Barack Obamas Kampagne im Web

Die US-Präsidentschaftswahl und der Sieg Barack Obamas haben nicht nur für glühende Internet-Leitungen gesorgt (siehe Bild links) sondern auch für zumindest für einen Tag höhere Verkaufszahlen der Tageszeitungen in den USA. An solch historischen Tagen will man etwas Physisches in der Hand haben, als Souvenir für später.

Dass Barack Obama der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird, hat er zu einem nicht unwesentlichen Teil seiner Kampagne im Netz zu verdanken.

Eine Auswahl lesenswerter Artikel zu Obamas Web-Kampagne:

Die Technik hinter MyBO [MyBarrackObama] wurde allerdings nicht für Obama entwickelt, [..] sondern stammt ursprünglich aus dem Wahlkampf des 2004 gegen John Kerry gescheiterten demokratischen Kandidaten Howard Dean. Blue State Digital, ein von ehemaligen Dean-Campaignern gegründetes politisches Start-up, bohrte die Technik entsprechend auf.

» Kurze Fassung: heise online – Das Geheimnis seines Erfolges: Obamas Wahlkampf 2.0

» Lange Fassung: Technology Review: Das Geheimnis seines Erfolges

Über kleine Spenden im Web konnte der Kandidat mittlerweile rund 600 Millionen Dollar Spendengelder kassieren. Seine Netzbasis wird in Social Communities organisiert: auf seiner MySpace- und Facebook-Seite sind mittlerweile über 2,7 Millionen Fans registriert. Die eigene Social Community mybarackobama.com hat rund 2 Millionen Mitglieder.

» Themenblog: Obama sammelt Wähler im Netz

Der Sieg von Barack Obama ist auch ein Sieg des Web 2.0.
Das TV konnte im Wahlkampf durchaus seine Qualitäten für Emotionen und Image unter Beweis stellten. [..] Das Web dagegen belegte seine Stärke in der Mobilisierung, die sich auch in der hohen Wahlbeteiligung zeigt. Unter anderem eine Folge der Kampagnen rund um das Thema „One Vote“. Das dürfte künftig auch eine Blaupause für Marken sein. TV für das Image. Das Web, Social Media für den Absatz.

» off the record » Obama und der Siegeszug des Web 2.0

“No one knows the impact of quasi-permanency on the Web yet, but it surely has changed the political world,” said Allan Louden, a professor who teaches a course on digital politics at Wake Forest University. “The role of gatekeepers and archivists have been dispersed to everyone with Internet access.”

» Campaigns in a Web 2.0 World – NYTimes.com

The scale of Obama’s campaign reached massive proportions. By Election Day, for example, it was asking its cadres of volunteers to make a million phone calls to get out the vote.[..]

Obama’s rise to the presidency will be studied for years to come as the textbook example of a new kind of electioneering driven by people and technology, says Ralph Benko, a principal of the political consulting firm Capital City Partners, in Washington, D.C.

“It was a peer-to-peer, bottom-up, open-source kind of ethos that infused this campaign,” says Benko. “Clearly, there was a vision to this.”

» Propelled by Internet, Barack Obama Wins Presidency | Threat Level from Wired.com

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4 Kommentare

  1. Das Wort
    schrieb am 6. November 2008 um 11:55 Uhr (#)

    Das Internet wird in Zukunft zukünftige Politiker generieren, die durch ihre Art der Kommunikation und Bekanntheit sehr schnell landesweite Popularität gewinnen werden und dadurch wird es sicher öfter Quereinsteiger in die Politik geben werden.
    Jaja, die Macht des Internet’s, es ist für mich nicht überraschend das Obam die Wahlen gewinnen konnte, ohne des Internets hätte er nicht gewonnen, sage ich mal klar.

  2. Peter Müller
    schrieb am 6. November 2008 um 13:11 Uhr (#)

    Hier ist noch ein recht lesenswerter Artikel, der zwar nicht das Web2.0 als zentrales Thema hat, sondern generell die Erfolgsstrategien von Obama, darin aber sich auch auf die Web-Werbestrategien konzentriert. Das interessante ist ja eigentlich, wie diese Strategien funktionieren, wie Leute rekrutiert werden und nicht das Medium an sich: http://welt.de/politik/ar…es-Barack-Obama.html

  3. Das Wort
    schrieb am 6. November 2008 um 16:39 Uhr (#)

    @Peter Müller

    klar benötigt es die richtigen Leute um im Internet erfolgreich zu sein, aber ohne das Medium ging es diesmal nicht.
    Ich bin davon überzeugt, das wenn zum Beispiel seine Gegner genau das was Obama machte und Obama nichts oder kaum etwas in dieser Richtung, hätte es Obama nie im Leben geschafft. Doch er konnte über das Medium die Massen bzw. eine kritische Masse mobilisieren und das reichte dann auch aus.

  4. Thomas F. Guthörle
    schrieb am 11. März 2011 um 13:57 Uhr (#)

    Barack Obama “Yes, we can!” – NICHTS !

    Obamas Stern ist längst erloschen! 40% der Amerikaner, welche ihn wählten, haben sich inzwischen enttäuscht von ihm abgewandt. Die noch verbliebene „Popularität“ wird von gesteuerten Medien ungerechterweise künstlich aufrechterhalten.

    Obama hat das amerikanische Volk enttäuscht; sehr enttäuscht! Die Kriege gehen weiter – und auch das soziale Elend und die Arbeitslosigkeit in den USA.
    Sein „Schein“ und die Darstellung als „Messias“ war sowieso künstlich und wurde von den Medien nur „gemacht“. Obama erwies sich als Lügenpräsident. Er hatte einst fest zugesagt, daß er das berüchtigte Gefangenenlager Guantanamo endlich auflösen will. Nichts geschah!

    Obama, der „Friedensnobelpreisträger“!? Ein FRIEDENS-Nobelpreisträger, welcher es zuläßt, daß die USA der größte Waffenhersteller der Welt ist? Das Potential wurde auf weitere 8 Prozent auf insgesamt 401 Milliarden Dollar gesteigert. Auch die grausamen 14 Foltermethoden in amerikanischen Gefängnissen, wobei die schmerzhafte Wasserfolter („Waterboarding“ ) besonders hervorzuheben ist, wurden nicht abgeschafft!

    Obama, ein „Mann des Friedens“? Lachhaft, wenn es nicht SO traurig wäre!
    Wirkliche Friedensnobelpreisträger waren Mahatma Gandhi, Mutter Theresa und auch Albert Schweizer! Sie lebten bescheiden ihre Friedensgedanken auch persönlich gegenüber der Weltöffentlichkeit vor.

    Wäre Obama ein echter „Mann des Friedens“, würde er nicht nur das furchtbare Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba auflösen, sondern auch die unmenschliche Folter in den US-Gefängnissen verbieten!
    Weitere Friedenbeweise wären z.B., daß er den Ureinwohnern von Hawaii ihr Land zurückgeben würde, welches sich die USA 1898 angeeignet hat.

    Weitere wichtige Hintergründe zu Obama findet man in dem äußerst aufschlußreichen Buch „Barack Obama – wie ein US-Präsident gemacht wird“ von Webster Griffin Tarpley! Interessant hierzu sind die Hintermänner von Herrn Obama…

    Obama „Yes, wie can!“ – Nichts !

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