User-Beteiligung:
So klappt’s mit Kommentaren

Ole Reißmann, 30. Juli 2008 15:44 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Hilfe, die User kommen: Kommentare auf Nachrichtenseiten sind mitunter ein heikles Thema, sueddeutsche.de und Facts 2.0 gute Beispiele. Hier sind zehn Wege, wie es besser geht.

Derek Powazek hat 10 Punkte aufgestellt, wie Kommentare auf Nachrichtenseiten gut funktionieren können: “10 Ways Newspapers Can Improve Comments”. Für einen kurzen Überblick hier die zehn Punkte in deutscher Übersetzung und ohne die ausführliche englische Erklärung:

  1. Registrierung voraussetzen
  2. Regeln aufstellen und durchsetzen
  3. Einen “Community Manager” beschäftigen
  4. Kommentare in eine Form bringen (eine bestimmte Länge nicht über- oder unterschreiten, nicht ALLES IN GROSSBUCHSTABEN zulassen …)
  5. Der Community Einflußmöglichkeiten geben (zum Beispiel über einen Button, mit dem anstößige Inhalte gemeldet werden können)

  1. Redaktionelle Inhalte und Kommentare verlinken
  2. Private Kommunikation ermöglichen
  3. Selber teilnehmen
  4. … aber nicht zur Belustigung der “Trolle”
  5. Kontrolle aufgeben

Strenge Reglementierung oder erst die Grundlage für eine vernünftige Diskussionskultur? Und macht sueddeutsche.de nicht längst genau das, was Powazek vorschlägt – und wird dafür in der Blogosphäre gescholten?

Einiges davon setzen wir hier auf Blogwerk auch um: Wer kommentieren will, muss sich mit E-Mailadresse und einem Nickname anmelden, wir haben klare Regeln aufgestellt, wir diskutieren mit – was wir nicht haben: Einen Blogwart-Button, mit dem anstößige Inhalte der Redaktion gemeldet werden können.

Im privaten Blog von Dirk von Gehlen (jetzt.de) stand es zuerst

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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5 Kommentare

  1. Medienknete
    schrieb am 30. Juli 2008 um 17:04 Uhr (#)

    Moment: Man muss sich hier anmelden, um kommentieren zu können? Kann man nicht einfach einen “Namen” erfinden und eine “E-Mail-Adresse” gleich dazu? Kann ich nicht – sagen wir mal – einfach unter dem Namen “Ole Reißmann” kommentieren? Au ja, das probier ich gleich mal aus. ;-)

    [Edit: Wie unterscheidet sich das von anderen Registrierungsarten? Namen erfinden oder sogar dreist Lügen geht immer. Aber wenn Du hier meinen Namen nimmst ? lösche ich das natürlich.]

  2. Thinkabout
    schrieb am 30. Juli 2008 um 17:10 Uhr (#)

    Mir ist der Artikel von Derek über turi2.de aufgefallen – und hat mich zu einem eigenen Artikel veranlasst, so quasi als Direkt-Betroffener…
    Schön, dass Sie sich des Themas auch annehmen:
    Denn schlussendlich soll dies alles zu Angeboten führen, die das Internet noch spannender machen.

  3. Medienknete
    schrieb am 30. Juli 2008 um 19:12 Uhr (#)

    [Edit: Wie unterscheidet sich das von anderen Registrierungsarten? Namen erfinden oder sogar dreist Lügen geht immer. Aber wenn Du hier meinen Namen nimmst ? lösche ich das natürlich.]

    Wieso das denn jetzt, ich hab doch noch nicht mal gegen eine der Regeln verstoßen. ;-)

    (Nein, entschuldige bitte, das mit deinem Namen hatte gerade einfach zu schön gepasst.)

    Der Unterschied ist: Wenn man sich unter einem Namen “anmeldet”, dann kann (normalerweise) niemand sonst unter diesem Namen posten. Die Anmeldung einer E-Mail-Adresse bedeutet meistens, dass man die Anmeldung erst nach Empfang dieser E-Mail-Adresse freischaltet, d.h. es muss sich um eine “echte” und “eigene” E-Mail-Adresse handeln (selbst wenn man sie nur für den Moment angelegt haben mag). Kurz: “Anmelden” ist meiner Meinung nach was anderes. Hier aber kann man kommentieren, ohne sich anzumelden – und das ist auch gut so.

    Übrigens sind die “10 Regeln” ja auch für “Newspapers” gedacht, nicht für Medienblogs. Mainstream-Medien haben eben ganz andere Probleme als Longtail-Medien.

  4. Thinkabout
    schrieb am 31. Juli 2008 um 02:06 Uhr (#)

    @Medienknete: Der letzte Punkt ist ganz wichtig! Man hat sich hier die Ausgangslage einer grossen Tageszeitung vorzustellen.

  5. Rik
    schrieb am 31. Juli 2008 um 09:39 Uhr (#)

    Nun, ich denke, es kommt natürlich und im Besonderen auch auf das Medium selbst an und welche Zielgruppe dieses anspricht. Pubertierende Nihilisten können für eine vernünftige Diskussionskultur genauso “gefährlich” sein, wie unreife Besserwisser bzw. erfolglose Alleskönner.

    Und ob eine Anmeldung etwas bringt? Mein Nick könnte dann allemal “Ole Reißmann2″ sein, oderrr? Und anonyme E-Mail-Adressen gibt’s ja noch immer gratis zu haben.

    Am ehesten vertrau ich im Web2.0 Leuten, die auf ihre WebSite, ihrem Blog verlinken, wo man auch ein Impressum findet.

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