Mindestens haltbar:
Neue Redaktion gesucht

Ole Reißmann, 8. Juli 2008 16:25 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Freiwillige vor: Für das Blog-Literaturmagazin Mindestens haltbar sucht der Betreiber eine neue Redaktion. Die soll sich fortan ohne Bezahlung um das Projekt kümmern.

Mindestens haltbar

Das Verfallsdatum der Literaturseite Mindestens haltbar ist tatsächlich abgelaufen: Das Projekt wird von der Knallgrau Media Solutions nicht fortgeführt, wie die Geschäftsführung gegenüber medienlese.com bestätigte. Die Agentur hat nicht nur die technische Plattform entwickelt, sondern mit Don Dahlmann auch einen Redakteur bezahlt, der das monatlich erscheinende Online-Magazin bisher inhaltlich betreute. Mit der Mai-Ausgabe ist nun vorerst Schluss: In dieser Form wird es Mindestens haltbar nicht weiter geben.

Trotzdem denkt Knallgrau an eine Fortsetzung:

Die Agentur sucht jetzt Freiwillige, denen man die Fortsetzung des Projekts anvertrauen könnte – ohne Bezahlung. Ein entsprechender Hinweis soll in den kommenden Tagen auf der Seite veröffentlicht werden. Die Plattform sei da, der Rahmen geschaffen – und man sorge weiterhin für technische Unterstützung und das Hosting, wirbt die Agentur.

Am liebsten würde man das “Magazin für Meinungen” so schnell wie möglich in die Hände der Community abgeben – denn verkauft werden soll die Seite nicht. Gesucht werden Betreiber, die Mindestens haltbar längerfristig fortsetzen möchten. Die Literaturplattform war für Knallgrau ein Entwicklungsprojekt und Showcase für die technischen Dienstleistungen der Agentur. Man sei aber weder ein Mediendienstleister, noch mache sich das Projekt auf Dauer bezahlt.

Knallgrau betreibt auch die Blog-Plattformen twoday.net und blogr.com. Ähnlich wie bei Google stecken die Entwickler Agentur einen Teil ihrer Arbeitszeit in Projekte, die nicht zum eigentlichen Kerngeschäft der Firma gehören, mit denen Knallgrau aber Erfahrungen mit Communitys, User Generated Content und technischer Skalierbarkeit von Webapplikationen sammelt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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8 Kommentare

  1. Ana
    schrieb am 8. Juli 2008 um 17:38 Uhr (#)

    Das ist Evolution der Sprache pur: Zuerst war es das “Weblog”, dann das “Blog” und jetzt ist es das “Webblog” … *smile”

  2. Schreibt hier auf dem Blog Ole Reißmann
    schrieb am 8. Juli 2008 um 17:42 Uhr (#)

    Webblog. Knapp sieben Millionen Google-Treffer können nicht irren ??? Danke, Fehler ist korrigiert!

  3. Schreibt hier auf dem Blog Klaus Jarchow
    schrieb am 8. Juli 2008 um 19:30 Uhr (#)

    Warum sollte wohl jemand, der sich aus Daffke umsonst an einer Literaturzeitung versucht, noch so ‘ne smarte Agentur dazwischenschalten wollen, der dann der ganze ‘Content’ gehört? Ein Blog kostet doch nichts mehr – und der mögliche Erfolg gehört dem Macher dann ganz allein …

    Ein Argument genügt.

  4. Axel
    schrieb am 10. Juli 2008 um 10:58 Uhr (#)

    @Klaus: Knallgrau schreibt dazu

    “Bestehende Verträge betreffend der Inhalte aus der Vergangenheit bleiben davon unberührt. Zukünftige vertragliche Verhältnisse mit Autoren sind alleinige Verantwortung der zukünftigen Betreiber.”

    Ich gehe davon aus, dass das auch die Rechte betrifft.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Klaus Jarchow
    schrieb am 10. Juli 2008 um 12:35 Uhr (#)

    Naja – das kann ja auch heißen, dass der Don Dahlmann sich seine Autorenrechte damals noch abgesichert hat, dass das aber in Zukunft eben auch ganz anders denkbar sein könnte, nüch? Ich kenne die Verträge von Anno Dunnemals zwar nicht, aber das klingt für mich wie der Aufruf zu einer Pferdeauktion, nur dass ich so’n Pferd auch billiger, wenn nicht sogar ‘umsonst und draußen’ bekommen könnte. Kurzum – und als Regel: Wer Schreiber nicht vernünftig und ‘überlebensfähig’ bezahlt, der wird keine Schreiber bekommen. Schon gar nicht auf diesem literarischen Gourmet-Gebiet, wo ja auch ein wenig ‘Schreibe’ von Klick-Gesetzes wegen vorhanden sein sollte. Weil das Publikum dort das nun mal so verlangt …

  6. Syberia
    schrieb am 10. Juli 2008 um 17:14 Uhr (#)

    “Mindestenhaltbar” hat zweieinhalb Jahre lang eine ganze Reihe guter Schreiber für umsonst und einen Chefredakteur für vernachlässigbar wenig Geld (Zitat Don Dahlmann) bekommen. Gerecht ist das nicht, aber auch das Geld für Gehälter muss erst einmal verdient werden. Ich sehe nicht, wie dies in absehbarer Zeit möglich sein sollte, denn die Erwartungshaltung heißt noch immer “Internet ist für umsonst” und Werbung wird abgelehnt (wobei ihr Erfolg eh fraglich ist).

  7. Schreibt hier auf dem Blog Klaus Jarchow
    schrieb am 10. Juli 2008 um 23:44 Uhr (#)

    Nun – die Regel heißt doch dann: ‘Love it, or leave it’. Wenn du’s aber trotzdem weiter machst, dann brauchst du auch niemanden, der dir Hundekuchen serviert, bloß weil es noch keinen Kaviar gibt …

  8. flog
    schrieb am 16. Juli 2008 um 19:40 Uhr (#)

    schade!

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