Linkwertig:
Hasbro versteht das Internet nicht

Marcel Weiss, 31. Juli 2008 12:06 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Scrabulous war eine auf dem Scrabble-Prinzip basierende, äußerst erfolgreiche Facebook-Applikation. Zumindest bis Scrabble-Hersteller Hasbro von der Applikation erfuhr. Statt sie nun einfach aufzukaufen und unter eigenem Namen weiterzuführen, ging man juristisch gegen die Scrabulous-Entwickler vor. So weit recht unglücklich aber noch nachvollziehbar.

Hasbro hat nun selbst eine eigene Scrabble-Applikation auf Facebook zur Verfügung gestellt. Diese erhält allerdings vernichtende Kritiken. Neben technischen Problemen ist unter anderem die offizielle Scrabble-Applikation nur in Nordamerika zugänglich. Für den Rest der Welt gibt es eine weitere Applikation, die wiederrum in den USA und Kanada nicht abrufbar ist. Heißt: Wer in den USA oder Kanada lebt, kann mit Menschen außerhalb von Nordamerika nicht Scrabble via facebook spielen. Dieses Vorgehen ergibt auf dem internationalen facebook natürlich wenig Sinn.

Lizenzproblematik hin oder her: Jedes Mal, wenn ich so etwas lese, frage ich mich, ob die großen Konzerne eigentlich wissen, wofür die ersten zwei Ws in www stehen.

e-driven hat sich ausführlich mit der Scrabulous-Thematik auseinandergesetzt:

» e-driven.de » Nachtrag - Hasbro vs. Scrabulous Teil 2

Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text. Viel Spaß bei der Lektüre!

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13 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Matthias Schwenk

    schrieb am 31. Juli 2008 um 12:41 Uhr (#)

    Umair Haque würde jetzt sagen, dass hier einfach wieder einmal “alte DNA” quer zu den neuen Zeiten steht. Hasbro hat aus deren Sicht sicher alles richtig gemacht und liegt doch voll und ganz daneben.

  2. Daniel Niklaus

    schrieb am 31. Juli 2008 um 13:39 Uhr (#)

    Diese bösen, bösen Grosskonzerne…
    Jedes Mal, wenn ich so etwas lese, höre ich den alten Tattergreis rufen; diese bösen, bösen Jugendliche…

  3. Jan

    schrieb am 31. Juli 2008 um 14:44 Uhr (#)

    Das ist so m.E. nicht ganz richtig. Hasbro hatte den Betreibern von Scrabulous wohl $ 10 Mio. geboten. Als diese das Angebot ausgeschlagen haben, ist man dann juristisch gegen sie vorgegangen.

    Über den Betrag kann man spekulieren, aber ich finde $ 10 Mio. für ein Facebook-Widget, was de-facto Markenrechte verletzt, ok.

  4. Marcel Weiss

    schrieb am 1. August 2008 um 15:48 Uhr (#)

    @Daniel Niklaus: Du findest das Vorgehen von Hasbro nicht eher kontraproduktiv? :)

    @Jan: Das wäre mir neu. Hast Du da eine Quelle?

  5. Daniel Niklaus

    schrieb am 1. August 2008 um 18:05 Uhr (#)

    @Marcel

    Ich bezog mich auf dein Schwarz/Weiss sehen bei Grosskonzerne. Wie du es an anderer Stelle selbst machst, moniere ich jetzt bei dir; fehlender Tiefgang.

    Das zieht sich bei vielen Artikeln von dir durch. Sobald etwas “gegen” Grosskonzerne ist, fehlt bei dir ein kritischer Filter gegenüber deiner eigenen vor gefassten Meinung. Aber; dieser Filter kann noch kommen. In deinem Alter war ich selbst ein reiner MS-Basher ;-)

    Sei etwas skeptischer deinen eigenen Gedanken gegenüber. Dann hättest du beim Hasbro Fall durchaus etwas kritischer den Ablauf hinterfragt. Dann kommt das schon gut.

    ps: ich habe keine eigene Meinung zum Hasbro-Fall. Mir fehlt das Hintergrundwissen.

  6. Marcel Weiss

    schrieb am 1. August 2008 um 18:22 Uhr (#)

    “Lizenzproblematik hin oder her” und “So weit recht unglücklich aber noch nachvollziehbar.” kann man nun wahrlich nicht als schwarz/weiss bezeichnen.
    Mir sind die Hintergründe für das Vorgehen bewusst, es bleibt aber trotzdem falsch.
    Ich bin durchaus ’skeptisch’ meinen Gedanken gegenüber. Ich reflektiere meine Meinung und versuche immer alle Seiten zu betrachten.
    Man kann bei Vorgängen wie diesem einfach nur mit dem Kopf schütteln, weil Hasbro vor allem eins gemacht hat: Wert vernichtet. Und weil sie anschließend eine minderwertige Applikation anbieten, die weder global genutzt werden kann noch 1/10 der Nutzer von Scrabulous aushält ohne auszufallen.

    Übrigens amüsant, wie Du von mir kritischeres Hinterfragen bei einem Thema forderst, von dem Du nach eigener Aussage kein Hintergrundwissen hast. Auf welcher Grundlage schätzt Du dann meine Argumente dazu ein? Reines Bauchgefühl?
    Mit dem Alter kommt eben nicht automatisch Weisheit.

  7. Daniel Niklaus

    schrieb am 1. August 2008 um 18:36 Uhr (#)

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich habe auch bei meiner Antwort kein Bezug zum Hasbro Vorfall genommen. Ich kritisierte einzig und allein deine pauschale Einstellung gegenüber Grossfirmen. Bauchgefühl? Nein, deine Artikel schreien danach. Ein Beispiel wie “das Nezt ist anders” habe ich ja schon gegeben.

    Stimmt Weisheit muss man sich hart erarbeiten. Kritik aufnehmen, annehmen und verarbeiten. Du darfst mit meiner machen was du willst, mir macht es den Eindruck, als ob du Grossfirmen gegenüber ein Schwarz/Weiss denken hast.

    ps: mal schauen, vielleicht mach ich mir ja noch ein paar Gedanken zum Hasbro-Fall…

  8. Marcel Weiss

    schrieb am 1. August 2008 um 18:47 Uhr (#)

    Jedes Mal, wenn ich so etwas lese, frage ich mich, ob die großen Konzerne eigentlich wissen, wofür die ersten zwei Ws in www stehen.

    Auf diese Aussage hattest Du Dich in Deinem ersten Kommentar bezogen.
    Da steht nicht, ‘wenn ich an die großen Konzerne denke’ sondern wenn ich so etwas wie hier, solche Vorgänge, lese.
    Ohne etwas über diesen Vorgang zu wissen, auf den ich mich beziehe, vertraust Du weder meinen Ausführungen dazu, noch scheinst Du den weiterführenden Link gefolgt zu sein und extrapolierst trotzdem daraus einfach einen Annahme über meine Einstellungen beziehungsweise siehst Dich in Deiner vorgefassten Meinung bestätigt.
    Und _Du_ hinterfragst _meine_ Meinungsbildung? :)

  9. Daniel Niklaus

    schrieb am 1. August 2008 um 19:15 Uhr (#)

    Da mein “Vorwurf” recht deftig ist, machte ich vorher folgendes; ich surfte mehrere deiner früheren Einträge ab. Dann besuchte ich zum ersten Mal deinen privaten Blog und lass ein paar Einträge. So kam ich zum Urteil; bei Grossfirmen fehlt dir ein ein Filter.

    In der Zwischenzeit machte ich einen Streifzug durchs Web zum Hasbro Fall. Kommentar folgt. (Nimm es persönlich - aber im Positiven! Ehrliche Kritik bekommt man viel zu selten)

  10. Daniel Niklaus

    schrieb am 1. August 2008 um 21:34 Uhr (#)

    Etwas Recherche und du findest folgendes;

    Hasbro hat nur für die USA und Canada die Rechte an Scrabble. Mattel besitzt sie für den Rest der Welt. Darum gibt es die Trennung US/Canada und der Rest der Welt. Für eine weltweite Version hätten sich also zuerst beide Firmen einigen müssen. Mattel hat aber schon 2007 mit RealNetworks einen exklusiv Vertrag abgeschlossen. Hasbro hat wiederum im selben Jahr mit EA einen Vertrag für Monopoly, Scrabble & Co. für 5 Jahre in den USA abgeschlossen.

    Was wir nicht wissen (zumindest will ich nicht mehr Zeit investieren):

    Je nach Vertragswerk blieb Hasbro keine andere Wahl, als die beiden Inder zu verklagen. Ansonsten hätte der Deal mit EA platzen können und Hasbro selbst grössere Probleme bekommen können.

    Vielleicht geht es EA und Hasbro darum einen Präzedenzfall zu schaffen. Damit keine Rechtsunsicherheit herrscht. Und nicht 1′000 Monopoly und Scrabble kopien wie Pilze aus dem Boden schiessen.

    Vielleicht wurde mit den Indern verhandelt, diese wollten aber 50 Mio. und Hasbro setzte ein Zeichen; „mit uns nicht“.

    Vielleicht wurden die Inder verklagt, damit EA die Firma später für 10 Mio. kaufen kann.

  11. Daniel Niklaus

    schrieb am 1. August 2008 um 21:37 Uhr (#)
  12. Marcel Weiss

    schrieb am 2. August 2008 um 17:13 Uhr (#)

    Die Arbeit hättest Du Dir nicht machen müssen. Das wusste ich alles bereits. Ich überschaue permanent über 700 Feeds im Techbereich, um auf dem Laufenden zu bleiben. Der Scrabulous-Fall zieht sich schon eine Weile durch die Berichterstattung.

    Was man mir vorwerfen kann wäre, ein ungenügendes Bild des Vorganges gezeichnet zu haben. So hätte ich zB Mattel mit in Überschrift und Artikel quetschen müssen. Auf der anderen Seite ist linkwertig als eine Serie an Linkverweisen konzipiert und nicht dazu gedacht, alles bereits hier zu erklären. Dafür gibt es ja den prominenten Link.

    Das Übernahmegerücht ist nicht mehr als das, ein Gerücht, und wird nur in ein paar Kommentaren vermutet. Nirgends wird es bestätigt. Und niemand würde ein Angebot für 50 oder 10 Millionen$ unter solchen Bedingungen abschlagen. Dafür sind die Monetarisierungsmöglichkeiten für Apps einfach noch zu gering, um zu meinen, da sei mehr drin.

    Hasbro/Mattel waren wohl der Annahme, sie können scrabulous nachbauen und den Erfolg wiederholen. Darin haben sie sich gründlich geirrt. Und ihren Marken bei der Facebooknutzerschaft schweren Schaden zugefügt.

    Es ist und bleibt ein ökonomisches Debakel, was Hasbro hier veranstaltet hat. Und das sehe nicht nur ich so.

    Unter anderem Mike Masnick von Techdirt, einem der größten Techblogs weltweit:

    When you look this over, you begin to realize just how badly Hasbro screwed up in handling this situation. In focusing on a legal solution, it may have created the worst case scenario for the business side of the company.

    Lies Dir bitte diesen Artikel durch, um Dir eine differenzierte Meinung hierzu bilden zu können.

    Oder Rob Glaser, CEO von Real Networks:

    Rob Glaser, CEO of Real Networks which produces official Scrabble games under license from both Mattel and Hasbro, said that “the original game’s rights holders should be overcoming ‘silly’ IP rules and work with the controversial game, and not try and destroy it,” as we noted just yesterday. “The problem is that because of the rights, between Hasbo and Mattel, they don’t let people from America play against people from England. There are these silly rules.”

    Aber wahrscheinlich sind die beiden auch zu jung, um das alles zu verstehen, weil sie nicht Deine Meinung teilen.

  13. Daniel Niklaus

    schrieb am 2. August 2008 um 18:03 Uhr (#)

    Du fühlst dich ganz offensichtlich angegriffen. Und ich bin mir unschlüssig, ob ich überhaupt noch antworten soll. Da ich aber Netzwertig durchaus regelmässig lese, bringt es mir etwas, wenn du dich verbesserst.

    Wenn du das alles weisst, hättest du einen viel besseren Beitrag schreiben können. Und das war und ist mein Ziel bei meiner Kritik.

    Im Übrigen habe ich meine Meinung zum Fall zu keinem Zeitpunkt abgegeben. Du kannst also nicht wissen, ob ich Rob Glasers - der Älter ist als ich - Meinung teile oder nicht.

    Sidekick, 1996 wurde ich von Sony Europa abgemahnt, weil ich mit einem RealAudio Server eine Radiostation machte und Sony Titel sendete…


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