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Experten über die Zukunft
des Internets

Marcel Weiss, 6. Oktober 2008 11:19 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Auf der OMD wurde eine Expertenbefragung zur Zukunft des Internets vorgestellt, welche im Auftrag der AGOF, IVW und der Infonline durchgeführt wurde.

Interessant sind solche Studien allemal, allerdings sind Fragestellungen, wie etwa das Internet in 10 Jahren aussehen wird, kaum für mehr geeignet als ein Stochern im Nebel. Selbst allgemeine Annahmen für die Entwicklung des sich schnell verändernden Netzes in den nächsten zwei Jahren sind äußerst schwierig, geschweige denn zehn Jahre.

Zusätzlich wurde die zunehmende Bedrohung der Netzneutralität, so weit ich das sehe, nicht angesprochen bzw. als nicht entscheidend vorausgesetzt.

Mit zunehmender ökonomischer Bedeutung des Netzes, wird die Netzneutralität allerdings ebenfalls zunehmend von Lobbykreisen unter Beschuss kommen. Das ist zum Teil bereits jetzt der Fall. Sollte die Netzneutralität in der Zukunft tatsächlich fallen, haben wir schlagartig ein in jeder Hinsicht völlig anderes Netz. Ein Umstand, der sich auch massiv auf die in der Studie diskutierten Monetarisierungsmodelle auswirken würde. Darüber sollten die ‘Experten’ einmal nachdenken.

Anmerkung: Uns liegt nur die Präsentation der Studie vor, in der natürlich nicht alles erfasst sein kann.

» Studienpräsentation als PDF (via Hugo E. Martin)

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7 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Nico

    schrieb am 6. Oktober 2008 um 12:55 Uhr (#)

    Schon etwas erstaunlich, dass diese spontanen Reaktionen eigentlich nur Entwicklungen erwähnen, die bereits in vollem Gange sind. Dass das Internet mobil wird, sich die Applikationen in die Cloud bewegen und immer mehr Alltagsgegenstände vernetzt werden, ist schon jetzt nicht mehr neu - geschweige denn in 10 Jahren.

  2. Marcel Weiss

    schrieb am 6. Oktober 2008 um 14:41 Uhr (#)

    Ja, die Studie bzw. Befragung ist zu weiten Teilen schon erstaunlich oberflächlich und fast schon rückständig.

  3. Holger

    schrieb am 6. Oktober 2008 um 18:53 Uhr (#)

    Zumindest ist meiner Meinung nach absehbar, dass Online-Medien (bspw. Magazine und Nachrichtenportale) und Online-Marketing in den kommenden Jahren mehr und mehr genutzt werden. Printmediale Information wird dabei wohl ebenfalls Bestand haben, jedoch immer mehr in Zusammenhang mit dem Web. Eine Prognose auf 10 Jahre ist dabei wohl unmöglich, allein schon deshalb, weil niemand heute auch nur annähernd die technische Entwicklung absehen kann. Global-Leader wie Intel oder Nvidia geben heute ja bereits Ausblicke in die Technik von Morgen und diese wird sich in vielen Bereichen in den kommenden 10 jahren doch stark vom heutigen unterscheiden.

  4. Daniel Niklaus

    schrieb am 7. Oktober 2008 um 00:54 Uhr (#)

    Oberflächlich?
    Werft einmal einen Blick 10 Jahre zurück und überlegt, was in dieser Zeit passiert ist. Das Internet wurde etwas schneller, es wurde etwas billiger, es hat (viel) mehr Leute und es verbreitet sich in verschiedenen Endgeräten. Wenig spektakuläres.

    Die Bedeutung dieses Wandels ist hingegen erheblich.
    Wenn ihr die Studie betrachtet, hört sich das alles sehr banal an. Die Auswirkungen werden aber dramatisch sein. Wenn das steigende Online-Werbevolumen zu Einbussen an anderen Orten führt, verschieben sich die Machtverhältnisse noch weiter zugunsten Online. Eine Generation von MSN’ler und WOW-Spielern wird zu Veränderung in der Zusammenarbeit und im Kaufverhalten führen. Wenn TV und Internet verschmelzen. Wird sich nicht nur das Nutzungsverhalten ändern, sondern die gesamte Wertschöpfungskette auf den Kopf stellen. Vom Produzenten über den Vertrieb bis zum TV-Sender.

    Dazu hat eine solche Studie einen weiteren Wert. Es zeigt, in welche Richtung die „Experten“ in den nächsten drei Jahren gehen werden. Auf deren Urteil werden Investionsentscheidungen gefällt. Auswirkungen die oft erst 10 Jahre später zum tragen kommen.

  5. Roy

    schrieb am 7. Oktober 2008 um 15:41 Uhr (#)

    Empfinde ich ebenfalls als sehr oberflächlich. Es wird überhaupt nicht auf technologische Fortschritte eingegangen, aber Web 2.0 hat auch keiner gecheckt, bis es inzwischen wieder fast vorbei ist.

    Letztlich sind es die Technologien, die das Web treiben, denn diese führen überhaupt erst dazu, dass neue Anwenungen wie auch Anwendungsgebiete entstehen.

    Auch wenn ich selbst jetzt sehr lastig hinsichtlich Ki bin, so möchte ich trotzdem einmal ganz objektiv versuchen darauf hinweisen, dass dieses Feld weder erwähnt wurde noch einer dieser “Experten” eine Vision erkennen lässt, die diesen Bereich von Technologien überhaupt nur streifen. Die kommenden Technologien werden die nächsten 10 Jahre bestimmen, da interessiert Medienkonvergenz meiner Meinung nach wenig!

  6. Marcel Weiss

    schrieb am 7. Oktober 2008 um 16:31 Uhr (#)

    @Daniel Niklaus: Wie Nico schreibt, alles was in der Studie dem Internet in 10 Jahren vorausgesagt wird, findet bereits jetzt statt. Vieles davon dürfte bereits in 5 Jahren Alltag sein.

  7. Daniel Niklaus

    schrieb am 7. Oktober 2008 um 16:56 Uhr (#)

    Alles was wir heute haben, hatten wir 1997 schon. Weder Blogs, Video on Demand, Social noch sonst was ist neu.

    Nehmen wir AJAX.
    Als dieser Begriff 2005 aufkam, hatten wir bei uns nur ein “müdes Lächeln” dafür. Im Intranet schoben wir längst Fenster hin und her und mit XMLHttpRequest verbanden wir für die WM in Frankreich (wenn ich mich richtig entsinne) einen MSN-Dienst mit dem IE5.

    Die Technologie ist für uns “Geeks” immer viel früher da. Wir sind ja auch die Innovatoren und Early Adapters. Darum findet hier auch keiner die Studie speziell. Warum ist sie aber dennoch relevant? Weil diese “Experten” Projekte vorgeben und aufgleisen. Erst dann kommen die Projekte bei der Masse an und entfalten ihre gesamte “Wucht”.

    1996 streamte ich die EM Live per Audio mit Live-Chat Funktion. Damals nahmen das nur ein paar Freaks wahr. Jetzt sind Audio und Videos über Internet Relevant. Denn die breite Masse hat verstanden. Auch wenn die Technologie “Ur-Alt” ist.


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