Werbung im Netz:
Es geht doch!
Flatternden Banner und sichtverstellende Werbetafeln nerven – trotzdem muss natürlich auch online Geld verdient werden. Ein Vorschlag zur Werbung im Internet.
Ein überdurchschnittlich begabter Zeichner namens Bulo tummelt sich mit anderen zusammen im Clap-Blog, das ist eine Art virtuelles Magazin mit Club-Ambiente von Werbern über andere Medien, über ‘Leute’ und noch so allerlei, gleich um die Ecke in einer kuscheligen Nische des Zwischennetzes gelegen, wo es für den stilbewussten Oldtimer aber auch als Zellulose-Ausgabe erhältlich ist. Jetzt wirbt dieser Bulo dort für den Pay-TV-Sender Premiere, wobei er – und das ist der große Unterschied – diese Werbung höchstselbst gestaltet hat, also ohne dass ihm dabei irgendein aushäusiger Art Director das Händchen gehalten hätte.
Der positive Effekt: Die Werbung passt zur Seite, sie ist nicht fernab im problemfernen Schneegestöber auf dem Olymp der Szene-Agenturen entstanden, sie poppt deshalb auch nicht ästhetisch nach Art eines Staubsaugervertreters aus allen Rahmenbedingungen des Blogs heraus, und sie dürfte – das allerdings sage ich jetzt ohne jeden empirischen Beweis – vermutlich auch noch wirksamer und preiswerter sein. Das alles wäre gewissermaßen der Sieg im Dreikampf für jeden ökonomisch denkenden Werbetreibenden: 1. Akzeptierte Werbung ins Internet gebracht, 2. auch noch Geld gespart und 3. mehr ‘Impact’ erzielt (oder mehr Umsatz für den Dollar). Was für ‘Premiere’ derzeit nicht ganz unwichtig wäre …
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
















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Das klingt fast so als wärest du noch kein Abonnent der Printausgabe des Magazins für Neugierige, Eitle und Schadenfrohe. Da drin gibt es sowas fast jeden Monat.
Ich bekam ja von dem freundlichen Herrn Bulo soeben ein Geschenk-Abo verpasst. Dann wird mir so etwas in Zukunft nicht mehr entgehen. Dafür erst einmal heißen Dank.
Ob es aber drüben in Holzhausen so etwas schon gab, das ist gar nicht mein Thema, hier geht es mir um eine endlich mal ‘akzeptable’ Online-Werbung, die nicht durch ‘Nervnerv’ und ‘Blinkblink’ kontraproduktive Alarmhormone beim ‘Empfänger’ ausschüttet, die jeden Konsum wirksam verhindern – mir geht es um die produktive Umkehr eines ausgeleierten Prinzips: Dass nämlich der Kunde auch bestimmt, welche Musik gespielt wird. Dort bei euch im Clap-Blog wirbt dagegen das Blog mit höchsteigenen ‘Bordmitteln’ für den Kunden (Bulo als ‘Bordmittel’ möge mir den Ausdruck mal verzeihen). Das finde ich endlich mal ‘internet-affin’: Kunde und Blog gehen gewissermaßen als ‘community’ Hand in Hand. Der Kunde wirbt nicht länger fremdgesteuert über einen Makler – die Agentur – ‘mit irgendwas’ wild im Internet herum, wobei die Anzeige meist dorthin passt wie die Faust aufs Auge oder wie der Marketing-Mensch in die Kultur. Ob das die Agenturen wiederum gerne sehen, ist ein neues Thema, ebenso die Frage, was dann mit dem kostbaren Corporate Design passiert, und für welche Kunden man so etwas überhaupt machen kann. Gehen in Zukunft bestimmte Blogs mit bestimmten Kunden, die thematisch harmonieren, eine ‘Ehe auf Zeit’ ein? Zum Exempel mein ‘Stilstand’ mit Moleskin oder dem Duden, die ‘Schnutinger’ mit Maribus Ölfarben oder mit Faber-Castell, der Niggemeier mit den Wallraff-Verlegern, ‘Spreeblick’ mit Schultheiss-Bier usw. ;-) …