Was wären Superhelden nur ohne Zeitung?

Ole Reißmann, 17. Juli 2008 16:46 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Batman, Superman – kein Superheld kommt ohne applaudierende Presse aus. Fehlt den filmischen Zukunftsvisionen die Zeitung, wird es verdammt eng für den Helden.

The Gotham Times: Verkündet die Heldengeschichten von Batman (Bild Keystone/Nam Y. Huh)Superman hätte ohne Zeitung gleich ein doppeltes Problem: Wenn er nicht gerade in Strumpfhosen die Welt rettet, arbeitet er als Clark Kent beim Daily Planet. Also für die Zeitung, die ständig die neuen Supertaten des schwerguten Capeträgers bejubelt.

Ganz folgerichtig hielten Fans zur Premiere des neuen Batman-Films in Chicago eine extra gedruckte Ausgabe der fiktiven Gotham Times in die Kameras. Die Gotham Times hat sogar eine eigene Webseite, Teil einer viralen Marketing-Kampagne für “The Dark Knight”. Superhelden ohne Zeitungen – kaum vorstellbar?

Sollte man meinen. Doch ein anderer Film zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft der Zeitung:

Nein, nicht die Nachrichten auf NBC. Sondern der Kinofilm “Hancock” mit Will Smith als sympathisch-grantigem Superheld, in dem Medien eine wichtige Rolle spielen. Der aggressiv-versoffene Übermensch wird allerdings nicht in Zeitungen als junger Gott bewundert, sondern von Fernsehteams belagert und verspottet. Reporter regen sich über den ungehobelten Hallodri auf – die Clips mit seinen Verfehlungen landen danach zum allgemeinen Amüsement auf YouTube.

Woraufhin Hancock sich in die Hände eines PR-Beraters begibt, damit der Auftritt vor den Kameras in Zukunft so sauber sitzt wie sein sehr enges Heldenkostüm.

Düster auch die Zukunft der Superhelden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Weiterempfehlen

Mehr lesen

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.