Darknets auf dem Vormarsch:
Warner lässt Dateien auf
Wuala löschen

Warner Bros. lässt illegal auf Wuala getauschte Dateien löschen. Größte Wuala-Gruppe von Administrator freiwillig gelöscht. Darknets weiterhin auf dem Vormarsch.

Mit dem aus der Schweiz kommenden Wuala, das sich im August für die Öffentlichkeit öffnete, kann man Dateien in der Cloud ablegen, bearbeiten und auch wieder lokal abspeichern.

Die Dateien werden dabei aufgeteilt und verschlüsselt auf den Festplatten der Wuala-Nutzer verteilt gespeichert. Jeder Nutzer kann das nun privat nutzen. Man kann aber auch Gruppen anlegen und diese öffentlich machen oder nur bestimmten Leuten Zugang gewähren.

Wie Netzwelt berichtet(via P2P-Blog), wurde Wuala nun von Warner Bros. kontaktiert, weil die mit 3000 Mitgliedern größte dieser Gruppen – die Gulli Usergroup – mehrere Filmtitel auf diesem Weg untereinander tauschte. Mitarbeiter von Warner hatten sich dieser Gruppe angeschlossen, um so Verstösse dokumentieren zu können. Um rechtlichen Schritten gegen Mitglieder der Gruppe zuvor zu kommen, hat der Administrator der Gruppe die ‘Gulli Usergroup’ daraufhin gelöscht .

Darknets als das schwieriger zu kontrollierende Filesharing

Bei privaten Gruppen entscheidet der Besitzer der Gruppe, wer Zugang erhält. Was Wuala im Grunde damit anbietet, ist das einfache Erstellen von Darknets zum effizienten P2P-Austausch von Dateien. Woraus die Dateien bestehen, gemeinsam bearbeitete Dokumente oder urheberrechtlich geschütztes Material, ist der Technologie selbst dann herzlich egal.

Eben so, wie es die Straße nicht interessiert, ob man sich auf ihr an die Straßenverkehrsordnung hält oder nicht.

Wikipedia über Darknets :

Ein Darknet ist ein privates Peer-to-Peer-Netz, in dem sich die Nutzer nur mit den Menschen verbinden, denen sie vertrauen. Solche Netze sind normalerweise klein, oft mit weniger als zehn Teilnehmern pro Netz. Allgemein kann ein Darknet eine beliebige geschlossene Gruppe von kommunizierenden Leuten sein.

Da bei öffentlichem P2P-Filesharing das Mitschneiden der IP-Adressen für Rechteinhaber relativ einfach ist, nimmt die Bedeutung an mehr Schutz bietenden Darknets immer weiter zu.

Für BitTorrent , dem effizientesten und mittlerweile global weitverbreitesten Filesharing-Protokoll, gibt es mittlerweile unzählige private Tracker. Sites, auf welche man nur mittels Einladung kommt.

Diese müssen dabei nicht klein sein. Der Musik-Tracker OiNK hatte seinerzeit Zehntausende Mitglieder. Die Effizienz solcher privaten BitTorrent-Tracker scheint die Industrie zu erschüttern. Letztes Jahr wurde OiNK in einer beispiellos überzogenen Polizei-Aktion geschlossen und der Administrator verhaftet (und kurze Zeit später wieder auf freien Fuss gesetzt). Mit falschen Angaben der Musikindustrievereinigungen und absurden Presseberichten versuchte man Herr der Filesharing-Lage zu werden. Auf OiNK wurden immerhin oft Alben vor dem Veröffentlichungsdatum von Industrieinsidern online gestellt, von wo aus sie ihren Weg in den Rest des Netzes fanden.

Viel genützt hat es der Musikindustrie nicht. Die juristischen Verfahren sind über ein Jahr später immer noch nicht abgeschlossen. Während nur wenige Wochen nach dem Niedergang von OiNK diverse Nachfolger-Sites entstanden, die schnell Zulauf bekamen und rasch gemeinsam und mittlerweile oft auch einzeln größer sind als ihr Vorbild. Eine der größten von ihnen, what.cd, hat aktuell über 60.000 Mitglieder. Und wahrscheinlich gibt es nochmal ebenso viele Surfer, die verzweifelt einen Weg suchen, dieser Filesharing-Community beizutreten.

Letztlich bleibt illegales Filesharing ein ‘Katz und Maus’-Spiel, das die Rechteverwerter-Industrie nur verlieren kann. Vorausgesetzt unsere Gesellschaft macht in diesem Kampf nicht das Internet selbst zum Opferlamm .

Mehr lesen

Linkwertig: SOPA, Bittorrent, Pinterest, Dronen

10.1.2012, 0 KommentareLinkwertig:
SOPA, Bittorrent, Pinterest, Dronen

Bittorrent möchte mit Share Dropbox Konkurrenz machen, Etsy integriert Pinterest und mehr.

Linkwertig: Facebook, BitTorrent,  Deadpool, Exciting Future

4.1.2011, 0 KommentareLinkwertig:
Facebook, BitTorrent, Deadpool, Exciting Future

Facebook bekommt weitere 500 Millionen Dollar, Nachrufe auf 2010 von uns gegangene Startups, die Flattr-Charts für Dezember und mehr.

Linkwertig: BitTorrent, WebP, goo.gl, bit.ly

4.10.2010, 0 KommentareLinkwertig:
BitTorrent, WebP, goo.gl, bit.ly

BitTorrent für das iPhone, URL-Verkleinerer von Google, Echtzeit-API für Trends von bit.ly und mehr.

Urheberrecht: Es gibt kein \'geistiges Eigentum\'

4.11.2009, 39 KommentareUrheberrecht:
Es gibt kein 'geistiges Eigentum'

Entgegen der verbreiteten Annahme handelt es sich bei Urheberrecht nicht um mit Privateigentum vergleichbares 'geistiges Eigentum' sondern um ein Monopolrecht auf Verwertung der geschützten Werke.

Opera Unite: Jeder Rechner ein Server

16.6.2009, 6 KommentareOpera Unite:
Jeder Rechner ein Server

Mit Opera Unite kann man den eigenen Browser zum Webserver machen.

Tauschbörsen & Co.: Zeit, Tacheles zu reden

11.6.2009, 22 KommentareTauschbörsen & Co.:
Zeit, Tacheles zu reden

Immer wieder tauchen Studien auf, die belegen wollen, warum Filesharing und illegale Downloads sich doch nicht negativ auf die Medienbranche auswirken. Märchen oder Wahrheit?

Das Auge surft mit: Das Ende hässlicher Apps

5.12.2011, 6 KommentareDas Auge surft mit:
Das Ende hässlicher Apps

Eine Reihe neuer mobiler Dienste begeistert Anwender mit viel Liebe zum Detail und einem ausgeprägten Design-Fokus. Die Messlatte für das äußere Erscheinungsbild mobiler Apps liegt damit immer höher.

So viele Onlinedienste, so wenig Zeit: 8 Apps, die mich gerade beschäftigen

23.11.2011, 5 KommentareSo viele Onlinedienste, so wenig Zeit:
8 Apps, die mich gerade beschäftigen

Einer schier unendlichen Zahl an Onlinediensten und Apps steht ein unveränderliches Zeitbudget der Nutzer gegenüber. Acht Anwendungen ist es trotzdem gelungen, in letzter Zeit die Aufmerksamkeit des Autors auf sich zu lenken.

Oink: Die etwas andere Bewertungsplattform

7.11.2011, 8 KommentareOink:
Die etwas andere Bewertungsplattform

Digg-Gründer Kevin Rose hat mit Oink eine iPhone-App veröffentlicht, bei der man nicht Orte, Restaurants oder Bars bewertet, sondern die dort erhältlichen Dinge, Gerichte und Getränke.

Gidsy: Marktplatz für Aktivitäten

3.11.2011, 3 KommentareGidsy:
Marktplatz für Aktivitäten

Das Berliner Startup Gidsy ermöglicht es Privatpersonen, Aktivitäten, Unternehmungen und Kurse für Interessierte anzubieten und damit Geld zu verdienen. In der kommenden Woche wird der Dienst auch in New York lanciert.

AeroFS: Cloud ohne externe Server

17.8.2011, 18 KommentareAeroFS:
Cloud ohne externe Server

Der neue US-Dienst AeroFS erlaubt die Freigabe von lokalen Ordnern für andere Personen. Im Gegensatz zu Dropbox & Co ist dafür kein externer Server notwendig.

Opera Unite: Jeder Rechner ein Server

16.6.2009, 6 KommentareOpera Unite:
Jeder Rechner ein Server

Mit Opera Unite kann man den eigenen Browser zum Webserver machen.

Alleinstellungsmerkmal verschwindet: Wuala schafft den Speichertausch ab

5.10.2011, 7 KommentareAlleinstellungsmerkmal verschwindet:
Wuala schafft den Speichertausch ab

Wuala beerdigt sein einstiges Alleinstellungsmerkmal: Nutzer können zukünftig nicht mehr Platz auf der Festplatte gegen Onlinespeicher eintauschen.

Viel Aufmerksamkeit für US-Startup: Bitcasa macht verschlüsselten Onlinespeicher sexy

26.9.2011, 2 KommentareViel Aufmerksamkeit für US-Startup:
Bitcasa macht verschlüsselten Onlinespeicher sexy

Mit seinem Versprechen von unbegrenztem Cloudspeicher sowie einem intelligenten Verschlüsselungssystem sorgt das US-Startup Bitcasa für Aufsehen. Was der noch nicht öffentlich zugängliche Dienst anbieten will, erinnert in Teilen an Wuala.

SharedSafe: Dateiabgleich und Filesharing via IMAP

2.8.2011, 2 KommentareSharedSafe:
Dateiabgleich und Filesharing via IMAP

Das Freisinger Startup rootloft hat mit SharedSafe eine Windows-Anwendung entwickelt, die über IMAP ein verschlüsseltes Dateisystem auf dem eigenen E-Mail-Speicher anlegt. Dateien können dann über mehrere Rechner synchronisiert und mit anderen Usern geteilt werden.

2 Kommentare

  1. ben_
    schrieb am 10. Oktober 2008 um 23:54 Uhr (#)

    Steile These, die Du da im letzten Satz andeutest, dass durch Darknets die Kulturflatrate gefördert würde, die wieder das Ende für die Netzneutralität bedeuten würde. Der Schluß basiert mir auf etwas zu freien Prämissen.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 11. Oktober 2008 um 17:30 Uhr (#)

    Ich hätte den letzten Link vielleicht noch erklären müssen, stimmt. Darknets sind eine ziemlich mächtige Waffe der Filesharer im Copyright-Krieg. Die Kulturflatrate ist ein (vermeintlicher) Lösungsansatz für eben diesen. Und sie ist eine von vielen Bedrohungen für die Netzneutralität. Tatsächlich kann es für die Rechteinhaber, so wie sie es sich jetzt in der Mehrheit vorstellen, nur eine zufriedenstellende Lösung des “Problems” (das eigentlich ein Fakt ist) geben, wenn die Netzneutralität aufgehoben wird. Darknets in der Gesamtheit kannst du effizient nur direkt am ISP bekämpfen.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.