Ivy-Aus:
Kein schöner Leben
Keine Zukunft für Ivy: Heft und Internetseite von Burdas Medienmarke für ökologisch korrekten Lifestyle haben laut Verlag “keine ausreichende Perspektive”.
3,67 Millionen Lohas – auf Nachhaltigkeit, gesunden Lebensstil und Verantwortung ausgerichtete Konsumenten – soll es in Deutschland geben, hatte man bei Burda errechnet und mit Ivy gleich die passende Medienmarke dazu kreiert. In den USA funktioniert es doch auch, dort ist das Internetportal TreeHugger erfolgreich und es gibt mit Good das Magazin fürs korrekt-grüne Leben. Der Ökotrend wurde in Deutschland spätestens offensichtlich, als auch Discounter mehr oder weniger ökologisch korrekte Waren in die Regale räumten. Auftritt Ivy: Mit Internet-Community und einem Magazin stürzte sich Burda im Herbst vergangenen Jahres auf die Lohas. Erst kam eine Ausgabe an den Kiosk, dann noch eine – richtig überzeugt schien der Verlag dabei nicht.
Jetzt steht die Zukunft des “Testprojekts Ivy” fest:
Aus und vorbei. Nach den beiden regionalen Testausgaben für die Marktforschung sehe man keine ausreichende wirtschaftliche Basis für Ivy. Burda teilt mit:
Das wirtschaftliche Umfeld bietet trotz guter Medienresonanz zur Zeit weder in Print noch Online eine notwendige Perspektive. Daher beendet der Verlag die Tests und Internet-Aktivitäten der Marke IVY.
Tatsächlich war die Medienresonanz recht durchwachsen, mit shoppen die Welt retten – nicht alle konnten sich mit dieser Oberflächlichkeit anfreunden. Im Moment jedenfalls sieht das Ivy-Ende sehr nachhaltig aus: Die Webseite ist derzeit offline.

Während in Deutschland schon die Webseite abgeschaltet (oder in den Wartungsmodus versetzt) wurde, gehen in der Schweiz die Pläne für ein Loha-Magazin erst in die heiße Phase: Ringier startet Ende Oktober Gruen, eine kostenlose Dreingabe zur Schweizer Illustrierten.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.





















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Was ich damals sagte: Lohas und Werbung – das ist allenfalls in den USA kein Widerspruch. Ansonsten bringen waschechte Lohas jede Anzeige innerlich gleich zur Anzeige …
Lieber Klaus Jarchow, ich bewundere ? und das ernsthaft und ohne dass es ironisch klingen soll ? Ihre Old-School-Haltung. Aber wir haben das Thema wirklich ausführlich untersucht und erforscht und LOHAS (wie auch immer man sie definieren will) finden es grundsätzlich vollkommen in Ordnung, wenn Firmen ? auch Verlage ? mit dem Thema Nachhaltigkeit Geld verdienen. Ihnen stößt der Inhalt einiger weniger Anzeigen auf (“Atomkraft als Klimaschützer” und ähnliches Zeug), aber ansonsten legen sie nur Wert auf eine eindeutige und klare Trennung von Redaktion und Anzeigen. Anzeigen an sich sind selbst für Autofirmen kein Problem, solange diese Firmen sich entweder glaubhaft verändern oder das gar nicht erst vorgeben. Bei aller Verehrung also: Was Sie damals schon gesagt haben war damals schon falsch. Und das ist ein Glück: Es wird mit Sicherheit jemand ein erfolgreiches LOHAS-Lifestyle-Magazin machen, hoffentlich sogar mehr als einer. Nur wird es offenbar nicht der Burda-Verlag sein. Das allerdings stößt den LOHAS ? zugegeben ? wahrscheinlich eher nicht auf.
Außer von Knüwer war das Medienecho positiver als zu allem, was die Burda-Bande in den letzten Jahren auf den Markt gebracht hat. taz, SZ, NZZ – alle waren von dem Magazin begeistert. Nur der Herr Burda scheinbar nicht.
Mit dem Medienecho verkauft man eben keine Hefte. Anscheinend gibt es die grüne Zielgruppe so nicht bzw. Ivy war eben nicht das richtige Heft für diese Zielgruppe.
Hallöchen,
der Link zum “Good Magazine” ist falsch. Die Adresse ist http://www.goodmagazine.com, also ohne Bindestrich.