Der Standard:
Österreichs New York Times wird 20
Der Standard hängt zum Jubiläum seine Konkurrenten ab und bleibt Österreichs meistgelesene Zeitung im Web – zum Geburtstag gibt’s ein Kunstwerk für jeden Leser.
So erscheint am 19. Oktober 1988 die erste Ausgabe des Standard – die einzige österreichische Tageszeitung, die den Titel Qualitätsblatt auch verdient. Mit einer Reichweite von fünf Prozent (laut Media Analyse 2007) hat Der Standard seinen traditionsreichen Hauptkonkurrenten, die 1848 gegründete Presse (3,8 Prozent Reichweite), im Vorjahr wieder deutlich abgeschüttelt. So einen Erfolg hätte man Bronner und dem Gründungsteam des Standard 1988 „nie und nimmer“ zugetraut, schreibt das Branchenblatt Der österreichische Journalist in einer Titelstory über Bronner.
Damals belächelten nicht nur die Konkurrenten den idealistischen Zeitungsgründer. Vielfach wurde auch stark bezweifelt, dass sich die österreichische Bevölkerung überhaupt für eine Qualitätszeitung interessieren würde. Bei der jahrzehntelangen und ungebrochenen Vormacht der Kronen Zeitung war das kein so abwegiger Gedanke. Bronner wollte allerdings nicht glauben, dass sich die Österreicher so fundamental von ihren westeuropäischen Nachbarn unterscheiden würden:
In jedem Land gibt es einen bestimmten Anteil an Idioten, einen bestimmten an Genies. Viele Leute, die sich für etwas interessieren, und viele, die das nicht tun. Und das gilt auch fürs Konsumverhalten und damit auch für den Konsum von Medien.
Wie richtig Bronner damit gelegen hatte, beweist die Online-Ausgabe des Standard. 1995 ging der DerStandard.at online – als erstes deutschsprachiges Medium. Und seit die Besucherzahlen von Nachrichtenportalen durch die Österreichische Webanalyse erfasst werden, ist DerStandard.at das führende News-Angebot im Web (vor ihm liegt nur der ORF).
Kurz vor dem 20. Geburtstag des Standard am Sonntag ist Bronner außerdem ein überraschender Coup gelungen. Seit August ist die Zeitung wieder zu 100 Prozent in österreichischer Hand (zuvor war die Süddeutsche Zeitung mit 49 Prozent beteiligt). Und für die 180-Seiten dicke Jubiläumsausgabe am Wochenende hat man sich etwas Besonderes ausgedacht: Jeder Leser und jede Leserin sollen ein eigenes, nummeriertes Exemplar mit einem exklusiven Geburtstagscover eines namhaften Künstlers erhalten – möglich wird es durch zum Teil minimale Farbveränderungen des Titelbilds von Christian Ludwig Attersee.
Genaue Details dazu werden heute Abend im Internet enthüllt.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.





















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eine Jubiläumsausgabe zu beziehen?