YouTube:
Zwei neue Formen
der Monetarisierung

Markus Spath, 12. Oktober 2008 21:20 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Google beginnt auf YouTube TV-Episoden in voller Länge anzubieten, die neue Formen von Ads enthalten. Gleichzeitig transformieren sie YouTube in eine E-Commerce Plattform.

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Über die Frage, wie Google mit YouTube jemals Geld verdienen will, zerbricht sich ja so mancher den Kopf. Google selbst ist dabei bisher sehr vorsichtig vorgegangen und ertastete eher langsam Möglichkeiten, die sich durch Deals mit Contentpartnern ergeben.

Doch sie scheinen etwas ungeduldig zu werden. Nachdem sie vor ein paar Wochen begonnen haben Partnern zu ermöglichen, auch gegen ‘geklaute’ Videos Webung zu schalten, setzten sie in der letzten Woche mit zwei neuen Forman nach:

TV-Episoden in voller Länge

Seit Freitag werden einige Episoden beliebter Serien wie Beverly Hills 90210, MacGyver oder StarTrek in voller Länge angeboten. Den Partnern wird dabei weitestgehend die Freiheit überlassen, mit verschiedenen Formen der Werbung (pre-, mid- und post-rolls Ads) zu experimentieren. Private Videos sind davon zunächst nicht betroffen.

Das Angebot ist bisher eher mager und nur in den USA verfügbar, aber die Richtung, in die das geht, ist klar vorgezeichnet: für die Rechteinhaber könnte es wesentlich lukrativer sein, ihr verstaubendes Inventar legal und gratis auf YouTube anzubieten und die (relativen) Longtail-Effekte auszunutzen, als sich gegen diese Logik zu stemmen und nur kostenpflichtige on demand Lösungen anzubieten oder auf das Web als Distributionskanal überhaupt zu verzichten.

YouTube als E-Commerce Plattform

Die andere neue Form der Monetarisierung sind Click-to-buy Links, die seit vergangenem Dienstag unter einigen Videos zu finden sind. Die Idee dabei: Oft enthalten Videos ein Musikstück als Soundtrack, das man gerne kaufen möchte. Oder sie sind ein Trailer für ein Spiel, das man sofort downloaden würde. Die dynamisch erzeugten Links führen den geneigten User direkt zum Shop. Derzeit sind das iTunes und Amazon, aber eine Ausweitung auf andere Händler und für die unterschiedlichsten Produktgruppen ist geplant.

Analog zur Werbung, die durch Googles Video-ID auch gegen piratisiertes Material geschaltet werden kann, können diese Affiliate-Links übrigens auch neben Videos platziert werden, die sich etwa einen Song als Soundtrack für die eigene Playback-Version leihen. Wie bei der Werbung ist das ein Gewinn für alle Beteiligten. Rechteinhaber verdienen auch an piratisierten Videos, die Aktivitäten der User, die in den meisten Fällen Kids oder Fans sind, werden quasi legitimiert und zumindest geduldet.

Die Anzahl der Videos, auf denen diese Links zu finden sind, ist noch überschaubar und auch hier beschränkt sich Google zunächst auf die USA. Aber die Videos selbst zur Werbung für Produkte zu machen, die man dann auch gleich kaufen kann, und dadurch YouTube insgesamt in eine E-Commerce Plattform zu transformieren, ist natürlich genial.

Google steht dabei nach eigenen Angaben erst am Anfang ihrer Experimente, die sie bezüglich ihrer Akzeptanz und der Konversationsraten mit Argusaugen beobachten und iterativ verbessern werden. Doch ihre Geduld mit der Monetarisierung und der Fokus ihrer Strategie darauf, YouTube zuerst einmal als defacto-Standard für Bewegtbilder im Web zu etablieren, könnte sich bald als doch recht vernünftig herausgestellt haben.

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3 Kommentare

  1. Wor
    schrieb am 13. Oktober 2008 um 17:38 Uhr (#)

    YouTube wird meines erachtens in wenigen Jahren zu einem der profitablesten Standbeine von Google heranwachsen.
    Dann wird man drüber sprechen das der Kaufspreis “Peanuts” waren, da die Idee “Gold” wert ist und Google hat eben die technologie, Erfahrung, Wissen und Potential draus was ganz was grosses zu machen, die ersten Anfänge sieht man nun ja schon sehr gut….

  2. Daniel Niklaus
    schrieb am 13. Oktober 2008 um 19:29 Uhr (#)

    Für was der Long Tail doch alles herhalten muss. Erst wenn aktuelle Serien online sind, dampft das Geschäft ab. Zimtkorn frägt gerade, warum so viele auf das Märchen Long Tail hereinfallen und “niemand” die Behauptungen in Frage stellt.

    Aber um erste Erfahrungen zu sammeln und auf Du und Du mit der Filmbranche zu kommen, ist es ein gangbarer Weg.

  3. klaus-martin meyer
    schrieb am 2. November 2008 um 21:28 Uhr (#)

    ich war gerade bei google in dublin zu gast und die jungs dort waren alle extrem enthusiastisch was das thema youtube angeht. das unterstützt ganz sicher die theorie von Wor.

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