ARD wacht auf:
Vollständiges Putin-Interview online

Grosse Aufregung um gekürztes Interview: Die ARD hat nach einigem Drängen das Interview mit Wladimir Putin in voller Länge ins Internet gestellt. Von dem einstündigen Gespräch waren zunächst nur 9 Minuten gezeigt worden.

Das vollständige Interview mit Wladimir Putin, das heute morgen um 6.20 Uhr, dann also, wenn ungefähr niemand das Programm beachtet, im Programm des WDR ausgestrahlt wurde, ist nun endlich online. Da ich bei der ARD keine Möglichkeit gefunden habe, das Video auf der Website einzubinden, nur als Link:

Thomas Roth im Gespräch mit Wladimir Putin

Warum nicht gleich so? – fragt man sich. Hätte man von Anfang an darauf hingewiesen, dass zuerst eine gekürzte, aktuelle Fassung gezeigt wird und später dann, nach einer sauberen Bearbeitung, die vollständige im Internet, so wären nicht bisher 536 Kommentare im Blogbeitrag sowie unzählige Blogeinträge aufgelaufen, von denen einer dem anderen “Zensur, Zensur” nachschreit. Wieso man das wirklich spannende Gespräch nicht in voller Länge im Hauptabendprogramm sendet, leuchtet mir nicht ein. Da hat man einmal ein Gespräch mit dem russischen Ministerpräsident ohne Vorgaben – und man versteckt es im Internet (nach drei Tagen Rumgedruckse wichtiger Bearbeitung).

Fakt ist, dass das ungekürzte Gespräch auf krusenstern.ch bereits am 30. August auf deutsch und russisch verfügbar war, nebst längeren Aufnahmen eines russischen Fernsehsenders. Die mit Gebührenmillionen ausgestattete ARD schaffte das erst am 2. September. Eine vollständige Abschrift ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verfügbar (Update 12:10 Uhr: jetzt aber).

An Thomas Roth liegt das sicher nicht. Der hat ein interessantes Interview geführt. Und er bedankt sich herzlich bei allen nicht beleidigend auftretenden Blog-Kommentatoren und E-Mail-Schreibern für ihre Reaktion. Wer mehr wissen möchte von ihm: Am 4. September will er sich um 13 Uhr im Chat den Fragen zum Interview stellen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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5 Kommentare

  1. Diablo
    schrieb am 2. September 2008 um 14:07 Uhr (#)

    Da weiß man doch, wofür man GEZ zahlt. Vielleicht passte es grad nicht ins Konzept, dass er so über die Republikanische Partei hergezogen ist. Da wird Onkel Georg nachher noch böse mit unseren braven öffentlich rechtlichen Sendern.

    Nach einer Protestwelle die Zensur sein lassen … das macht es nicht besser. Gott sei dank informieren sich Leute von Heute nicht mehr in Fernsehen oder Zeitung allein.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Felix Disselhoff
    schrieb am 2. September 2008 um 14:50 Uhr (#)

    Was ist denn mit dem Sprecherton passiert. Hört sich ja an wie die Fox tönende Wochenschau

  3. otti
    schrieb am 2. September 2008 um 20:00 Uhr (#)

    Werte Damen und Herren der ARD,
    liebe Mitbürgerinnen und -bürger,

    helle Empörung geht um in unserem ansonsten recht tranigen Vaterland!
    War das ein ‘Interview’?
    War das Zensur?
    War das Gefälligkeitsjournalismus?
    Oder einfach Hofberichterstattung?

    Fragen über Fragen, die ausführlich von kompetenten Leuten hier diskutiert worden sind.
    Der Tenor der Einschätzungen kann für die öffentlich-rechtlichen Medien nur als total verheerend bezeichnet werden.

    Deshalb erübrigen sich weitere Ausführungen zum Fall Roth. Einige grundsätzliche Anmerkungen jedoch sind gleichwohl geboten.

    Wenn man demoskopischen Erhebungen glauben darf, so haben Politiker (ganz unten) neben Journalisten das schlechteste Standing bei der Bevölkerung. Das heißt, dass die Bevölkerung durchaus nicht grundsätzlich mit der Arbeit der Medien einverstanden ist und Ungereimtheiten selbstverständlich zu registrieren weiß.

    Die Medien sollten das Schweigen der Mehrheit nicht als Zustimmung missdeuten. Auch die Mehrheit ist des Denkens fähig.
    Die Mehrheit ist mit Politik und Medien schlicht und einfach unzufrieden!

    Politik und Medien fallen über einen Menschen her, den sie als “Florida-Rolf” gebrandmarkt haben, aber von weiteren ‘Liechenstein-Nikoläusen’ hört man nichts.
    Für Ersteren wurden sogar Gesetze geändert, bei Letzteren wird geschwiegen.

    Welch eine beschämende Doppelmoral!

    Heute, wie regelmäßig, wird wieder von Preisabsprachen von Firmen in der Zeitung berichtet, wieder wird der Bürger geschädigt.

    Wieder wird der Bürger getäuscht und betrogen.
    Das ist die bittere Wirklichkeit in unserem Land.

    Und nun soll der georgische Aggressor auch noch wirtschaflich unterstützt werden?
    Das ist pure Unmoral!

    Wir sind das Volk.

    Nicht Frau Merkel.
    Oder die Medien.

  4. Christine
    schrieb am 3. September 2008 um 11:20 Uhr (#)

    Tja, was nicht passt wird passend gemacht und das mit meinen Gebühren!

  5. Markise
    schrieb am 4. September 2008 um 11:51 Uhr (#)

    Echt komisch. Seid wann sind denn die deutschen Medien den russen so feindlich gesonnen? Werd mir das Video gleich mal reinziehen.. bin echt gespannt was dieser “KGB Mörder” mit der Lizenz zum Töten so von sich gibt!

    [Edit: Spam-Link entfernt. F.S.]

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