Web 2.0:
Tausend APIs

APIs sind das zentrale Nervensystem für das moderne Web. John Musser hat nun tausend APIs gesammelt und einen Überblick erstellt.

Einige von Euch können sich vielleicht noch daran erinnern: Die ursprüngliche Bedeutung von Web 2.0, wie sie von Tim O’Reilly vor etwa vier Jahren formuliert wurde, hat mit der eigentlich nichtssagenden Reduktion des Begriffs auf ein Mitmachweb, wie es sich vor allem im deutschen Sprachraum eingebürgert hat, so gut wie nichts zu tun.

O’Reilly ging es damals eher um die Beschreibung (nicht um die Erfindung) von einigen Prinzipien, die er bei einigen Unternehmen in Aktion sah, die mit der damaligen Funktionsweise des Web brachen und neue Formen der Wertschöpfung bzw. neue Geschäftsmodelle ermöglichten.

Eines der wichtigsten Prinzipien dabei war, Daten nicht länger in isolierten Silos einzusperren und zu kontrollieren, sondern sie fließen zu lassen. Anwendungen, die sich öffnen, ermöglichen die Entstehung eines Ökosystems an anderen Anwendungen, die damit zusammenspielen. Einerseits entstehen dadurch für die Benutzer  ungeahnte Möglichkeiten, andererseits erhöht sich dadurch auch der Wert und die Bedeutung des eigenen Angebots. Man denke nur an die 500 Twitter Mashups, die sowohl den Twitter-Usern das Leben versüssen, als auch Twitter als De-facto-Standard betonieren.

Neben Feeds sind APIs – Programmierschnittstellen, über die Drittanbieter auf einen Dienst zugreifen können – die wichtigste technologische Komponente dafür.

John Musser hat es sich auf dem Blog Programmable Web zur Aufgabe gemacht, all diese APIs zu sammeln und zu dokumentieren. Gestern hat er die 1000ste API gefunden und das zum Anlass genommen, einige interessante Statistiken zu veröffentlichen.

Die 15 Kategorien von APIs mit den meisten Anbietern sind:

Als Protokoll wird vor allem REST angeboten, gefolgt von SOAP, JavaScript, Atom und XML-RCP:

Musser nennt ein paar Beispiele, welche Auswirkungen APIs haben können:

  • 60% aller Listings bei eBay werden über die API eingestellt, monatlich werden 6 Milliarden API-Aufrufe getätigt.
  • Google Maps Mashups sind omnipräsent
  • Flickr und Youtube sind Basis für Tausende von Mashups
  • Twitter generiert nur 10% des Traffics auf der Webseite, der Rest läuft über die API
  • Salesforce hat mit der API den SaaS-Markt revolutioniert.

Eine API alleine bedeutet natürlich noch gar nichts. APIs sind oft eine notwendige, aber in den seltensten Fällen eine hinreichende Voraussetzung dafür, einen Webdienst aufzuwerten. Aber mit etwas Glück und dem richtigen Angebot zum richtigen Zeitpunkt ermöglichen sie die wunderbarsten Blüten.

Mehr lesen

Schnelllebiges Internetgeschäft: Startups kommen und gehen, Plattformen bleiben

13.3.2012, 5 KommentareSchnelllebiges Internetgeschäft:
Startups kommen und gehen, Plattformen bleiben

Das Internetgeschäft ist extrem schnelllebig. Startups kommen und gehen. Erfolgreich etablierte Plattformen allerdings haben eine deutlich längere Lebenserwartung.

Xing-API ist live: Entwickler haben  inhaltlich freie Hand

8.3.2012, 1 KommentareXing-API ist live:
Entwickler haben inhaltlich freie Hand

Xing hat den Startschuss für die Beta-Phase seiner Entwicklerschnittstelle gegeben. Über 1000 Interessierte können die Funktionalität des Geschäftsnetzwerks nun in ihre Anwendungen integrieren. Inhaltlich haben Entwickler freie Hand.

Neue Entwicklerschnittstelle: Xing setzt auf manuelle Freigabe

2.3.2012, 6 KommentareNeue Entwicklerschnittstelle:
Xing setzt auf manuelle Freigabe

Die Veröffentlichung von Xings angekündigter Entwicklerschnittstelle ist nur noch eine Frage von Tagen. Drittanbieter, welche die neue API einsetzen möchten, müssen sich auf einen Freigabeprozess einstellen.

3 Kommentare

  1. Jan
    schrieb am 5. November 2008 um 09:16 Uhr (#)

    Bei Hitmeister werden > 90% der Artikel über unsere API (REST, CSV sowie Command Files) eingestellt und verwaltet. Für große Händler ist eine gute API eine Mindestbedingung.

    Wir bieten jedem an, ohne Anmeldung o.ä. unsere Preisinformationen abzufragen. Das wollen wir auch langsam ausbauen, wobei derzeit eher Händler und Affiliates die API nutzen.

    Was ein interessanter Artikel wäre: was brauchen Leute eigentlich, wenn Sie “gegen” eine API programmieren? Was sind die am häufigsten genutzten Funktionen?

  2. Marco
    schrieb am 5. November 2008 um 12:55 Uhr (#)

    hallo markus,

    interessante aufstellung. habe jedoch das gefühl, dass deutsche dienste in dieser hinsicht immer noch sehr konservativ und “sicherheitsbewusst” agieren.

    vielleicht schreibt ihr wirklich mal was zum thema, das animiert und aufklärt.

    gruss aus berlin

    marco

  3. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 5. November 2008 um 13:47 Uhr (#)

    @Jan ah, interessante Info.

    Danke für Euer Feedback, wir hören uns einmal in DACH zum Stand der APIs etwas um.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.