Macht hoch die Daten, die Archive macht weit!

Felix Disselhoff, 23. Juni 2008 16:22 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Nun auch die Times: Zeitungsarchive werden über das Internet frei zugänglich gemacht. Nur bei Fernsehsendern mag die Netzöffnung noch nicht recht funktionieren.

Jack the Ripper: Die alten Dokumente gibt es nicht länger nur im Museum (Bild Keystone/Akira Suemori)Wurde auch langsam Zeit: Die britische Tageszeitung Times öffnet ihr Archiv und stellt alte Ausgaben von 1785 bis 1985 ins Netz. Der Dienst ist vorerst kostenlos, erfordert jedoch eine Registrierung. Auch die übrigen Ausgaben bis heute sollen in nächster Zeit veröffentlicht werden. Die Zeitungsseiten liegen im Originallayout vor.

Mit Hilfe einer Zeitleiste können historische Artikel angesteuert werden, die bedeutende historische Ereignisse aufgreifen. Wie zum Beispiel ein Text über “Jack, the Ripper” vom 1. Oktober 1888.

Die Times liegt mit ihrer Archiv-Öffnung ganz im Trend. Erst kürzlich gab die New York Times alte Ausgaben frei, die bis in das Jahr 1851 zurückreichen. In Deutschland öffnete die Zeit ihr Archiv. Zuletzt sorgte der Spiegel-Verlag mit der Plattform Spiegel Wissen für Aufsehen. Verfügbar sind über 300.000 Spiegel-Artikel, von der ersten Ausgabe an – auf Wunsch auch als PDF.

Andere Printmedien werden nachziehen. Bleibt die Frage, ob und vor allem wie Fernsehsender ihre Inhalte lückenlos zugängig machen wollen. Der Großteil des tagtäglich produzierten Bewegtbildes landet nur fragmentarisch im Internet – und genau so schnell verschwinden die Schnipsel auch wieder.

Das Video-Archiv von RTL Aktuell beispielsweise bietet keine Suchfunktion, die Auswahlkriterien sind nicht einstellbar. In Deutschland ist mit hoher Auflösung und intuitiver Bedienung die ZDF Mediathek konkurrenzlos. Aber die erste Sendung des “aktuellen Sportstudios” aus dem Jahr 1963 sucht man vergeblich.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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