E-Paper:
Friday sieht glänzend aus

Das neue Wochenend-Gratisheft von 20 Minuten besticht vor allem durchs Aussehen – im Internet wird auf E-Paper gesetzt, in diesem Fall eine richtig gute Wahl.

Medienmitteilung mit Sperrfrist, große Launch-Party: Seit gestern Nacht feiert 20 Minuten Friday Premiere. Das neue Gratis-Magazin von Tamedia bringt das Flirt- und Party-Portal tillate.com und die Frauenzeitschrift Annabelle mit der Kostenlos-Zeitung 20 Minuten zusammen. Das Layout ist modern-verspielt, am Kiosk erhältliche Magazine sehen deutlich altbackener und langweiliger aus – und kosten dafür auch noch Geld. Was man hingegen mit 20 Minuten Friday nicht kostenlos bekommt: Lesespaß. Kaum hat ein Text angefangen, ist er auch schon wieder vorbei. Selbst das angekündigte Doppel-Porträt der beiden Freitag-Taschenerfinder ist kaum länger als dieser erste Absatz hier.

Kein Wunder, dass die Inhalte von 20 Minuten Friday ihren ganz eigenen Weg ins Web finden: Die aktuelle Ausgabe lässt sich am Bildschirm durchblättern, ganz als hätte man das gedruckte Heft vor sich liegen. Einen entsprechend großen Bildschirm vorausgesetzt macht das sogar Spaß – und ist sinnvoll eingesetzt. Eigentlich gelten die sogenannten E-Paper in der Branche als aber sowas von 1.0 und veraltet.

Schließlich bedeutet Publizieren im Web, dass man eben nicht auf großen Seiten nach links und rechts scrollen muss, sondern dass man direkt an den Text herankommt – und diesen Text verlinken und kopieren kann, wie man mag. Dass in den Texten mit Links gearbeitet werden kann, die den Nutzer in die Tiefen des eigenen Angebots führen – oder dreimal durch das gesamte Internet, als Service-Leistung. Warum nur über ein Produkt schreiben – und nicht die Firma oder den hippen Online-Shop verlinken?

Die 1:1-Abbildung des gedruckten Magazins ist dank der Flash-Applikation der Firma Issuu so gut gelöst, wie es eben gehen kann. Die Seiten lassen sich durchblättern, vergrößern, oder als Thumbnail angezeigt werden, so dass sich das gesamte Heft vor einem ausbreitet.

Was bei nachrichtenlastigen Papierprodukten wie 20 Minuten vollkommen sinnlos wäre, ist hier gut eingesetzt: Die kleinen Textchen von Friday wären ganz ohne großformatige Werbung und Layout-Spielereien doch arg verloren im Web.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Mehr lesen

Fusion in der Schweiz: Tamedia übernimmt Edipresse

3.3.2009, 3 KommentareFusion in der Schweiz:
Tamedia übernimmt Edipresse

Die Verlage Edipresse und Tamedia führen ihre Schweizer Geschäfte zusammen, bis zum Jahr 2013 soll die Fusion komplett sein. Internationale Aktivitäten der Edipresse sind ausgeschlossen.

Swiss Music Awards: Musikblogger berichten live

19.2.2009, 3 KommentareSwiss Music Awards:
Musikblogger berichten live

Indie gegen Majors: ProSieben und 20 Minuten könnten live von den Swiss Music Awards berichten – stattdessen überlassen sie die Bühne den Musikbloggern von 78s.

.ch umgebaut: Der neue Blick ist da

23.10.2008, 4 Kommentare.ch umgebaut:
Der neue Blick ist da

Die Schweizer Gratiszeitung .ch wird neu aufgestellt, auf Pendler und die Verteilung am Bahnhof zugeschnitten. Im neuen Layout dominieren die Farben des Boulevards.

medienlese.com am Kiosk: Neue Bremer Zeitung eingestellt

15.10.2008, 0 Kommentaremedienlese.com am Kiosk:
Neue Bremer Zeitung eingestellt

Was tut sich auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt? Der medienlese.com-Überblick mit vier Premieren, anderthalb Abgängen und einer doppelten Portion Kritik.

E-Book-Flatrate: Skoobe startet offiziell

29.2.2012, 8 KommentareE-Book-Flatrate:
Skoobe startet offiziell

Das in München ansässige Joint-Venture von Holtzbrinck und Bertelsmann, Skoobe, hat den offiziellen Startschuss für seine E-Book-Flatrate für iPhone und iPad gegeben.

Wertschöpfung bei Medienproduktionen: Die Spielregeln verändern sich

23.12.2011, 16 KommentareWertschöpfung bei Medienproduktionen:
Die Spielregeln verändern sich

Die Spielregeln, nach denen Medienproduktionen finanziert und monetarisiert werden, verändern sich rasant. Drei aktuelle Beispiele illustrieren dies.

E-Book-Flatrate: Ein Blick auf die neue  HTML5-Reader-App von PaperC

8.12.2011, 8 KommentareE-Book-Flatrate:
Ein Blick auf die neue HTML5-Reader-App von PaperC

PaperC hat die geschlossene Beta-Phase seiner neuen E-Book-Flatrate gestartet. Deren Herzstück ist eine neue HTML5-Reader-App, die in jedem modernen Browser läuft.

Linkwertig: Flash, Google Reader, London, Oracle

14.11.2011, 0 KommentareLinkwertig:
Flash, Google Reader, London, Oracle

Über die strategischen Fehler von Adobe, über die Londoner Szene, Neues vom Google Reader und mehr.

HTML5, Flash und Videos im Web: Der Stand der Dinge

26.5.2010, 5 KommentareHTML5, Flash und Videos im Web:
Der Stand der Dinge

Während Flash immer mehr unter Druck gerät, macht sich das Web bereit für HTML5. Offene Frage gibt es einige, nicht zuletzt die nach dem besten Format für Webvideos.

Linkwertig: Spindex, Dropbox, Flash, Google Chrome

6.5.2010, 1 KommentareLinkwertig:
Spindex, Dropbox, Flash, Google Chrome

Microsoft lanciert den Aggregator Spindex, Flash kommt auf Android, Dropbox kommt auf Android und iPad und mehr.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

3 Kommentare

  1. 2ni
    schrieb am 31. Oktober 2008 um 15:34 Uhr (#)

    Ich würde sagen: Vor lauter Werbung sieht man den Inhalt nicht. Schade.

  2. Jean-Claude
    schrieb am 31. Oktober 2008 um 17:05 Uhr (#)

    Das Layout sieht tatsächlich sehr frisch aus. Aber man fragt sich schon, warum man sich am Screen auch noch die ganze Werbung seitengross einziehen sollte. Das langweilt denn doch schnell. Ich glaube, das ist ein grundsätzicher Denkfehler: ein Printtitel 1:1 im Netz verliert schnell an Reiz. Man ist dort gewohnt, Werbung rasch wegzuswitchen, ohne auf deren Inhalt überhaupt zu achten.

    Im Print mit dem Blättereffekt ist das etwas anderes. Dort kann man der Werbung nicht entweichen, man hat sich daran gewöhnt.

    Ueber den Inhalt eines solchen Gratistitels muss man sich glaube ich keine Gedanken machen. Dazu sind solche Titel nicht da und das wäre denn doch Verschwendung. Ihr einziger Zweck ist es, Werbung zu verkaufen. Ist natürlich legitim und spielt hoffentlich viel, viel Geld ein, mit dem man dann andernorts ordentlichen Journalismus bezahlen kann (oder könnte, so man wollte).

  3. schrieb am 1. November 2008 um 09:04 Uhr (#)

    jaja, issuu ist nach wie vor toll. schliesslich war es das “heute”, dass als erste schweizer publikation auf die dänische lösung setztze. nun wird die tradition vom “blick am abend”-epaper weitergeführt.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.