Neuartige Nachrichtenseiten (Teil 1)
Die Titelseiten von morgen? Neuartige Nachrichtenseiten erobern die Herzen der internetaffinen Nachrichtenkonsumenten.
Wer glaubt, dass es auch in Zukunft eine hierarchisch organisierte Redaktion braucht, um der Gesellschaft ihre wichtigen Themen zu zeigen, sollte aufmerksam weiterlesen.
Wo ein Problem, da findet sich im Internet nicht selten eine Lösung. Und angesichts des Dickichts der Blogs und anderer Nachrichtenquellen im Netz gibt es ein gesteigertes Bedürfnis danach, das Chaos und die Unübersichtlichkeit in eine überschaubare Ordnung zu bringen. Oder zumindest den Weg zu den entscheidenden, den wichtigsten oder einfach den am meisten besprochenen Themen zu ebnen.
Hierfür gibt es mittlerweile einige verschiedene Ansätze, die wir in diesem Artikel und dem zweiten Teil unserer kleinen Serie vorstellen wollen.
Memetracker
Das bekannteste Beispiel für einen Memetracker ist Google News .
Memetracker verfolgen die Diskurse auf vielen unabhängigen Sites und fügen diese dann in Themenclustern wieder zusammen. Dabei werden über Links und semantische Analyse Memes identifiziert und ihnen ihre Artikel zugeordnet.
In den USA ging Memeorandum 2005 mit dem Ziel an den Start, Google News für Blogs zu werden. Später trennte Gabe Riviera, der Mann hinter dem Projekt, Memeorandum in verschiedene Themengebiete auf. Der Technologie-Bereich erhielt mit Techmeme seinen bis heute wichtigsten Aggregator über aktuelle Artikel in den Blogs. Auf Memeorandum werden nun die Politthemen aggregiert. Techmeme ist oft die erste und die letzte Seite, die ich an einem Tag besuche.
Das deutsche Pendant ist Rivva, welches mittlerweile für mich mindestens ebenso wichtig wie Techmeme ist. Rivva aggregiert wie Techmeme auf der Basis von Textanalyse und ausgehenden Links in den Artikeln die Themen von Blogs und fügt sie in Themenclustern zusammen. Ein wenig Ordnung im Chaos. Just heute hat Rivva außerdem Ressorts bekommen:

Bei Techmeme wie Rivva läuft die Aufnahme und Gewichtung von einzelnen Artikeln und Themen über Algorithmen und nicht über eine Redaktion. In den Pool der zu trackenden Quellen kommt beispielsweise nur, wer von bereits im Pool befindlichen Quellen verlinkt wird.
Nicht nur für Blogs gibt es solche Aggregatoren, sondern mittlerweile auch für das weiterhin äußerst beliebte Microblogging-Tool Twitter.
Twitt(url)y analysiert und aggregiert, worüber getwittert wird, und bündelt Twitter-Nachrichten zum gleichen Thema. Im Grunde wie Techmeme und Rivva für Blogs, nur eben für Twitter. Hier findet man Twitt(url)y für deutschsprachige Tweets.
Naturgemäß finden sich hochschwappende Themen zuerst auf Twitter aufgrund dessen Schnelligkeit. Was einen Aggregator wie twitt(url)y recht interessant macht.
Rivva betreibt ebenfalls einen Aggregationsdienst für auf deutsch Getwittertes. Der ist aber aktuell aufgrund der API-Einschränkungen abgeschaltet. Frank Westphal, der Mann hinter Rivva, will diesen Dienst in nächster Zukunft wieder live schalten und arbeitet aktuell im Hintergrund daran.
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(30. Juli 2008 23:15)
(7. August 2008 22:08)
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