Ecuador:
Comedy statt Nachrichten

Ole Reißmann, 8. Juli 2008 19:50 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Gebäude besetzt, Nachrichten zensiert: Zwei private TV-Sender in Ecuador wurden wegen Millionenschulden der Besitzer unter staatliche Verwaltung gestellt.

Senderbesetzung in Ecuador (Bild Keystone)In Ecuador haben Polizisten am Morgen zwei private Fernsehstationen besetzt und zur Sicherung von Bankeinlagen vorläufig unter staatliche Kontrolle gestellt, berichten BBC News und der Standard. Die Sender TC Televisión und Gamavisión gehören zur Familienholding Isaias, zwei Mitglieder der Familie werde in Ecuador wegen unsauberer Geschäfte während der Bankenkrise gesucht und halten sich in den USA auf. Ecuador fordert ihre Auslieferung, um an über 400 Millionen Euro zurückzugelangen. Der Schlag galt insgesamt 195 Unternehmen der Familienholding, darunter die beiden kritischen TV-Sender. Die Besitzer der Sender bestreiten eine Verbindung zu den beiden Gesuchten und werfen der Regierung einen Angriff auf die Pressefreiheit vor. Als eine Nachrichtensprecherin über die Beschlagnahmung berichtete, wurde die Sendung unterbrochen und durch eine Comedy-Konserve ausgetauscht.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. Louis Stefan
    schrieb am 9. Juli 2008 um 00:25 Uhr (#)

    Sieht sehr nach Zensur aus oder warum wurden die Nachrichten unterbrochen ? Es soll sicher auch andere noch freie Medien einschüchtern. Correa könnte ein zweiter Chavez werden. Schade für das Land, es hat einen besseren Präsidenten verdient. Auch der Wirtschaftsminister scheint wegen der Aktion zurück getreten zu sein, weil er hier nicht mit Präsident Correa übereinstimmt. Wer kann Correa stoppen ?

  2. Tittytainment
    schrieb am 13. Juli 2008 um 11:26 Uhr (#)

    viel erschreckender finde ich, dass der US-Senat ein Rettungspaket beschließen will, welches Milliarden-Garantien für US-Hauseigentümer vorsieht? das alles hört sich nach den letzten Rettungsversuchen von Fanny & Freddie sowie weiteren Banken an?
    http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/67035

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