicht verkneifen)

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