Cloud-Hosting:
Wuala mit neuen Features ab heute offen für jeden
Mit Wuala lassen sich beliebige Dateien in der P2P-Cloud ablegen, bearbeiten und direkt aus dem Browser abrufen. Nach zehn Monaten in der geschlossenen Alpha-Phase ist der Service aus der Schweiz seit heute für alle zugänglich.
Nach zehn Monaten in der geschlossenen Alpha-Phase öffnet sich Wuala, ein Service zum Speichern und Teilen von Daten im Netz, heute für alle Internetnutzer. Wuala wurde größtenteils an der ETH Zürich entwickelt und setzt anders als Cloud-Dienste wie Dropbox, Apples MobileMe oder Microsofts Mesh auf eine P2P-Serverstruktur, bei der die Dateien der User verschlüsselt und in kleinen Paketen auf den Rechnern anderer Wuala-Benutzer abgelegt werden.
Was erst einmal schwer vorstellbar klingt, scheint zu funktionieren, sonst würde Wuala heute nicht in das öffentliche Beta-Stadium eintreten. Auf die grundlegende Funktionsweise des Services bin ich im Oktober vergangenen Jahres eingegangen, daran hat sich bis heute auch nichts geändert. User erhalten sofort einen Gigabyte an Speicher für ihre Musik, Bilder, Videos, Dokumente und andere Dateien. Wer sich online mehr ausbreiten möchte, kann Festplattenplatz gegen Onlinespeicher eintauschen. Auf diesem Weg können z.B. 50 Gigabyte auf der Festplatte gegen 50 Gigabyte jederzeit erreichbaren Onlinespeicherplatzes umgewandelt werden.
Seit einigen Wochen ist es zudem möglich, zusätzlichen Speicherplatz zu kaufen. Wer also seine Festplatte lieber für sich behalten möchte, kann für 15 Euro pro Jahr 10 Gigabyte bekommen, für 100 Euro pro Jahr 100 Gigabyte oder für 640 Euro im Jahr ein stattliches Terrabyte (1000 Gigabyte). Sowohl Nutzer, die auf dem eigenen Rechner Platz für Wuala schaffen, als auch zahlende User erhalten den Pro-Status und bleiben von Werbung verschont.
Mit dem Start der öffentlichen Beta-Phase entfällt die Notwendigkeit, die Wuala-Software auf dem eigenen Rechner zu installieren. Die Applikation kann nun auch direkt aus dem Browser gestartet werden. Dazu müssen User lediglich ein Java-Applet akzeptieren. Nennenswerte Unterschiede im Aussehen der installierten und der Java-Version gibt es keine. Somit kann Wuala auch auf Computern eingesetzt werden, auf denen keine Programme installiert werden dürfen (z.B. in Internetcafés).

Besonders praktisch ist Wuala, da man online abgelegte Dateien direkt in der Cloud bearbeiten kann. Es ist kein Problem, eine Word-Datei hochzuladen, mit dem auf dem Rechner installierten Officeprogramm zu öffnen, Inhalte zu ändern und das Dokument anschließend direkt wieder zu speichern. Anders als bei den meisten Hosting-Anbietern besteht damit keine Notwendigkeit, Dateien zum Bearbeiten erst lokal abzulegen. Ich habe mir dieses Feature schon zum Launch im April näher angeschaut.
Alles in allem gibt Wuala zum öffentlichen Start ein sehr gelungenes Bild ab. Was ich vermisse, ist lediglich eine Möglichkeit, dass Freunde und Bekannte meine bei Wuala gehosteten Dateien direkt im Browser herunterladen können. Über die Datei-Optionen lässt sich zwar ein http-Link beziehen, doch dieser öffnet unweigerlich die Wuala-Applikation. Das bedeutet, dass für Nutzer ohne Wuala-Konto kein Download möglich ist. Dropbox, mein Favorit im Bezug auf Cloud-Hosting und -Sharing, macht dies besser. Allerdings fehlen dort die von Wuala angebotenen, reizvollen Alternativen zur nahezu unbegrenzten Erweiterung des Onlinespeichers.
Update: Dominik Grolimund von Wuala hat uns darauf hingewiesen, dass nun auch Nutzer ohne Wuala-Konto über den jeweiligen http-Link Zugang zu öffentlich gemachten Dateien haben.

















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Wenn ich da meine Daten ablege, dann werden meine Dateien also auf Festplatten anderer Leute abgelegt. Was passiert denn dann, wenn diese Leute ihre Festplatte formatieren oder so?
Sind meine Daten dann weg oder sind die noch woanders gesichert?
Das ist ja das verrückte – das scheint tatsächlich keine Rolle zu spielen. Alles wird mehrmals gemirrort und ist wiederherstellbar, selbst wenn einzelne User z.B. ihre Festplatte formatieren.
Hier gibt’s ein älteres Interview mit Dominik von Wuala (auf Englisch), in dem die Funktionsweise sehr detailliert erklärt wird.
Wow! Meiner Meinung nach wurde schon lange nicht mehr so unverschämt einfach illegal Musik verbreitet.
@Marco
Eine kurze, einfache Erklärung für das Erasure Code Prinzip von Wuala haben wir (auf Deutsch) vor einiger Zeit auf neuerdings.com publiziert.
@Peter Sennhauser:
Danke, jetzt habe ich schon mehr verstanden. Der Beitrag auf Neuerdings.com war ganz interessant. Aber jetzt meine ich, dass es ein anderes Problem gibt:
Wenn meine Datei in drei Teile geteilt ist und diese jeweils vier Mal irgendwo auf einem Rechner liegen, dann verbraucht das Ganze doch viel zu viel Speicherplatz, oder?