Jolly statt angry

Ronnie Grob, 9. Juni 2008 15:33 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Nach dem “Angry Journalist” kommt nun der “Jolly Journalist” – und etwas mehr Optimismus würde der sich in den Wechseljahren befindenden Branche tatsächlich gut tun.

Journalisten sind gar nicht zynisch ... (Bild mahalie, Creatice-Common-Lizenz)Journalisten sind gar nicht zynisch und dauernd schlecht gelaunt, wie man es beim Lesen der Seite “Angry Journalist” vermuten könnte. Nein, sie freuen sich ihres Jobs und sind einfach jolly. Jolly, wie das Pferd von Lucky Luke, Jolly Jumper. Jolly im Sinne von fröhlich, munter, ausgelassen, fidel, gar quietschfidel, wie uns leo.org verrät.

Die Seite “Jolly Journalist” will jetzt Journalisten dazu bringen, positiv zu denken und nicht immer nur Angst vor der Zukunft zu haben:

Although many people are telling us that journalists are an endangered species, we think that these are the most exciting times to work in journalism. We want to collect your reasons why this is the case.

So besonders viele sind das aber nun doch nicht. Drei Tage nach einigen frohgemuten Einträgen des Users OJB (vom das Projekt initiierenden Online Journalism Blog) findet sich bisher genau ein Eintrag ein. “Jukka” freut sich, dass die Medienunternehmen in ihre Onlinemarken investieren.

Ein einziger Eintrag nach drei Tagen? Das ist nicht ganz so viel wie negative Gegenteil angryjournalist.com (mehr dazu), das bald bei 5000 von mutmasslichen Journalisten geschriebenen Beiträgen angekommen ist, die sich alle über etwas in ihrem Job ärgern.

Sieht fast so aus, als möchten Journalisten ihren Beruf lieber hassen als lieben. Anstatt “jolly” zu sein, gehen sie lieber zum Lachen in den Keller. Und schimpfen darüber, dass sie ihre tadellose Schreibmaschine nach 35 Jahren einwandfreier Funktion grundlos abgeben mussten. Ist ja auch ein harter Job, so den ganzen Tag tippen und denken und kommunizieren. Andere bauen Strassen und Häuser und sind den ganzen Tag an der Sonne. Oder im Schneesturm.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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1 Kommentar

  1. Frank
    schrieb am 9. Juni 2008 um 15:47 Uhr (#)

    Sollen jetzt die Journalisten auch noch den mind und die Aufgaben von Werbeaffen und PR-Lollies übernehmen? Was für eine bescheuerte Idee.

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