Trendgeschichten:
Immer wieder

Ole Reißmann, 14. Juli 2008 14:08 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Vom Einzelfall zum ganz großen Trend: Ein Blog macht sich über die vollkommen unglaubwürdigen Anekdoten lustig, mit denen Journalisten immer wieder Trendgeschichten beginnen.

One Person Trend Stories: Immer mehr, immer wieder (onepersontrendstories.tumblr.com)Spitzzüngig verzeichnete das “Immer mehr”-Blog, was täglich alles an Trends Lawinenartig aus den Redaktionen auf die hörigen Leser niederging. Immer mehr Stuttgarter bohren in der Nase, immer mehr Goldfische schwimmen im Kreis, immer mehr Zahnseide wird verbraucht, immer mehr Blogger haben den Blues – das Medientrendblog war stets zur Stelle. Aber seit November ist es verstummt. Jetzt können Fans des großartigen Blogs – wir alle also – endlich aufatmen: Das Erfolgskonzept wird leicht modifiziert fortgesetzt. Nur nicht in Deutschland:

“One Person Trend Stories” heißt das amerikanische Blog, dass die “immer mehr”-Idee fortführt. Aus kleinen isolierten Beobachtungen werden gleich die ganz großen Trendgeschichten: Eines Morgens geht Investmentbanker Anson nackt zur Arbeit, Carly Kandinski hat mal wieder gekifft und Kerri LaRace entdeckt endcoole Abkürzungen in ihren E-Mails. Vorsicht, ein Trend geht um! In dem Blog werden Textanfänge parodiert, wie sie täglich in den Medien zu finden sind. Die Seite macht sich lustig über “gebaute” Textanfänge, Trendgeschichten, die mit einer Anekdote beginnen – und meistens so glaubwürdig sind wie dementierende Dopingsünder.

Die Zukunft des echten “Immer mehr”-Blogs hingegen sieht immer düsterer aus: Zwar werden die Macher auch Monate nach dem Versiegen des Trendstroms noch nach der Seite gefragt. Lenz Jacobsen mailte uns aber auf Anfrage, dass das Blog nicht wieder aktiviert werde. Zuviel andere Sachen zu tun, keine Zeit. Schade! Aber vielleicht könnte man die Seite für neue Autoren öffnen, in ein Community-Projekt umwandeln und in gute Hände abgeben – ganz wie es bei der Literaturseite Mindestens haltbar passieren soll?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. mathias (vom immermehrblog)
    schrieb am 15. Juli 2008 um 14:33 Uhr (#)

    Lieber Ole,
    ich finde deine Idee großartig! Vielleicht findet sich ja hier über diese Seite einer oder mehrere Autoren, die das Projekt weiterführen möchten? Wer Interesse hat, kann sich gerne bei mir melden!

    Gruß
    Mathias, früher mal vom Immermehrblog

  2. mathias (vom immermehrblog)
    schrieb am 15. Juli 2008 um 14:40 Uhr (#)

    Oh, die E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt. Dann mal so: m.peer@gmx.de

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