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Alice-DSL fängt fehlerhafte
URL-Eingabe ab
Wer Kunde des deutschen Internet-Providers Alice-DSL ist, wird nach dem Aufrufen einer nicht auflösbaren URL auf eine Seite mit Hinweisen zur Fehlerbehebung und einer Eingabemaske für die AOL-Suche umgeleitet. Wer also etwa in Firefox statt der gesamten URL nur ‘Wikipedia’ eingibt, kann auf dieser Seite landen.
Es gibt die Möglichkeit zum Opt-Out im Kundencenter von Alice. Das Problem bei dieser Option wird in einem Kommentar auf netzpolitik.org angesprochen:
Was mir allerdings auch sorgen macht, dass es überhaupt ein Opt-Out gibt. Damit muss theoretisch jede DNS-Abfrage erstmal gegen einen Eintrag in einer Datenbank mit meiner Kunden-ID geprüft werden. Wenn so eine Infrastruktur schon vorhanden ist, ist es bestimmt auch nicht mehr schwer, alle meine DNS-Abfrage auch gleich aufzuzeichnen.
Unschöne Angelegenheit. Solche Vorgänge könnten irgendwann als Grundlage dafür dienen, die allgemeine Netzneutralität ins Wanken zu bringen.
Die einzige Alternative, etwa auf OpenDNS umzustellen, dürfte den wenigsten Alice-DSL-Kunden überhaupt bekannt sein.
Alice-DSL scheint seit mindestens dem ersten Oktober so vorzugehen.
» netzpolitik.org: » Kein gut Glück mit Alice
» de.indymedia.org | AliceDSL betreibt catchall Nameserver
Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text. Viel Spaß bei der Lektüre!









Artikel per RSS
Dr. Azrael Tod
Alice/Hansenet/AOL ist mir eh sehr suspekt.. Hab mit Alice selbst auch schon lustige Aktionen erlebt
Von meinen AOL-Zeiten @Elternwohnung zu Modemzeiten fang ich lieber garnicht erst an.
Octavian
Bei KabelDeutschland bekomme ich seit einiger Zeit bei gleicher Aktion eine ähnliche Suchseite.
Habe aber noch nicht nachgeschaut ob es dazu überhaupt einen Opt-Out gibt.
Stefan F
Das ist es sowieso nicht, unabhängig davon ob man den vom Provider gestellten DNS Server verwendet oder nicht – ja genau, das müsste man nämlich gar nicht ;) Auf jeden Fall ist es lächerlich sich Privacy Gedanken deswegen macht. Wer nicht über eine verschlüsselte Leitung (zB VPN – natürlich nicht das VPN mit dem man sich beim Provider einwählt) ins Netz geht ist dem Provider sowieso schutzlos ausgeliefert.
Man kann das auch so berichten: Alice bietet seinen Nutzern einen neuen, gut gemeinten aber doch unglücklicken Service an. Punkt.
Bernhard Massong
Selbiges auch bei Provider Chello-UPC
Hat es allerdings auch schon mal bei Verisign gegeben und wurde aufgrund von Protesten wieder eingestampft…
Info zu Sitefinder “Dienst”
Sergej Müller
Ist mir gleich in der ersten Oktoberwoche aufgefallen und nervt total. Ich will meine aufgeräumte Safari-Fehlerseite zurück.
Marcel Weiss
@Stefan F: Ja, das stimmt. Aber für dieses Vorgehen und das Opt-Out muss jedes Mal eine zusätzliche Datenbank-Abfrage gemacht werden.
Alex
Bin auch bei alice und mir ist das auch erst aufgefallen, allerdings hatte ich nicht weitergedacht. Danke fuer den Hinweis!
Stefan F
@Marcel: Das ist reine Spekulation über Implementierungsdetails. Klar, irgendwann ist irgendwo bestimmt eine Abfrage. Dies kann aber auch im Zuge der Einwahl geschehen. So oder so ist aber ohnehin eher unwichtig was im Hintergrund passiert (solange es keine spürbaren Auswirkungen auf die Performance gibt).
Das eigentlich Problem ist, dass bei der DNS Antwort nicht den Standards entsprochen wird. So ist es Applikationen nicht möglich auf fehlerhafte DNS Namen zu reagieren, da Alice jeden DNS Namen als gültig – eben mit ihrer eigenen IP – beantwortet (ist jetzt mal meine Mutmaßung ohne es überprüfen zu können). Zudem werden auch nicht-HTTP Applikationen diese IP für Verbindungsversuche verwenden.
Schnappi
OpenDNS benutzen und glücklich sein :)
Johannes
das gleiche gibt es hier in österreich bei chello. es hat wohl ein provider damit angefangen und jetzt springen alle auf den zug auf…
Marcel Weiss
@Stefan F: Stimmt, es ist nicht standardkonform.
@Johannes: Das ist alles eigentlich schon fast ein alter Hut. In den USA haben das ISPs schon vor geraumer Zeit mal gemacht. Weiß nicht, ob die das dann wieder gelassen haben. Der nächste Schritt war übrigens dort, dass ISPs ohne die Sitebetreiber oder Surfer darüber zu informieren, einfach auf angesurften Sites eigene Werbung einblendeten. Nach entsetzten Aufrufen wurde das dann wieder fallengelassen, wenn ich mich recht entsinne.
CashBlog
Durchaus bedenklich, wenn auch vielleicht gut gemeint von Alice. Es muss ja nicht immer ein böser Gedanke dahinter stecken, nur sollte man handeln, wenn jemand die Probleme bekannt macht oder diese bekannt werden. Leider tun dies die wenigsten Unternehmen.
Internet Prowodnik
tja, Alice will mit der Suchoption einfach mehr Geld verdienen. Vielleicht können die dadurch den Service verbessern ;)