Die Zeit:
Nach Österreich auch Schweiz

Ole Reißmann, 27. Oktober 2008 14:44 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Zwei Seiten extra: Die Zeit startet eine eigene Ausgabe für die Schweiz. In Österreich erscheint die Wochenzeitung schon seit drei Jahren regional angereichert – jetzt wird sie zum Drei-Länder-Blatt.

Die Wochenzeitung Die Zeit erscheint ab Dezember mit einer eigenen Schweiz-Ausgabe. Dafür wurde Peer Teuwsen als neuer Schweiz-Korrespondent von der Weltwoche geholt, wo er das Ressort Kultur und Wissenschaft verantwortete. Zwei Seiten Extra mit Schweizer Inhalten sollen Woche für Woche gefüllt werden – ganz so, wie es seit 2005 eine Zeit mit zwei Seiten speziell für Österreich gibt. In der Startphase soll Teuwsen von Zeit-Redakteur Urs Willmann unterstützt werden, schreibt kress.de. Demnach soll in der Schweiz-Ausgabe die spezielle Situation der Schweiz inmitten eines zusammenwachsenden Europas beleuchtet werden. In den letzten Jahren sei die Nische für eine liberale Zeitung in der Schweiz größer geworden, wird der Chefredakteur der Zeit, Giovanni di Lorenzo, zitiert.

Im Juni 2007 erschien der Spiegel mit einer 52-seitigen Schweiz-Ausgabe – die allerdings nicht alle Schweizer vom Hocker reißen konnte und trotz 50.000 ausgelieferter Exemplare nicht zu einer gesonderten Spiegel-Ausgabe für die Schweiz geführt hat.

Begleitet wird der Start der Schweiz-Ausgabe am 4. Dezember mit einer Werbekampagne, wie persoenlich.com aus einer Pressemitteilung zitiert.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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7 Kommentare

  1. Frau Müller
    schrieb am 27. Oktober 2008 um 18:48 Uhr (#)

    @ Ole Reissmann, ich erlaube mir, Sie darauf hinzuweisen, dass der Zeit-Redaktör Urs Willmann heisst. Und so steht es auch auf Kress.de. Übrigens ist Herr Willmann auch Schweizer, sowie ehemaliger Facts-Redakor.

    Jedenfalls freue ich mich als langjährige Zeit-Leserin sehr auf diese “Schweizer Zeit”. Ich teile di Lorenzos Ansicht, dass hierzulande Platz für eine liberale Wochenzeitung ist.

  2. Fred David
    schrieb am 27. Oktober 2008 um 20:27 Uhr (#)

    Hallo, “Zeit”: Herzlich willkommen! Wurde aber wirklich Zeit, dass du in die Schweiz kommst. Sonst versacken wir hier publizistisch.

    Eigentlich ist es ein Witz, dass uns Schweizern ein deutscher Chefredakteur klar machen muss, dass hierzilande noch Platz für eine liberale Wochenzeitung sei. Weiss Gott!

    Die Scheunentore sind offen, die Erwartungen hoch. Viel Erfolg!

  3. Paul Glaser
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 12:55 Uhr (#)

    Na hoffentlich wird die Schweiz-Ausgabe besser als die österreichische…und die letzte Meldung im Österreich-Blog der “Zeit” ist mehrere Wochen alt…

  4. Jean-Claude
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 14:03 Uhr (#)

    @) Paul Glaser: Was ist an “Zeit”-Oesterreich so schlimm (ich meine ausser den offenbar wochenalten Blog-Ladenhütern…)?

  5. Ugugu
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 14:15 Uhr (#)

    Ein längst überfälliger Schritt. Um Neuabonnenten zu generieren, müsste man aber wohl Umfang- und damit auch Personalmässig noch eine Runde aufstocken. “Weltwoche”-Flüchtlinge haben seit Jahren ein Exil-Abo.

  6. Paul Glaser
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 14:43 Uhr (#)

    @ Jean-Claude: es finden sich keine neuen Nachrichten drin, nichts Neues, was ich nicht schon im STANDARD gelesen hätte (mit Ausnahme dessen,was Florian Klenk gelegentlich schreibt…)

  7. Jean-Claude
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 15:49 Uhr (#)

    @) Ugugu, ich denke auch, dass die “Zeit” den Aufwand nicht unterschätzen sollte. Der “Spiegel” ging bei seinem Projekt – das über die Projektphase nicht hinaus kam – von etwa 20 Stellen aus. Das ist richtig Holz. Allerdings ist eine Nachrichtenmagazin mit wöchentlich 20 bis 30 zusätzlichen Seiten etwas anderes, als es zwei Seiten in der “Zeit” sind.

    Aber jede Woche zwei bettlakengrosse Zeitungsseiten mit spannendem Stoff füllen, über ein Land, in dem nun halt mal nicht so viel Spannendes läuft, ist nicht ohne. Man erwartet also schon etwas, wenn sich die Hamburger hierher bemühen.

    Die “Zeit” könnte mit klugen Kommentaren und Essays einiges auffangen, das ist ja ihr Metier. Und auf diesem Feld ist die Schweizer Konkurrenz kein schwergewichtiger Gegner, sondern ziemlich provinziell.

    “Die “Weltwoche” sehe ich nicht so sehr als Konkurrenz, hingegen das “Magazin” des “Tages-Anzeigers” und die NZZ. Die vier Sonntagszeitungen sehen jeweils am Montag schon alt aus. Ihre Themen schmoren in der landesüblichen Schweizer Sauce. Gegen die anzukommen ist nicht so schwer.

    Nur zusätzliche Anzeigen schalten wollen – das war so ein wenig die Tendenz beim Schweiz-Special des “Spiegel” letztes Jahr – reicht aber sicher nicht. Beim “Spiegel” war’s übrigens ein Projekt des Verlags, nicht der Redaktion, das macht einen Unterschied. Von wo bei der “Zeit” der wind weht, weiss ich nicht.

    @) Paul Glaser : Das dürfte bei so einem Projekt eigentlich nicht passieren. Es gibt in der Schweiz eine ganze Reihe jüngerer Autoren, die gut bis sehr schreiben, denen aber Recherche – ich meine echte Recherche, nicht bloss ein paar Telefonate führen und mal mit ein paar Menschen am Wegesrand plaudern – oft zu mühsam ist, was man denn auch dem zwar originell Geschrieben aber oft wenig Substanziellen ansieht.

    Soweit ich Oesterreich kenne, schätze ich die Wiener Medien schon als mehr auf Zack ein als die schweizerischen, wenn ich nur schon ans “Profil” denke. So etwas gibt es hier nicht (mehr).

    Mit Recherche in unwegsamem Gelände könnte man in der Schweiz schnell einmal Punkte sammeln. Aber das heisst Schweiss und Mühsal. Diese Leute muss man mit der Lupe suchen.

    Gehen wir jetzt enfach mal davon aus: Die in Hamburg haben eine genügend scharfe Lupe. Sonst sammeln wir, und schenken ihnen eine.

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