Journalist Markus Schneider:
Publiziert im Netz

Einer der lesenswertesten schweizer Wirtschaftsjournalisten erleidet zwei Hirnschläge. Um den Draht zu seinen Themen nicht zu verlieren, schreibt er ein Blog: “Neustart”.

Markus Schneider (Bild Dan Cermak)
Markus Schneider (Bild Dan Cermak)

Eigentlich erscheinen die Artikel von Markus Schneider, so kann man es auch auf seiner Homepage markusschneider.ch nachlesen, in der Weltwoche und der Bilanz. Allerdings datieren die letzten Einträge aus dem Spätsommer 2007. Dafür hat er seit April diesen Jahres ein eigenes Weblog. Schneider, der nicht nur Journalist, sondern zusammen mit Wendelin Hess und Beat Müller einer der Verleger von Echtzeit ist, einem Buchverlag aus Basel, lässt uns dazu in einem ersten Blogeintrag am 7. April 2008 wissen:

Das ist ein Neustart. Respektive ein erster Arbeitversuch. Nach zweiHirnschlägen beginne ichwieder mit dem, was ich früher gemacht habe. Mit Publizieren. Noch nicht in der Weltwoche, noch nicht in der Bilanz. Aber im Netz.

Seitdem sind im Blog Neustart 54 Texte erschienen, über die Wirtschaft, über Zeitungsartikel, über Bücher und über bloggerland.ch, ein Blogeintrag, in dem er nochmals darauf eingeht, warum er bloggt:

(…) bloggen ehemalige Journalisten, die mal mehr bekannt, mal weniger bekannt waren. Sie tun das, um wenigstens sich selber zu beweisen , dass sie noch schreiben können. Das nenne ich “Bloggen zu therapeutischen Zwecken”.

Bemerkt habe ich das Blog erst diese Woche. Es ist also gut möglich, dass jemand lesenswert bloggt, ohne dass davon mehr als ein anderes Blog öffentlich Notiz nimmt. Das liegt natürlich zu einem guten Teil an der fehlenden Vernetzung. Wer selten bis nie nach aussen linkt oder mit Kommentaren an Debatten teilnimmt (so zum Beispiel auch der sehr fleissige und in den schweizer Medien seit Jahren überpräsente Klaus J. Stöhlker), der bloggt still vor sich hin, ohne dass es jemand merkt. Was ja durchaus auch Absicht sein kann.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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