Zeitungen weltweit:
Obama novi predsjednik

Ole Reißmann, 5. November 2008 20:40 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Wir zeigen Zeitungen aus Bosnien, Chile, Costa Rica, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Kenia, Kroatien, Niederlande, Pakistan, Schweden, Spanien, Südafrika, Türkei, USA und Zypern zur Wahl von Barack Obama.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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7 Kommentare

  1. Martin Rath
    schrieb am 6. November 2008 um 07:27 Uhr (#)

    Das komische Wort „Entschleunigung“ war doch mal in vieler Munde. Wo ist es jetzt, wenn man es mal braucht?
    Sind die fremdländischen und -sprachigen Zeitungen in ihrer Wortwahl auch so hurtig wie die deutschen Medien?

    Laut US-Verfassung treten die Wahlmänner am 41. Tag (nach dem Wahldienstag im November) in ihren jeweiligen Staaten zusammen und schicken ihr Wahlergebnis verbrieft und versiegelt nach Washington, womit die Präsidenten-Wahl dann erst abgeschlossen wird.
    Gewählt ist BHO also noch lange nicht, unter den schlimmst-denkbaren Umständen (Verschwörungs- und Attentatsphantasien kursierten ja schon länger) darf er sich noch nicht sicher sein, dass sein Name in der Liste der US-Präsidenten auftauchen wird.

    Formajuristisch sicher ist seine Präsidentschaft erst im Dezember.

    Nicht, dass hinter dieser Frage nur mediensprachkritisches Wortgeklingel steckt, wie vielleicht zu vermuten wäre. Bemerkenswert deutlich macht der hurtige Gebrauch des Begriffs „gewählter Präsident“ (oder ähnlicher) meiner Ansicht nach die Machtverhältnisse: Da ist BHO weder vereidigt noch wenigstens von den Wahlmännern gewählt, schon werden er und seine Beauftragten in Militär- und Geheimdienst-Interna eingeführt. Formaljuristisch ist das, gemessen an der US-Verfassung, nicht ganz koscher und zeigt, wer in Washington die Hosen anhat (und weniger, @ Alex[a]nder Müller, wer sie voll hat oder haben sollte).

    Gute Rhetoren (BHO) kommen, schlechte (GWB) gehen. Der Apparat bleibt. Und die Formalia, die Freiheiten und Verantwortungszurechnung garantieren, interessiert mal wieder kein Schwein.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Ole Reißmann
    schrieb am 6. November 2008 um 09:19 Uhr (#)

    ah, martin rath bezieht sich auch kurz auf einen kommentar, den ich gelöscht habe: “(und weniger, @ Alex[a]nder Müller, wer sie voll hat oder haben sollte)”. beleidigungen und kritik kann ich ab, falschaussagen nicht.

  3. Metallicat
    schrieb am 6. November 2008 um 11:17 Uhr (#)

    Was mir jetzt bei der medienlese fehlt, ist das Thema, ahem, Medien. Es ist ja nicht so, dass Obama zufällig Präsident geworden wäre, auch wenn der Titel “Internet-Präsident” sicherlich etwas übertrieben ist: http://heise.de/newsticke…8211;/meldung/118405

    oder auch: http://welt.de/politik/ar…es-Barack-Obama.html

    Gruß von einer sonst eher stillen Mitleserin.

  4. martin
    schrieb am 6. November 2008 um 13:00 Uhr (#)

    @ Metallicat:

    drüben bei netzwertig.com haben die blogwerker etwas zur internet-strategie von obama geschrieben (oder zumindest links zu lesenswerten berichten dazu zusammengetragen):
    Barack Obamas Kampagne im Web

    es ist schon interessant, dass gerade an solchen tagen die guten alten zeitungen eine renaissance (zumindest für einen tag..) feiern!

  5. Schreibt hier auf dem Blog Ole Reißmann
    schrieb am 6. November 2008 um 13:08 Uhr (#)

    Danke für den Link! Wir haben das intern diskutiert, wer was macht … und hier einen Hinweis vergessen. Außerdem: Das Thema ist nun tatsächlich auch überall in den Mainstream-Medien … die New York Times war stellenweise komplett ausverkauft. Interessant aber allemal, wie in vielen Ländern die Zeitung nach wie vor wichtig ist, mit Sonderausgaben und Co., während in Deutschland (zugespitzt) alle im Internet warten und die Zeitungen am nächsten Tag alte News verkaufen …

  6. martin
    schrieb am 6. November 2008 um 13:18 Uhr (#)

    ja, ich war heute selber auch ein bisschen überrascht, dass auf allen frontseiten nochmals die alte geschichte aufgetischt wird. okay, die artikel hatten dann durchaus auch ein bisschen hintergrund und analyse.

    aber muss dann sowas gleich schlagzeile sein? hätte nicht auch ein etwas kleinerer hinweis auf der front gereicht? oder anders gefragt: ist demnach gestern eigentlich den ganzen tag nichts anderes mehr passiert, so dass man die meldungen von “vorgestern” als sensation verkaufen kann!??

  7. Jean-Claude
    schrieb am 6. November 2008 um 14:35 Uhr (#)

    Diese Diskussion verstehe ich nun überhaupt nicht: Ich hätte sofort mein Zeitungsabo gekündigt, wenn der alles schlagende Hauptaufmacher nicht Obamas Wahl gewesen wäre.

    Man muss es ja nicht gleich so übertreiben wie die “Neue Zürcher Zeitung”, die uns heute mit der Schlagzeile:”Klarer Wahlsieg Obamas über McCain” verblüfft, ja überrumpelt. Andere hier gezeigten Aufmacherseiten hingegen waren doch gar nicht so phantasielos.

    @) Martin: Dass die Wahlmänner erst am 41.Tag nach dem ersten Dienstag im November zusammentreten, stammt noch aus der Postkutschenzeit. Da dauerte halt alles etwas länger. Dass der Präsident gewählt ist, doch nun wirklich klar. Rechtlich im Amt ist er sowieso erst vom Moment der öffentlichen Leistung des Amtseides.

    Viel interessanter finde ich, dass nach den Direktstimmen Obama keineswegs einen Erdrutschsieg hingelegt hat: McCain 47%, Obama 51 %. Die Differenz von 4% ist nicht überwältgend.

    Das sagt eine ganze Menge aus: Die innere Zerrissenheit der USA ist nicht einfach über Nacht hinweggefegt, wie viele TV-Kommentatoren, von der Emotion des Augenblicks hingerissen, berichteten. Er hat viel mehr Gegner, als es in der gestrigen Berichterstattung den Anschein machte, wo der Eindruck entstand, in den USA seien plötzlich alle ein Herz und eine Seele.

    Die Gräben bleiben sehr tief. Und immerhin: Erst vor vier Jahren haben die Amerikaner George W.Busch im Amt bestätigt,obwohl sie wussten, was er vorhat. Eine Mehrheit fand ihn gut. Heute will kaum ein Amerkaner mehr daran erinnert werden.

    Dieses Amerika ist ziemlich wankelmütig und wohl auch stärker verunsichert als die Bilder gestern suggerierten. Wehe, wenn Obama die völlig überzogenen, ja absurden Erwartungen in seine Präsidentschaft nicht schnell erfüllen kann. Ein Höllenjob.

    Insbesondere bei der TV-Berichterstattung hätte ich mir schon etwas mehr Distanz und Nüchternheit gewünscht. Immer wenn zu viele weinende Gesichter im Fernsehen auftauchen, ist Vorsicht geboten.

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