Microsoft Azure:
Betriebssystem in der Cloud

Mit Microsoft Azure startet Microsoft ein Betriebssystem für die Cloud. Google ist in der Cloud, Amazon schon länger, und nun auch Microsoft: die Spiele können beginnen.

Die Unterstützung von OpenID war nicht die einzige Ankündigung, die Microsoft gestern gemacht hat: Mit Windows Azure lancieren sie auch ein eigenes Betriebssystem für die Cloud.

Azure stellt Entwicklern eine On-Demand Lösung für Speicherplatz und Rechenleistung zur Verfügung, auf der sie ihre Anwendungen betreiben und skalieren können. Alles auf Datenzentren von Microsoft.

Microsoft Azure
Microsoft Azure

Neben proprietären Komponenten von Microsoft (ASP.NET, IIS, Visual Studio 2008) unterstützt Azure potentiell auch andere Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen. Genannt werden Eclipse, Ruby, PHP und Python.

Azure unterstützt dabei standardisierte Protokolle wie HTTP, REST, SOAP, RSS und AtomPub. Deshalb lassen sich auch Anwendungen, die auf anderen Technologien oder Plattformen basieren, integrieren.

Microsoft antwortet mit Azure auf die Angebote von Amazon (EC2, S3), Google (Google App Engine) und einige andere, und natürlich auf den allgemeinen Trend vom Verschieben vieler Lösungen in die Cloud – wir haben in letzter Zeit häufig darüber berichtet. Auch das Versprechen von Azure klingt nicht unbekannt: Die Eintrittskosten werden gesenkt und Entwickler können sich auf die Anwendungslogik konzentrieren, müssen sich nicht um lästige Dinge wie Skalierbarkeit oder Verfügbarkeit kümmern.

In einem Gespräch mit Richard MacManus erklärt Chief Software Architect Ray Ozzie, dass Azure auf absehbare Zeit Windows nicht ablösen wird, dass er Windows 7 und Azure aber durchaus im Sinne einer Koevolution betrachtet, die sich wechselseitig befruchtet. Die Cloud werde irgendwann einfach “halt noch ein Computer” sein, auf dem dann wohl Azure als Backend laufen soll. Daran angedockt werde es eine Fülle an Gerätschaften geben.

Auf Amazons’ Angebot angesprochen sagt Daz Wilkin von Microsoft’s Platform Strategy Group, dass Amazon nur ein leeres Gefäß zur Verfügung stelle, welches erst mühsam befüllt werden müsse, während Azure eine schlüsselfertige Lösung offeriert.

Das stimmt zwar prinzipiell, aber es gibt mittlerweile eine Vielzahl von vorgefertigten Paketen für EC2, die man nur noch instanziieren muss. In diesem Zusammenhang ist auch ganz lustig, dass Amazon erst vor ein paar Tagen die Unterstützung vom Microsoft Windows Server bzw. dem IIS bekanntgegeben hat.

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1 Kommentar

  1. Matthias
    schrieb am 29. Oktober 2008 um 08:18 Uhr (#)

    Man könnte auch sagen: Microsoft verspricht das Blaue vom Himmel. Was heisst denn sowas: “Microsoft unterstützt potentiell auch andere Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen”? Potenziell bin ich der Kaiser von China oder der erste Mann auf dem Mars. Und was ist von diesem Satz zu halten? “Eine “Koevolution befruchtet sich wechselseitig?” Ich hoffe, man erwartet nicht, dass sich das geneigte Publikum das bildlich vorstellt; das wäre für mich Pornografie aus dem Reich der Bienen. Das ist für mich alles mehr als wolkig und von Offenheit oder der grenzenlosen Freiheit, die angeblich über den Wolken herrschen sollte, ist bei dem Konstrukt aber gar nichts zu sehen. Was das leere Gefäss angeht, scheint mir da die Rede von den Köpfen der Leute in der Marketingabteilung die Rede zu sein…

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