Fakten? Check!
Google verändere die Recherche, steht im Tagesspiegel. Das stimmt. Außerdem steht dort, in Deutschland gebe es keine “fact checkers”. Das stimmt nicht.
Im Tagesspiegel wird eine Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) über “journalistische Online-Recherche” vorgestellt. Die Ergebnisse sind nicht überraschend: Über Google und Spiegel Online wird recherchiert, das Telefon ist auch sehr wichtig. Aha. Okay. Gut. Weil die Informationen aus dem Netz natürlich sehr verdächtig sind, sollte das Berufsbild des Dokumentationsjournalisten nach anglo-amerikanischem Vorbild gefördert werden. Sagen die Autoren der Studie, und so steht es auch im Tagesspiegel.
Der Artikel fährt fort mit der Feststellung, “fact checkers” gebe es “hierzulande noch nicht”.
Das steht so allerdings nicht in der Mitteilung der LfM – und darf, vorsichtig gesagt, angezweifelt werden. Denn natürlich sind Dokumentare in vielen Redaktionen eben mit dem überprüfen von Fakten beschäftigt. Oder die Schlussredaktion hat zusätzlich solche Aufgaben. Ihre Berufsbezeichnung mag vielleicht nur nicht exakt nach anglo-amerikanischen Vobild “fact checker” sein. Vielleicht gibt es auch keinen Bachelor-Studiengang Qualitäts-Fakten-Checking … trotzdem gibt es hierzulande “fact checkers”.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.






















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