Neuartige Nachrichtenseiten (Teil 2)
Die Titelseiten von morgen? Neuartige Nachrichtenseiten erobern die Herzen der internetaffinen Nachrichtenkonsumenten.
In Teil 1 unserer kleinen Serie haben wir Euch Memetracker vorgestellt. Heute stellen wir Euch zwei weitere neuartige Konzepte der Nachrichtenverteilung vor.
Aggregierte GoogleReader Shared Items
Der GoogleReader zählt zu den beliebtesten webbasierten Feedreadern. Besonders bei Menschen, die sehr viele Feeds lesen, ist der GoogleReader aufgrund seiner Flexibilität sehr beliebt.
Eine in letzter Zeit zunehmend interessanter und wichtiger werdende Funktion ist die Möglichkeit, mit Hilfe eines simplen Tastaturshortcuts (Umschalttaste + S) während des Feedlesens schnell und unkompliziert einzelne Artikel in einem Shared-Items-Feed mit anderen zu teilen.
Interessanter Weise wird so die Themenauswahlfunktion des Redakteurs wieder eingeführt. Aber nicht nur geografisch, sondern komplett losgelöst von den eigentlichen Autoren der Artikel. Denn man erhält mit einem Share-Items-Feed die auf diese Weise mit Anderen geteilten Artikel im Volltext in einem neuen Feed, dessen Themenwahl vom ‘Verteiler’ bestimmt wird.
Neben einzelnen Feeds, die man so abonnieren kann (Hier meine Shared-Items-Seite ), gibt es mittlerweile ein paar Dienste, die möglichst viele solche Feeds tracken und aggregiert wieder ausgeben können.
Readburner kann mittlerweile auch Shared Items von NewsGator und Netvibes verarbeiten.
So liese sich etwa ein Feed generieren und abonnieren, der Artikel über das iPhone ausgibt, die mindestens von 10 Leuten in ihre Shared Items gelegt wurden. Zusätzlich kann man die Sprache auswählen, sich also etwa Artikel nur in deutsch ausgeben lassen.
Da RSSmeme im Gegensatz zu Readburner nicht über OptIn funktioniert und öffentlich zugängliche Shared-Items-Feeds von anderen Orten des Webs (wie etwa friendfeed ) einsammelt und einspeist, ist die Basis von RSSmeme größer als die von Readburner.
Interessant sind diese neuen Nachrichtenseiten auch aus konzeptioneller Sicht: Ein demokratisches, dezentrales einige Funktionen einer Redaktion imitierendes System entsteht auf diese Weise. Wohlbemerkt: Von allen Beteiligten nicht beabsichtigt. Durch die Dezentralität dieses Prinzips (sowohl das Schreiben als auch das Verteilen und das Aggregieren laufen unabhängig voneinander ab) auch relativ frei von Gruppendenken . Nicht so die folgenden Nachrichtenseiten.
Voting: Social News
Deutsche Social-News-Dienste sind etwa das kürzlich überarbeitete yigg und das von Holtzbrinck betriebene webnews. Daneben gibt es noch kleinere Angebote wie etwa Newstube oder hype!, das Social-News-Portal der T3N -Macher.
Keines dieser Angebote hat bis dato die kritische Masse erreicht. Im Gegensatz zum großen US-Vorbild digg, das im Juni allein in den USA 6,2 Millionen Unique Visits zu verzeichnen hatte.
Ich bevorzuge zur digg-Frontpage die Originalsignal-Seite für digg. Nach Kategorien geordnet ist sie wesentlich übersichtlicher. Außerdem werden die aktuellen Topstories, die der letzten 24 Stunden und die der letzten 7 Tage auf einer schnell zu überschaubaren Seite angezeigt.
Das klassische Voting-Prinzip, wie es digg vor einigen Jahren einführte, hat ein schwerwiegendes Problem: Solche Seiten werden recht stark von einem Gruppendenken bestimmt, dass die Ergebnisse oft eher boulevardesk ausfallen lässt.
Fazit
Viele der in unserer kleinen Serie vorgestellten Dienste sind noch recht jung. Rivva existiert erst seit März 2007. Readburner und RSSmeme bestehen gar erst seit diesem Jahr. Selbst Urgesteine wie digg und Techmeme haben erst wenige Jahre auf dem Buckel.
Die Entwicklung steht also noch am Anfang. Das macht sich auch in den Inhalten bemerkbar: Abgesehen von digg, dessen Themenbreite zunimmt, herrschen oft technische Themen vor.
Alle vorgestellten Konzepte zeigen aber in eine klare Richtung: Je besser die Analyse und Zuordnung von extrem verteilt publizierten Themen auf diesen Aggregatoren wird, desto mehr können die alten Mainstreammedien in Bedrängnis geraten.
Denn auch wenn Micropublikationen wie Blogs es nicht mit den großen Mainstream-Publikationen allein aufnehmen können und dies auch gar nicht wollen, kann ihre Aggregation in einigen Jahren oder Jahrzehnten letztlich der endgültige Sargnagel für den althergebrachten, hierarchisch organisierten Journalismus sein.











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Hallo liebe Redaktion. Euren Artikel habe ich interessiert verfolgt. Schade, dass Ihr anscheinend den von uns betrieben Deisnt http://www.gorss.de nicht kennt!
Zugegeben – wir schieben die “Shared Feeds” nicht so nach vorn und zeigen auf der Startseite direkt die “Shared” News Items von Usern – unser Geschäftsmodell ist auch eher der interne Einsatz unerer Technologie in Unternehmensnetzen wie bei der Deutschen Telekom oder einigen anderen Kunden, die unsere Plattform als interne RSS Lösung nutzen.
Die Idee des “Shared Feeds” und die Möglichkeit, News-Items aus RSS Feeds die ich aboniere mit einem Klick in eigene Themen / Feeds zu übernehmen und zu veröffentlichen ist bei uns allerdings schon seit 2005 vorhanden und umgesetzt und erfolgreich bei den Unternehmen im Einsatz!
Auch Filtern von News und Alerting sind natürlich vorhanden…
Vielleicht machen wir den Fehler, nicht so sehr nach Web 2.0 auszusehen und auch (noch) keine Übersicht der “beliebtesten shared News” oder Themen zu geben – aber daran werden wir mal arbeiten.
Ich würde mich freuen, wenn Ihr Euch http://www.gorss.de mal anschaut oder Euch mal meldet, damit wir beim nächten Artikel, in dem Ihr solche neuen Info-Services und RSS vorstellt, nicht mehr “übersehen” werden – das würde mich freuen!
Kontaktaufnahme ist also sehr gewünscht!
gorss.de kannte ich noch nicht. Schaue ich mir mal an. Danke!