Eilmeldung:
Marcus Riecke verlässt studiVZ

Martin Weigert, 22. Oktober 2008 11:14 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

In einer überraschenden Mitteilung verkündete die Verlagsgruppe Holtzbrinck am Mittwochvormittag den Abgang von studiVZ-CEO Marcus Riecke.

>>Aktualisiert, siehe Artikelende

 Deutschlands größte Social-Networking-Familie studiVZ ist ihren bisherigen CEO los. Marcus Riecke, verantwortlich für die drei sozialen Netzwerke studiVZ, schülerVZ und meinVZ, verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung – laut einer vor wenigen Minuten veröffentlichten Pressemeldung “auf eigenen Wunsch”. Dr. Clemens Riedl, Vice President Sales, wird vorläufig die Leitung bei studiVZ übernehmen.

studiVZ gehört zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Bei turi2 will man erfahren haben, dass Riecke anders als in der Pressemeldung mitgeteilt, von Holtzbrinck gefeuert wurde. Der angebliche Grund: die schleppende Vermarktung des sozialen Netzwerks.

Die studiVZ-Gruppe mit ihren rund zwölf Millionen Mitgliedern schreibt noch immer rote Zahlen. Vor zwei Monaten hatte Riecke in einem Interview mit FAZ.NET angemerkt, dass auch im Jahr 2008 das Wachstum des Social Networks Vorrang vor dessen Monetarisierung hat. Möglicherweise war man im Hause Holtzbrinck anderer Ansicht. Angriffsfläche gab es jedenfalls genug. 

Marcus Riecke trat seinen Posten als StudiVZ-Chef im August 2007 an. Zu seinen Zielen gehörte unter anderem die Internationalisierung und der Launch einer mobilen Version. Diese gibt es heute noch nicht, und das Thema Internationalisierung wurde vorerst auf Eis gelegt.

Einige interessante Überlegungen zu Rieckes Abgang finden sich bei zweipunktnull.

Update: 
FAZ-Netzökonom Holger Schmidt, gewöhnlich gut informiert in Sachen studiVZ, bringt einige interessante Details ans Tageslicht. Demnach vermisste Riecke offenbar klarere Vorgaben von Seiten Holtzbrincks und war nicht mit studiVZs Rolle als Trafficschleuder für andere Holtzbrinck-Onlineangebote einverstanden.

Auch hätte Riecke angeblich lieber einen anderen Vermarkter als Holtzbrincks GWP an Bord geholt, was ihm verwehrt blieb. Und noch ein Streitpunkt – womöglich der interessanteste: Riecke fand Gefallen an dem Gedanken, studiVZ an Facebook zu verkaufen, was Verleger Stefan von Holtzbrinck wenig begeisterte.

Stimmen die Informationen von Holger Schmidt, hat Riecke studiVZ freiwillig verlassen und ist damit einer wahrscheinlichen Kündigung zuvorgekommen. Die Tatsache, dass Riecke möglicherweise selbst einen Facebook-Deal favorisierte, konnte der heute abgetretene Boss des Social Networks stets erfolgreich verheimlichen.

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4 Kommentare zu diesem Artikel

  1. trixxer

    schrieb am 22. Oktober 2008 um 12:49 Uhr (#)

    vlt. hat ja auch facebook was damit zu tun, wär möglich ;)

  2. ben_

    schrieb am 22. Oktober 2008 um 15:23 Uhr (#)

    “Die studiVZ-Gruppe schreibt trotz der rund 12 Millionen Mitglieder noch immer rote Zahlen.”

    Ich würde ja spontan sagen, dass man das “trotz der” wenigstens durch ein “bei” ersetzen sollte, in einem anderen Satz über die Gründe zu diskutrieren. Man könnte ja schließlich auch “wegen der” behaupten.

  3. Martin Weigert

    schrieb am 22. Oktober 2008 um 15:34 Uhr (#)

    Ja, je nach Perspektive kann man da eine andere Präposition einsetzen. Um das Problem zu umgehen, habe ich den Satz umgebaut.

  4. anne

    schrieb am 6. Dezember 2008 um 13:27 Uhr (#)

    hey


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