Wochenrückblick Nr. 38
Christian Kracht findet Zeitungen “Mist”, nicht nur John McCain kennt den spanischen Premierminister nicht, und Sonntagszeitungsleser mögen Hintergründe mehr als Stil – der Wochenrückblick:
Das kategorischste Zitat kam in dieser Woche von Christian Kracht, der sich “einen moralischen und sozialistischen Schriftsteller” nannte und sagte: “Für den Journalismus – ich schrieb früher für den ‘Spiegel’, die FAZ, machte selbst ein Magazin – scheint die Zeit bereits abgelaufen zu sein, so fühlt sich das für mich zumindest im Moment an. Ich lese auch kaum noch Zeitungen: alles oberflächlicher Mist.”(mki.) machte sich auf tagesanzeiger.ch etwas darüber lustig, dass der amerikanische Präsidentschaftskandidat John McCain “keine Ahnung” hat, “wer der spanische Premier José Luis Rodríguez Zapatero ist“. Einige Kommentatoren schlossen sich der Empörung an, andere antworteten ihnen. “Ich versteh gar nicht, wieso sich alle aufregen. Fragt mal hier auf der Strasse, wer Zapatero kennt. Ich glaube das Resultat wäre nicht anders als in den USA…”
Die Leser der NZZ am Sonntag entschieden, dass ihnen die Bünde “Gesellschaft” und “Stil” nicht so zusagen. Die von persoenlich.com zusammengefasste Studie brachte wenig überraschendes: “Am wichtigsten ist ihnen bei der Lektüre einer Sonntagszeitung — ohne direkte Bezugnahme auf die “NZZ am Sonntag” — die Darstellung von Hintergründen.”
Die Gratiszeitung 20 Minuten titelte auf ihrem Online-Portal: “Tod der Zeitung rückt immer näher” und im Ressort “News » Wirtschaft” veröffentlichte SonntagsBlick-Redaktor Werner Vontobel einen längeren politischen Essay. Die Page Impression sollte neu definiert werden, die Frankfurter Allgemeine titelte mit einem Pirat, Barbara Lüthi gewann den “CNN Journalist Award” in der Kategorie TV und achgut.com veröffentlichte ein Mail der taz.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.



















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