iPhone und der Podcaster:
Apple zeigt, wie man eine Plattform nicht leitet

Apple verbannt die Applikation Podcaster von der iPhone-Plattform. Langfristig als Verhalten ein Schuss ins iPhone-Knie.

Die Nachricht ging die letzten Tage durch diverse Blogs und Nachrichtendienste: Apple hat die Applikation Podcaster aus dem AppStore verbannt. Mit Podcaster können Podcasts direkt auf das iPhone oder den iPod Touch geladen werden, ohne den Umweg über iTunes gehen zu müssen.

Apples Begründung für die Sperrung: Podcaster dupliziert die Funktionalität der Podcast-Sektion von iTunes. Mehr zum Vorgang, zur Vorgeschichte mit anderen App-Sperrungen und zu einigen Reaktionen von Entwicklern auf dem fscklog.

Ein paar Anmerkungen:

  1. Apple war schon immer ein Unternehmen mit einem ausgeprägten Kontrollzwang. Weit schlimmer als Microsoft oder andere vergleichbare Unternehmen. Selbst die Plattform für das iPhone wurde eher widerwillig geöffnet. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man die immensen Chancen einer offenen iPhone-Plattform bedenkt.
  2. Was habt Ihr denn erwartet? Die Plattform für das iPhone ist bei aller Offenheit so geschlossen wie nur irgend möglich. Die iPhone-Plattform hat überall ‘proprietär’ stehen. Apps nur über den AppStore. Apple muss den Applikationen erst zustimmen. Woanders, auf dem Desktop etwa, undenkbar. Das iPhone ist Apples Spielplatz, mit Apples Regeln. Dass Apple von seiner Entscheidungsgewalt Gebrauch macht, war zu erwarten. Sinnlose Applikationen wurden bereits gesperrt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es eine wirklich nützliche Applikation erwischt.
  3. Entwickler werden, entgegen der aktuell gemachten Aussagen, weiter für das iPhone entwickeln. Wie Arrington auf Techcrunch richtig anführt: Weil schlicht zwölf Millionen iPhones bereits im Umlauf sind und jede Woche weitere 800.000 verkauft werden. Und weil das iPhone aktuell die deutlich leistungsfähigste technische Plattform im Smartphone-Markt ist.
  4. Aber für wie lange noch?

Hier ist der Knackpunkt: Wenn Apple so weiter macht, sind die Tage für die iPhone-Plattform zwar immer noch reichlich, aber doch gezählt. Wenn Apple Applikationen ablehnt, nachdem sie teuer entwickelt wurden, weil sie mit eigenen Apple-Produkten konkurrieren, geht das Vertrauen in die iPhone-Plattform stückweise bei den Entwicklern verloren. Wenn das Risiko steigt, von der Plattform zu fliegen, ohne zu wissen warum oder ohne es vorher abschätzen zu können, steigen damit auch die einzuplanenden Entwicklungskosten.

Das geht mehr oder weniger gut, solang man der einzige ernstzunehmende Anbieter einer solchen Art von Plattform ist.

Android.

Nicht heute und auch nicht morgen wird Googles Mobile-Plattform Android dem iPhone oder Symbian oder Windows Mobile gefährlich werden. Aber in ein, zwei Jahren wird diese Plattform, mit der mächtigen Unterstützung von Google und als OpenSource so offen wie möglich, ein Majorplayer im Mobile-Sektor sein.

Wenn iPhones Plattform überall ‘proprietär’ stehen hat, dann steht bei Android überall ‘offen’. Und damit ‘entwicklerfreundlich’. Man kann sich über Ballmers DevelopersDevelopersDevelopers lustig machen, aber selbst Microsoft hat ein was immer verstanden: Es sind die Entwickler, die eine Plattform erst zu einem Ökosystem machen.

Als ich im Juni über Zentren und Satelliten als neue Form der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen im Netz schrieb, bin ich (noch) nicht auf implizite Verhaltensregeln eingegangen, die für eine erfolgreiche Zusammenarbeit notwendig sind. Das Zentrum ist hier das iPhone und sein Anbieter Apple, die Satelliten sind die Applikationen-Hersteller. Wenn diese auf dem und für das Zentrum Dienste entwickeln, machen sie sich ökonomisch davon abhängig (Sofern sie damit Geld verdienen wollen). Damit sie sich auf diese Abhängigkeit einlassen, müssen sie Vertrauen gegenüber dem Zentrum haben. Dieses Vertrauen kann Apple mit seinem Verhalten gegenüber Applikationen wie Podcaster verspielen. Man muss nur so weitermachen.

(Comic: Geek and Poke)

Denn wie geht es weiter? Wird Googles neuer Browser Chrome zum Beispiel nie das Licht der Welt als iPhone-App sehen, weil er mit Safari konkurriert? Wird in jeder Kategorie, in der es etwas von Apple gibt, nicht die beste Applikation am Markt sich durchsetzen, sondern die Applikation von Apple, weil sie schlicht die einzige ist? Ist das ein sicherer Weg, maximalen Nutzen für Kunden zu stiften?

Noch hat Apple den Vorteil einer nahezu perfekten Symbiose von Softwareplattform und Hardware und die Zeichen stehen für das iPhone noch gut. Wenn Apple hier aber seine eigen Haltung nicht überdenkt und nicht in der Lage ist, einen echten Markt auf dem iPhone zuzulassen, ist die Zukunft des iPhones in zwei Jahren Geschichte. Denn dann heißt es “All hail the Android”. Offene Plattformen, Märkte, haben noch immer gewonnen. Das gilt im Zeitalter des Internets mehr denn je. Eine mobile Plattform wird ‘lediglich’ ein verlängerter Arm des Internets sein. Letztlich bedeutet das, dass der Mobile-Sektor nach den Gesetzen des Internets neu gemischt werden wird.

Leider (für Apple) scheint die Lösung nicht kompatibel mit der Apple-DNA: Man müsste den Applikation-Anbietern lediglich so viel Freiraum wie möglich geben, auch wenn das heißt, mit ihnen auf App-Höhe konkurrieren zu müssen.

Google ist so erfolgreich, weil sie genau das verstanden haben. Zuletzt hat Google das erst mit Google Chrome bewiesen. Und Google wird es auch mit Android beweisen.

 

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15 Kommentare

  1. Ergänzen ließe sich hier noch, dass Apple auch mit seinen Partnern nicht so verfährt, dass echte, langfristige Kooperationen entstehen können. Das zeigt das Beispiel T-Mobile. Der Netzbetreiber wurde gezwungen, das iPhone mit 300 Euro pro Gerät zu subventionieren, damit wird die fatale Zuschuss-Strategie fortgesetzt und T-Mobile ist gezwungen, die Tarifgebühren hoch zu halten. Apple ist nicht an Paratnerschaften interessiert, sondern will dominieren – T-Mobile wird daher m.E. nicht langfristig an der Kooperation festhalten.

  2. Stimme zu, dass die Ablehnung des Programms ein Armutszeugnis für die Führung der Plattform ist. Generell glaube ich allerdings nicht, dass das auch nur 95% der iPhone-Nutzer stört (oder das sie es wissen).
    Die meisten Menschen haben keine Lust sich was selber zu backen, sie wollen ein Gerät das in einem engen Rahmen funktioniert. Wenn das der Fall ist, dann ist gut.
    Wie offen die android-plattform für jeden Developer ist, kann ich nicht beurteilen, ein sofortiger Nutzen ist damit aber für den Konsumenten nicht gegeben.

    Als Developer verstehe ich Apple überhapt nicht. Sie haben das bei der Einführung von OS X sehr gut gemacht und eine gute Infrastruktur für Programme und Entwicklung geschaffen.

    800 000 verkaufte iPhones/Woche? Wo ist denn die Zahl her?
    Google macht nur Gewinn mit seinem hoch geschützten und ultrageheimen Suchalgorithmen. Es wäre total bescheuert von denen diese Geheimnisse rauszurücken. Mit Open Source und all den Beta-Projekten wird kein Geld verdient. Das bitte immer bedenken.

  3. Mag sein dass Apple momentan die Strategie fährt, durch Geschlossenheit den maximalen Profit zu generieren. Aber dass sie da auch immer eine Kehrtwende vollziehen können, wenn es der Markt verlangt, haben sie schon des öfteren bewiesen. Momentan mehren sich ja z.B. auch die Zeichen dass das iPhone simlockfrei werden könnte. Oder nehmen wir OS X. Eine wunderbar offene Plattform. Hat Apple da irgendwie zu verhindern versucht, dass über fink jegliche Linux-Programme installiert werden können?
    Davon abgesehen wollen die Nutzer bei einem mobilen Gerät an allererster Stelle einfache Bedienbarkeit und das “it just works” Gefühl. Und da ist Apple um Lichtjahre voraus, und das liegt zu einem guten Teil auch an der geschlossenen Plattform. Oder warum ist eine derartig gelungene Benutzerführung auf Symbian oder Winmob undenkbar? Eben, weil es EINE Instanz gibt, die sagt wo es langgeht.

  4. Die Diskusion ist paradox, wem die Tatsache stört das Apple Programme sperren kann, sollte einfach die Plattform wechseln anstatt an der Sugestion einer offenen Plattform rumzumosern.

    Android Handys werden eine bessere (vor allem offenere) Schnittstelle zu Windows und Linux bekommen als das iPhone sie momentan hat, allein schon darum sollte sich Apple dicker anziehen.

  5. @Thomas: Klar hat Diktatur seine Vorteile (siehe China, da werden Projekte durchgezogen, die in einer Demokratie gar nicht akzeptiert würden).

    Aber eine Diktatur ist nicht akzeptabel, koste es was es wolle.

  6. Sehr schöner Beitrag der einige wichtige Punkte zur Sprache bringt. Bin selber iPod Touch Besitzer und eigentlich recht begeistert von dem Gerät.

    Den App-Store finde ich prinzipiell recht gut. Auch wenn ich doch etwas enttäuscht bin, dass deutlich weniger brauchbare und nützliche Programme vorhanden sind als ich erst erhofft hatte. Die besten haben eher Funktionen die man sich eigentlich standardmäßig wünschen würde (z.B. einen Finder zum Datenmanagment).

    Wenn jetzt auch och wirklich nützliche und gute Applikationen gestrichen werden, dann sehe ich das als einen echten Nachteil an.

  7. einige Anmerkungen:

    Wird Googles neuer Browser Chrome zum Beispiel nie das Licht der Welt als iPhone-App sehen, weil er mit Safari konkurriert? Wird in jeder Kategorie, in der es etwas von Apple gibt, nicht die beste Applikation am Markt sich durchsetzen, sondern die Applikation von Apple, weil sie schlicht die einzige ist?

    auf absehbare Zeit wird es sicherlich keinen andern browser auf dem iPhone geben, als Safari. Weil Apple erkannt hat, das maximale Offenheit eben nicht der einzige Königsweg ist. – Apple´s Weg, eine möglichst perfekte “user experience” zu vermitteln funktioniert ja auch von mal zu mal besser.

    - Warum kaufen denn jetzt soviele Menschen Mac? Doch nicht weil die alle nen iPod haben, ganz nett finden, und jetzt auch den passenden Rechner haben wollen.
    Sondern weil “it just works”, und das nicht zuletzt weil Apple zwar ein opensource-OS als Grundlage nimmt, und ganz stinknormale hardware, aber nur eine sehr geringe variation an hardware, und das OS so gut angepasst, aufpoliert & ergänzt hat mit nützlichen und leicht zu nutzenden Programmen (iLife etc).
    Ich glaube nicht dass android dem iPhone wirklich wird wehtun können, einfach weil genug user sich nun wirklich nicht scheren ob des einen oder andern Programmes, das abgelehnt wird.
    Ich hoffe sehr das android mehr Erfolg bei dein Mobilgeräten hat als Linux bei den PCs, aber so wirklich seh ich das noch nicht. – Seit 10 Jahren wird der rasante Vorrmarsch von Linux auf dem Desktop ohne Erfolg herbeigejubelt, aber solange Rechner mit Linux nicht signifikant guenstiger und/oder leichter zu administrieren sind, scheint das wohl nicht zu kommen.
    Douglas Adams wird der Spruch zugeschrieben “Mac might only have 5% of the market, but remember, we´re the top 5%.” – Apple und Steve werden sich wohl auch mit dem iPhone aus den Grabenkämpfen raushalten, wenn Sie 20% des Marktes bekommen können, dann reicht das locker. – Aus eben diesem Grund wird es wohl auch kein Netbook von Apple geben, weil es einfach zu guenstig ist (und demnach die Marge zu gering)

    so das wars erstmal :)

  8. @Marcus:
    800.000 iphones pro woche …

    die zahl kommt hierher
    http://macobserver.com/fo…r=asc&start=120

    “I think we’re on track for about 750-800K per week for the quarter. It may well be that demand is flattening a little, but we’ve got another 20 countries to bring forward if required. “

    dort werden IMEI Nummern “gesammelt”/”gezählt”, und ausgehend davon dass Apple wahrscheinlci konsekutive IMEI Nummernblöcke produziert & verkauft, projezieren sie dort die Verkaufszahlen.
    Bei 800.000/Woche schafft Apple in der zweiten Jahreshälfte rund 20.000.000 iPhones 3G. In der ersten Jahreshälfte waren es glaube ich 3 mln iPhone 1G.
    Im Juli/August diesen Jahres waren es wegen Anlaufschwierigkeiten sicherlich weniger als 800.000/pro Woche, aber ich gehe davon aus dass es auf Weihnachten hin eher mehr sein werden.

    Wenn Sie bei vorhergesagten 10mln iPhones tatsächlich 20mln in 2008 schaffen sollten, wäre das natürlich ein Knaller.

  9. @Uwe

    Stimme so gar nicht zu. Apple ist ein Wirtschaftunternehmen und will Gewinn maximieren (das wollen se, glaub ich, alle ;)
    In den USA (und ich glaub auch in DE) mit dem iPhone 1G hatten sie das berühmte revenue-sharing agreement, also keine subvention (deswegen 400 € pro iPhone), aber dafür montaliche Überweisungen der Netzbetreiber anteilsmässig an den Einnahmen pro Kunde. – Da aber dort das echte Geld liegt, wollten die Netzbetreiber dieses Abkommen beenden & Apple musste sich beugen; zumindest habe ich die Geschichte immer so verstanden.
    Apple macht hochwertige Geräte (naja, wie mans nimmt, cube ;) und das darf man ruhig auch sehen, bzw beim Einkauf spüren. – Denen ist es alles andere als Recht, dass man mit bestimmten Tarifen das iPhone für 0,-€ dazu bekommt.

  10. @ ryo

    Klar hat Diktatur seine Vorteile (siehe China, da werden Projekte durchgezogen, die in einer Demokratie gar nicht akzeptiert würden).
    Aber eine Diktatur ist nicht akzeptabel, koste es was es wolle.

    eijeijei, sind wir jetzt nicht gerade ein bisschen abgerutscht? –
    Apple verstösst nun nicht gerade gegen irgendwelche Menschenrechte, oder?
    Hey, es ist ein kapitalistisches Unternehmen, es guckt halt wie weit es gehen kann. (Vgl Plattenindustrie mit diversen Abmahnungen, Sony rootkit, Windows mit Monopolmissbrauch etc pp)
    - Keiner wird gezwungen es zu kaufen oder dafür zu entwickeln. – Wenn genug Leute ein anderes handy kaufen, wird Apple sich schon bewegen (müssen)…

  11. @mattes Sorry, aber ich hatte das genau andersrum verstanden: T-Mobile war mit dem ersten Deal wesentlich besser dran, aber dann hat Apple den Preis gesenkt und jetzt muss T-Mobile die 300 Euro Subvention über den Tarif wieder reinholen, die sie beim ersten Deal gleich bekommen hatten. Worauf es mir eigentlich ankommt: Mit solchen Deals werden wir nie ne wirklich günstige Handy-Datenflatrate von T-Mobile & Co. bekommen.

  12. Und es gibt Linux, Symbian, Windows mobile, JavaME, … als Softwareplattformen für die mehr als 1 Milliarden Handys. Die werden halt nur nicht gehypt.

    http://www.getjar.com/software/
    http://www.mobilerated.com/

  13. In Sachen “user experience” ist Mr Jobs schon immer paranoid gewesen; der Kill-Switch oder der App-Store sind nur neue Ausprägungen davon. Jede Medaille hat eben zwei Seiten, auch die von His Steveness.

    Und vergessen wir bitte nicht: Apple liefert im Gegenzug sehr ordentliche Produkte – denn nicht jeder hat Lust, Kernels zu patchen oder die Ladereihenfolge von Treibern zur Hauptspeichermaximierung experimentell zu optimieren. Manche wollen mit den Dingern einfach nur arbeiten…

  14. Das iPhone ist nicht offen genug für Entwickler. Weit gefehlt. Es stellt sich hier nicht die Frage der Offenheit, sondern die Frage nach der “Reguliert-Sein-Verträglichkeit” der Entwickler. Auch die kreativsten und besten Entwicklern mussten sich schon immer den Regeln Ihrer Bastelplattformen unterwerfen. Diese wurden mitunter aufgestellt von den technischen Beschränkungen oder Funktionsbedingungen.

    Apple reguliert. Die Fifa auch. Und trotzdem ist ein Fußball-WM-Finale nicht nur für die Zuschauer ein Erlebnis, sondern auch für die Spieler und die Entwickler ihres Spielsystems. Es besteht absolut keine Gefahr für Apple, sich die Zuneigung der Entwickler zu vergraulen meint auch Steve Crooker (Koordination AppStore Lizenzierung, San Francisco CA). Natürlich wird reguliert, auch bei Apple. Das ist doch Bestandteil einer guten Entwicklungsarbeit. “Zu wissen, wo man steht und wohin man gehen darf hilft den meisten Entwicklern mehr, als es den wahrhaftig kreativen Entwickler behindert daraus auszubrechen.”

    Die harmonische Restriktrierung auf Dur und Moll hat Mozart auch nicht daran gehindert die gültigtste Musik aller Zeiten zu schreiben.

    Es passieren auch bei Apple Fehler. Im Rahmen einer notwendigen Regulierung nachgerade verherende Fehlentscheidungen. Dennoch. Abseits-Tore stellen nicht den Fußball in Frage. Und, Apple hat es noch nie versäumt wirkliche Fehlentscheidungen, wie zum Beispiel den Auschluss der Microsoft Textverarbeitung, rechtzeitig zu korrigieren. Und zwar zum Apple Zeitpunkt. Wenn Funktion und Bedarf in einem für alle verständlichen Verhältnis zueinander stehen.

    Die Luft ist dünn “hoch oben” auf der kreativen Spitze. Und Apple hat das passende Sauerstoffgerät. Viele werden sich neidisch, und unter Feststellung aller Nachteile ebenso irgendwann auf diesen Gipfel begeben. Dann werden sie nach Luft schnappen und es Apple gezeigt haben wollen. Man könne hierher auch anders kommen. Wem (?) erzählen sie es dann eigentlich. Denn Apple ist bereits auf dem nächsten Gipfel mit neuen Sauerstoffgeräten. Und ein paar wenige werden in diesen Höhen froh sein, dass Apple ihnen ein paar Sauerstoffgeräte zurückgelassen hat.

    Das birgt eine gewisse Arroganz, wie sie nur den Besten zustände. Aber interessiert es Rolls Royce oder Ferrari, dass andere auch Autos bauen?

  15. Das iPhone ist nicht offen genug für Entwickler. Weit gefehlt. Es stellt sich hier nicht die Frage der Offenheit, sondern die Frage nach der “Reguliert-Sein-Verträglichkeit” der Entwickler. Auch die kreativsten und besten Entwicklern mussten sich schon immer den Regeln Ihrer Bastelplattformen unterwerfen. Diese wurden mitunter aufgestellt von den technischen Beschränkungen oder Funktionsbedingungen.

    Apple reguliert. Die Fifa auch. Und trotzdem ist ein Fußball-WM-Finale nicht nur für die Zuschauer ein Erlebnis, sondern auch für die Spieler und die Entwickler ihres Spielsystems. „Es besteht absolut keine Gefahr für Apple, sich die Zuneigung der Entwickler zu vergraulen“, meint auch Steve Crooker auf telefonische Nachfrage(Koordination AppStore Lizenzierung, San Francisco CA). Natürlich wird reguliert, auch bei Apple. Das ist doch Bestandteil einer guten Entwicklungsarbeit. “Zu wissen, wo man steht und wohin man gehen darf hilft den meisten Entwicklern mehr, als es den wahrhaftig kreativen Entwickler behindert daraus auszubrechen.”

    Die harmonische Restriktrierung auf Dur und Moll hat Mozart auch nicht daran gehindert die gültigtste Musik aller Zeiten zu schreiben.

    Es passieren auch bei Apple Fehler. Im Rahmen einer notwendigen Regulierung nachgerade verheerende Fehlentscheidungen. Dennoch. Abseits-Tore stellen nicht den Fußball in Frage. Und – Apple hat es noch nie versäumt wirkliche Fehlentscheidungen, wie zum Beispiel den Auschluss der Microsoft Textverarbeitung, rechtzeitig zu korrigieren. Und zwar zum Apple Zeitpunkt. Dann, wenn Funktion und Bedarf in einem für alle verständlichen Verhältnis zueinander stehen.

    Die Luft ist dünn “hoch oben” auf der kreativen Spitze. Und Apple hat das passende Sauerstoffgerät. Viele werden sich neidisch, und unter Feststellung aller Nachteile ebenso irgendwann auf diesen Gipfel begeben. Dann werden sie nach Luft schnappen und es Apple gezeigt haben wollen. Man könne hierher auch anders kommen. Wem (?) erzählen sie es dann eigentlich. Denn Apple ist bereits auf dem nächsten Gipfel mit neuen Sauerstoffgeräten. Und ein paar wenige werden in diesen Höhen froh sein, dass Apple ihnen ein paar Sauerstoffgeräte zurückgelassen hat. Das birgt eine gewisse Arroganz, wie sie nur den Besten zustände. Interessiert es eigentlich Ferrari, dass andere auch Autos bauen? Rolls Royce stellt beispielsweise lieber eigene Regeln zur Nappaleder-Bearbeitung auf. Der kritischen Nachfrage, was denn Nappa-Leder mit Autofahren zu tun hätte ergäbe ich mich zu gern – hinten in meinem „Royce“ selbstredend.

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