Google-Übernahme gescheitert:
Digg bleibt weiter solo

Martin Weigert, 27. Juli 2008 12:22 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Digg

Die geplante Übernahme des Social-News-Portals Digg durch Google ist gescheitert. Statt unter das Dach des Internetriesen zu ziehen, ist Digg nun erneut auf der Suche nach Risikokapital.

Der soziale Newsaggregator Digg scheint ein Talent dafür zu haben, Akquisitionsverhandlungen im letzten Augenblick zunichte zu machen. So sind die Gespräche zwischen Google und Digg (wenig) überraschend gescheitert. Michael Arrington vermeldete bei TechCrunch, dass Google sich nach einer näheren Überprüfung der technologischen Aspekte von Digg gegen eine Übernahme des Dienstes entschieden hat.

Auch von Unstimmigkeiten zwischen den Google-Verantwortlichen und dem Digg-Team ist die Rede. Statt unter das Dach von Google zu ziehen, strebt Digg der Meldung zufolge nun eine weitere Finanzierungsrunde an – wohl auch, um die anvisierte internationale Expansion vorantreiben zu können.

Digg gilt als der Pionier unter den Social-News-Seiten und diente unzähligen ähnlichen Anbietern als Vorbild. Aufmerksamkeit erregte der Dienst vor allem durch diverse Konflikte mit seiner eigenen Nutzerschaft. Im Mai 2007 sorgte ein Zensurversuch der Digg-Betreiber für einen Sturm der Entrüstung. Proteste gab es auch bei der Einführung eines neuen Kommentar-Systems im Juni vergangenen Jahres sowie beim Start des Microblogging-Dienstes Pownce, einem Nebenprojekt des Digg-Gründers Kevin Rose. Mittlerweile hat Digg der Technologie-Nische den Rücken gekehrt, den Schwerpunkt auf Mainstream-Nachrichten gelegt und sich damit vermutlich auch eines großen Teils der streitsuchenden Tech-Nutzerschaft entledigt.

Doch trotz ansehnlicher 15 Millionen einzelnen Besuchern im Mai 2008 ist es Digg bisher nicht gelungen, sich erfolgreich zu veräußern. Dabei preist sich das Unternehmen nun seit zweieinhalb Jahren als attraktives Übernahmeobjekt an. Neben Google waren auch schon Yahoo und Microsoft als mögliche Käufer im Gespräch. Der spekulierte Preis lag dabei meist im Bereich zwischen 200 und 300 Millionen US-Dollar.

Google ist selbst gerade dabei, mit einer dem Digg-System ähnlichen Suchergebnisseite zu experimentieren, bei der die gefundenen Seiten kommentiert und bewertet werden können. Nicht auszuschließen, dass der Internetriese hauptsächlich an Diggs Technologie und Entwicklerressourcen interessiert war, nicht an der Seite selbst. Spannend wäre auch eine Kombination aus Googles Nachrichtenaggregator Google News und den partizipativen Elementen von Digg gewesen. Wie es aussieht, wird es dazu vorerst nicht kommen.

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  2. Wird Digg bald übernommen? bei Miniblog
    (28. Juli 2008 10:11)
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    (28. Juli 2008 13:33)

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