Linkwertig:
Sollte Facebook User mit mehr als 200 Freunden abkassieren?

Nein, meint Mike Masnick von Techdirt. Farhad Manjoo von Slate hat genau das Facebook vorgeschlagen: 5$/Monat von jedem Wal (Branchenjargon für User mit vielen Kontakten).

Masnick hat recht, wenn er ausführt, dass man nicht für Angebote Geld verlangen kann, von denen jeder erwartet, dass sie kostenlos sind. Statt zu versuchen, künstliche Knappheit zu erzeugen, muss man als Startup die echten knappen Güter/Angebote/Funktionen identifizieren und für den Zugang zu diesen dann Geld verlangen. Andernfalls rennen die User einem weg oder man verschließt sich zumindest weiterem Wachstum.

Tatsächlich glaube ich auch, dass das deutsche Business-Netzwerk Xing mit seiner aktuellen Funktionsaufteilung bei seinen Basis- und Premiumaccounts genau diesen Fehler macht. Fünf erfolgreiche Jahre hin oder her, unerschlossene Märkte mit praktisch nutzlosen Basisaccounts zu erobern, wird in einem Umfeld in dem kostenlose Social Networks wie Sand am Meer existieren, praktisch unmöglich. Deshalb dürfte die Expansion etwa nach Spanien und der Türkei auch mittels Übernahmen stattgefunden haben. Auf organisches Wachstum kann Xing unter solchen Bedingungen nicht setzen.

» Techdirt: Charging Is Good… But Only If You Charge For The Right Thing

Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text. Viel Spaß bei der Lektüre!

Mehr lesen

Cash-Cow mit Zukunft: Warum Facebook eine  Suchmaschine starten sollte

24.5.2012, 17 KommentareCash-Cow mit Zukunft:
Warum Facebook eine Suchmaschine starten sollte

Facebook wird alles dafür tun müssen, um neue Erlösquellen zu erschließen. Der Start einer eigenen Suchmaschine erscheint deshalb sehr wahrscheinlich.

Facebooks Börsengang: Die Zeit danach

23.5.2012, 8 KommentareFacebooks Börsengang:
Die Zeit danach

Facebooks galaktische Bewertung lässt viele Beobachter zweifeln. Um sie zu rechtfertigen, muss das soziale Netzwerk in nächster Zeit an vielen Fronten arbeiten.

Der populärste hinkende Vergleich im Internet: Warum Facebook nicht MySpace ist

22.5.2012, 13 KommentareDer populärste hinkende Vergleich im Internet:
Warum Facebook nicht MySpace ist

Kaum eine Behauptung ist häufiger im Netz zu hören als die, Facebook stünde das gleiche Schicksal bevor wie MySpace. Der Vergleich ignoriert, dass es sich um völlig verschiedene Produkte handelt.

Wertschöpfung bei Medienproduktionen: Die Spielregeln verändern sich

23.12.2011, 16 KommentareWertschöpfung bei Medienproduktionen:
Die Spielregeln verändern sich

Die Spielregeln, nach denen Medienproduktionen finanziert und monetarisiert werden, verändern sich rasant. Drei aktuelle Beispiele illustrieren dies.

Monetarisierung von Produktempfehlungen: Loved.by ist Geschichte,  aus LovedBy.Pro wird YieldKit

26.10.2011, 1 KommentareMonetarisierung von Produktempfehlungen:
Loved.by ist Geschichte, aus LovedBy.Pro wird YieldKit

Das Hamburger Startup Loved.by beendet seinen Affiliate-Dienst für Social-Web-Nutzer und fokussiert sich fortan auf den an Website-Betreiber gerichteten Geschäftsteil. Dieser heißt ab sofort YieldKit.

Monetarisierung von Produktempfehlungen: Loved.by startet LovedBy.Pro

10.3.2011, 4 KommentareMonetarisierung von Produktempfehlungen:
Loved.by startet LovedBy.Pro

Loved.by, der Dienst aus Hamburg zur Monetarisierung von Produktempfehlungen, hat mit LovedBy.Pro einen Service speziell für Betreiber von Blogs und anderen Websites gestartet.

14 Kommentare

  1. Dennis
    schrieb am 7. November 2008 um 10:30 Uhr (#)

    Über den künftigen Erfolg von Xing lässt sicherlich streiten. Fakt ist, denkt man im Moment an ein Business-Netzwerk, dann ist dies in 95% der Fälle eben Xing. Auch wenn in den 5 Jahren bestimmt ne Menge Fehler gemacht wurden, so auch bei der Rechteeinschränkung des Basis-Accounts, so eilt Xing eben immernoch der gute Ruf voraus. Eine Community besticht eben durch ihre Mitgliederanzahl und die kann sich eben blicken lassen. Da kommt so schnell kein Social-Network ran, zumindest auf nationaler Ebene.

  2. Rias A. Sherzad
    schrieb am 7. November 2008 um 10:42 Uhr (#)

    Das Problem mit den unerschlossenen Märkten – warum sie unerschlossen SIND – ist, daß die Monetarisierung ungleich schwieriger ist. Hier kann man XING keinen Vorwurf machen, denn herkömmliche Verfahren wie PayPal, Bankeinzug und Kreditkartenzahlungen finden sich (wie in unserem Fall) in arabischen Ländern weniger. Hier müssen neue Zahlungsmechanismen evaluiert werden, so z.B. die Zahlung per Handy (die auch in den genannten Regionen sehr verbreitet sind).

  3. Oliver Springer
    schrieb am 7. November 2008 um 16:46 Uhr (#)

    Die User mit den meisten Kontakten melken zu wollen, ist eine ganz, ganz schlechte Idee.

    Ausgerechnet die Multiplikatoren, die vermutlich zahlreiche andere User erst zu Facebook gebracht haben, schlechter zu stellen, wäre ein Irrweg.

    Umgekehrt müsste ein Social Network diese User belohnen, fördern, sich besonders um sie bemühen.

    Gehen diese User zu einem anderen SN, wird es schnell leer auf der Plattform, denn sie würden zahlreiche andere User mitnehmen.

    Diese besonders gut vernetzten User sollte ein SN als Verbündete sehen, als Menschen, die vielleicht einbezogen werden sollten in Überlegungen zur Weiterentwicklung.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 7. November 2008 um 16:57 Uhr (#)

    Dennis: “Eine Community besticht eben durch ihre Mitgliederanzahl und die kann sich eben blicken lassen. Da kommt so schnell kein Social-Network ran, zumindest auf nationaler Ebene.”
    Das ist genau der Punkt. In Deutschland hat man den Markt gut abgedeckt, die kritische Masse ist da erreicht. Aber andere Länder organisch zu erschließen, dürfte so sehr schwer werden.

    Rias A. Sherzad: An die Zahlungsmechanismen hatte ich noch gar nicht gedacht. Guter Punkt!

    Oliver Springer: Stimmt. Multiplikatoren sind wichtig. Bin mir aber nicht sicher, ob das nicht nur hauptsächlich auf die Anfangsphase eines sozialen Dienstes zutrifft. Später im Lebenszyklus dürfte sich der Effekt abschwächen. Man siehe dafür auch lautstarke Drohungen von Techbloggern, Twitter zu verlassen, geflogt von einigen Versuchen selbiger. Passiert ist dort nichts.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 7. November 2008 um 18:46 Uhr (#)

    Marcel, mit dem Geld, was man im deutschsprachigen Raum verdient, erschließt man dann ausländische Märkte eben durch Aufkäufe. Am Ende spielt es doch keine Rolle, ob ein Unternehmen organisch oder durch Akquisitionen gewachsen ist – solange die Nutzer nicht weglaufen.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 7. November 2008 um 19:08 Uhr (#)

    Martin: Stimmt. Wobei die Shareholder sicher lieber günstiger erworbenes Wachstum sehen würden. ;)
    Facebook etwa wäre die heutige Größe ganz schön teuer zu stehen gekommen, hätten sie ihr Auslandswachstum nur über Akquisitionen erreichen können.
    Und wenn die möglichen Übernahmekanditaten wissen, dass Xing gar keine andere Wahl hat als sie aufzukaufen, weil sie anders gar nicht in den Markt xy kommen, könnten die Preise noch ein bisschen steigen..

  7. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 7. November 2008 um 19:18 Uhr (#)

    Würde Xing nicht das aktuelle Modell mit höher Bedeutung der Premium-Accounts fahren, würde man weder Gewinn machen (denn wie würde man das anstellen wollen?), noch börsennotiert sein. Insofern gäbe es gar keine Shareholder. Ich sehe hier einfach keinen “Fehler”. Sondern eben eine zusätzliche Herausforderung, die das gewählte, sich als erfolgreich erwiesene Freemium-Modell mit sich bringt.

  8. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 7. November 2008 um 19:34 Uhr (#)

    Martin, zu unterstellen, dass man bei leicht verschobenen Funktionszuordnungen zwischen Basis- und Premium-Accounts keinen Gewinn machen würde, ist ziemlich aus der Luft gegriffen. Ich rede ja nicht davon, alles für die Basis-Accounts wegzugeben.
    Was dagegen nicht von der Hand zu weisen ist ist, dass Xing kein nennenswertes Wachstum in Märkten außerhalb des deutschen Sprachraums hat, das aus dem Netzwerk selbst heraus entsteht. Zumindest wüsste ich davon nichts. Falls jemand andere Infos hat, würde ich die gern hören, es würde mich aber sehr überraschen.
    Es bleibt bei meiner Grundaussage zu Xing: Die aktuellen Funktionen für die Basis-Accounts verunmöglichen das Einsetzen der Netzwerk-Effekte.

  9. Kai
    schrieb am 7. November 2008 um 19:59 Uhr (#)

    Wachstum hin oder her. Ich glaube bei Xing passt das mit dem Premiumaccount ganz hervorragend – gerade weil man nicht jeden Ulli dabei haben will. Es ist sozusagen ein “erwachsenes und ernstegemeintes” Social Network. Manchen Business Menschen geht der “Premium” Status doch gerade gut ab. Wenn das deine Zielgruppe ist und du damit langsam (im Vergleich zu WKW oder FB) wachsen kannst und dabei dick Kohle machst, wieso nicht? Ich sehe fuer Xing eigentlich eine bessere Zukunft als fuer die vielen anderen Communities ohne Businessmodell. ;-)

  10. blogstone
    schrieb am 8. November 2008 um 00:35 Uhr (#)

    Ich schliesse mich der Aussage von Oliver Springer an. Zudem muss ich auch sagen, dass ich Facebook und XING nutze und beide nicht missen möchte.

  11. Hartmut
    schrieb am 8. November 2008 um 11:00 Uhr (#)

    Sollten anstatt sollte in der Überschrift oder?

    Ja sie sollten! denke ich!

    Gruß Hartmut

  12. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. November 2008 um 14:09 Uhr (#)

    Marcel, die Web-Landschaft bisher zeigt, dass nur wenige Social-Web-Dienste Gewinn machen, die den großen Teil ihrer Features kostenlos anbieten. So traurig es für dich als Gratis-Mitglied bei Xing ist, die Plattform im Prinzip kaum ausnutzen zu können, so sinnvoll ist es aus unternehmerischer Sicht im aktuellen Marktumfeld. In fünf Jahren kann das anders sein. Und wie Kai richtig impliziert – die Bezahl-Hürde sorgt außerdem für ein Mindestmaß an Qualität. Wenn jedes Gratis-Mitglied Nachrichten versenden könnte, wäre das für ein Business Network verheerend, weil sich dann die interessanten Profile nicht mehr vor Sales-Pitches und anderem Spam retten könnten.

    Ein Business-Network muss für mich ein Premium-Umfeld haben. Und dies kann man nur durch eine gravierende Beschneidung der Gratis-Features (oder ggf. durch eine strenge Invite-Only-Strategie) erreichen – selbst wenn dies schnelles virales Wachstum unterbindet.

  13. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 8. November 2008 um 15:35 Uhr (#)

    Mich persönlich als Basis-Mitglied interessiert das gar nicht. Ich habe es schon mal gesagt und ich sage es wieder: Blogs sind das ultimative Businessnetzwerk. Ich brauche Xing nicht.
    Von der Tatsache, dass andere Social-Web-Dienste nicht viel Gewinn machen, zu extrapolieren, dass Xing bei sich alles richtig macht, weil sie Gewinn machen, ist eine falsche Herangehensweise. Weil es eben nichts darüber aussagt, ob Xing sein ganzes Potential ausschöpft oder nicht.

    Das Spam-Argument funktioniert auch nicht: Facebook ist um ein Vielfaches größer, aber hast Du da schon mal Spam-Mail bekommen? Ich nicht. Und ich habe davon im Zusammenhang mit Facebook auch noch nicht gehört. Dieses Problem lässt sich also auch anders lösen. Das dürte auch für den Business-Sektor gelten.
    Xing mag zuhause gut laufen, aber es bleibt dabei: Unerschlossene Märkte werden mit der aktuellen Ausrichtung und ohne Akquisitionen genau das bleiben: unerschlossen.

  14. Bernd
    schrieb am 8. November 2008 um 15:54 Uhr (#)

    @Marcel Ich verstehe nicht, warum Du auf die “unerschlossenen Märkte” schielst. Xing macht Umsatz und vor allem einen mehr als anständigen Gewinn (>35 Prozent Umsatzrendite vor Steuern), und zwar einen nachhaltigen mit Premium-Mitgliedern (Abonnenten). Deren Zahl wächst kontiniuierlich und die sog. Haltbarkeit ist fast unglaublich. Xing hat ja in seinem Investor Relations-Bereich auf der Homepage diese Zahlen veröffentlicht. Von denjenigen, die vor drei Jahren Premium-Mitglieder geworden sind, sind heute noch mehr als 2/3 dabei. Diese Zahl hätte so mancher Verlag gerne, wenn er sich seinen Abonnenten-Statistik ansieht.
    Mir ist jedenfalls ein Unternehmen lieber, das in seinem erschlossenen Markt Umsatz und vor allem Gewinn macht, anstatt mit geliehenem Geld in ständig neue Regionen zu expandieren, ohne Aussicht darauf, dass iregndwann mal eine Refinanzierung erfolgt.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.