Barcamp Berlin 3:
Immer noch Blogger vs. Journalisten

Ronnie Grob, 21. Oktober 2008 15:13 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Immer die gleiche Leier: Journalisten und Blogger im Dauerstreit. Das Thema ist sowas von durch – oder etwa doch nicht? Wir haben uns auf dem Barcamp in Berlin umgehört.

Die Diskussion “Blogger vs. Journalisten” ist nun plötzlich vorbei – warum?

Ist sie das wirklich? Ich hoffe, dass sie bald vorbei, weil sie einfach unnötig ist. Blogger und Journalisten ergänzen sich – sie sollten sich nicht als Feinde betrachten.
Jan Tissler, Upload-Magazin

Sie ist vorbei? Ich bin dort nicht ganz auf dem Laufenden, aber aus meiner Sicht wird sie noch lange weitergehen, weil zwei Lager aufeinander prallen.
Lennard Timm, 71grad

Ich glaube, indem es mehr Blogger gibt, gibt es auch mehr Blogs mit qualitativ wertvollen Inhalten. Demnach wird die Diskussion nachlassen. Blogger sind überall und viel schneller als etablierte Medien. Nischenthemen werden von Bloggern besser bedient.
Michael Bingel

Ist sie vorbei? Ich würde sagen, sie ist nicht vorbei. Es hat beides seine Berechtigung, ich sehe die Diskussion entspannt.
Malte Burkhardt

Wir haben gelernt, dass Journalisten auch nicht viel besser sind als Blogger, was das überprüfen angeht. Bzw. haben wir verstanden, dass es gute und schlechte Journalisten gibt, genauso wie gute und schlechte Blogger – also einfach unterschiedliche Menschen. Da lassen sich die künstlichen Mauern kaum aufrecht erhalten.
Johannes Kleske, berlinblase.de

Die Unsicherheit, ob Blogger vertrauenswürdige Inhalte erstellen oder nicht, ist etwas gewichen. Man nimmt sie mehr wahr, sie werden ja auch in den Medien mehr zitiert. Blogger haben an Einfluss gewonnen, auch weil sie eine andere Technik haben, Informationen zu besorgen – wodurch sich Vor- und Nachteile ergeben.
—Hannes Carl Meyer, Meyer Information Management Blog

Ich kann es nicht so richtig nachvollziehen, warum die überhaupt entstanden ist. Ich denke, es muss beides geben. Es ist eine andere Art, zu arbeiten. Ich glaube, die ergänzen sich gut – ich kann auch gar nicht verstehen, warum die sich überhaupt streiten.
Ingo Ebel, Radiotux

Ich habe diese Diskussion eh nie ganz begriffen. Ich hatte den Eindruck, das wurde von Journalisten angezettelt, die sich durch Blogger bedroht fühlten und sie als eine qualitativ tiefere Schicht darzustellen versuchten. Heute hat man sich daran gewöhnt, dass es Blogger und Journalisten gibt, es ist nun als Thema etwas vorbei.
Dania Gerhardt, Amazee

Weil die letzten Jahren gezeigt haben, dass man sich da eh nicht einig werden. Da kann man es auch lassen.
Colin Schlüter

Weil die Journalisten gerade was anderes zu tun haben, als diese uralte Frage herauszuholen?
Nicole Simon, cruel to be kind

Ich bin beides, Journalist und Blogger und ich glaube, das sind zwei verschiedene Dinge. Ich mag Vergleiche nicht. Bloggen ist mehr das “Sprechen einer einzelnen Person”, Journalismus ist mehr eine von einer Reihe von Regeln kontrollierte Arbeit. Bloggen kann von jedem und jeder gemacht werden und es wäre nicht mehr bloggen, wenn es ebenso viele Regeln gäbe.
Bektour Iskender, ?????? ??????????

Mehr Bilder von der Veranstaltung natürlich auf Flickr.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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4 Kommentare

  1. Marc Weissenberger
    schrieb am 21. Oktober 2008 um 16:40 Uhr (#)

    Ich muss mich einigen Kommentaren anschließen. Es ist leider so, dass sich vermehrt Journalisten nicht mehr an die journalistischen Grundsätze halten, die sie den Bloggern vorwerfen nicht zu erfüllen.
    Ich habe sowohl grottenschlecht recherchierte Online-Artikel in der ZEIT oder Spiegel-online gelesen, die zudem noch nicht einmal der journalistischen Neutralität gerecht wurden, die eigentlich angebracht ist.
    Andererseits gibt es auch extrem einseitige Blogs, die tendenziös recherchieren und schreiben. Aber, ein Blog an sich definiert sich ja nicht zwingend auf journalistischen Grundsätzen.
    Also hinkt der Vergleich so oder so. Viel wichtiger sind die User. Die sollten sich ein klares Bild von der Arbeit der Journalisten und der Blogger machen, und dann selbst entscheiden, ob ihnen die dargebotenen Quellen entsprechen oder nicht.

  2. Franz
    schrieb am 22. Oktober 2008 um 09:30 Uhr (#)

    Blogger und Journalisten mögen sich ergänzen. Das Internet an sich aber verdrängt den Print, und das ist vermutlich etwas, auf dass sich “klassische” Journalisten nicht einstellen können/wollen

  3. Franz
    schrieb am 22. Oktober 2008 um 09:32 Uhr (#)

    Rechtschreibfehler unbeabsichtigt, statt “dass” wollte ich natürlich “das” schreiben

  4. Frank
    schrieb am 22. Oktober 2008 um 16:24 Uhr (#)

    @2: “Das Internet an sich aber verdrängt den Print” – würde ich so nicht sagen, handwerklich gut geschriebene Zeitungen werden weiter ihren Markt haben. Und – hier in Deutschland überzeugt mich noch kein Online-Auftritt von Printmedien, da sie sich meist durch Boulevardisierung auszeichnen. Jüngstes Beispiel vor meiner Haustüre — Relaunch der Kieler Nachrichten — die bislang eingestellten Artikel taugen wenig zur umfassenden Nachrichtenschau…

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