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Pandora vor dem Aus
Außerhalb der USA kann man das auf dem Music Genome Project basierende Webradio Pandora aus Lizenzgründen bereits seit über einem Jahr nicht mehr nutzen (Unser Schwesterblog Medienlese hat allerdings vor kurzem darüber geschrieben, wie leicht solche IP-Filter umgangen werden können).
Zumindest US-Bürger konnten sich noch (offiziell) an Pandora erfreuen. Am Wochenende allerdings ging nun ein Artikel in der Washington Post durch’s Netz, in dem Pandora-Gründer Tim Westergren unmissverständlich zum Ausdruck bringt , dass Pandora sich seinem Ende nähert, werde sich die aktuell geplante Lizenzgebührenerhöhung durchsetzen. Auch andere Webradios in den USA sind davon betroffen.
Aktuell verliert Pandora noch Geld, sollte aber 2009 den Break-Even-Point erreichen. Sollte SoundExchange, die Interessensvertretung für Musiker und Label in den USA in diesen Fragen, die Lizenzgebühren für Internetradios in den USA wie geplant bis 2010 drastisch erhöhen, würde dies das Ende von Pandora und vielen anderen Webradios in den USA bedeuten.
Pandora zahlt bereits Lizenzgebühren in Höhe von 17 Millionen Dollar pro Jahr. Das entspricht 70 Prozent des jährlichen Umsatzes von 25 Millionen Dollar (Zum Vergleich: über Satelliten ausgestrahltes Radio in den USA zahlt zwischen 6 und 7 Prozent der Einnahmen für Lizenzgebühren).
Für viele kleinere Webradios würden die neuen Lizenzgebühren zwischen 100 und 300 Prozent der jährlichen Einnahmen entsprechen.
Die Washington Post hat eine interessante Gegenüberstellung der verschiedenen abzuführenden Lizenzgebühren in den USA aufgestellt: Für Satellitenradios fallen 1,6 Cents pro Stunde pro Hörer an, wenn die neuen Raten bis 2010 angenommen werden. Für Webradios fallen dann dagegen 2,91 Cents pro Stunde pro Hörer an. Traditionelles Radio zahlt in den USA keine Lizenzen.
Unabhängig von der Tatsache, dass man Westergren Lobbyismus in eigener Sache bei seinen Aussagen unterstellen kann: Diese Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.
Dass Webradios mit ihren spezifischen Angeboten und besonders neuartige Dienste wie Pandora weitaus bessere Promotiontools für Musik als die althergebrachten Radiokonzepte sind, scheint die Interessensverbände der Musikindustrie nicht zu interessieren.
Denn sonst würden sie von Webradios keine Lizenzgebühren in einer Höhe verlangen wollen, die ihr Betreiben unprofitabel machen werden.
Wenn eines der erfolgreichsten Webradioangebote 25 Prozent seiner Mitarbeiter im Verkauf beschäftigt und trotzdem durch die exorbitante Höhe der Lizenzgebühren auf keinen grünen Zweig kommen kann, dann läuft da etwas falsch.
Die Hoffnung auf eine etwa von Europa aus auch offiziell wieder zugängliche Version von Pandora wäre nicht das einzige, was mit Pandora sterben würde.
Der lesenswerte, lange Artikel in der Washington Post:
» Giant of Internet Radio Nears Its ‘Last Stand’ – washingtonpost.com
» Diskussion in der US-Blogosphäre
Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text. Viel Spaß bei der Lektüre!


















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Wer etwas Kleingeld in der Tasche hat, sollte sich unbedingt beim Gründer für eine Lizenz in Europa in Verbindung setzen.
Die Station ist (für mich) bei weitem der beste Musikservice. Keine wilden Soundzusammenstellungen aus “das beste der 80er, 90er und das neueste von heute” und auch abwechslungsreicher wie AOL-Radio und last.fm. Ein wirkliches Kleinod.
In der Schweiz bezahlen Radiostationen wie in den USA 7% ihrer Einnahmen an die Suisa. Senden sollte man damit auch in ganz Europa können. Allenfalls müsste man auf das neue RTVG Rücksicht nehmen. Die wollen nämlich auch, dass man für so eine Station eine Radiolizenz holt. Aus eigener Erfahrung würde ich da unbedingt das Domizil in Luxemburg platzieren.