Steve Ballmer von Microsoft:
Noch zehn Jahre Papiermedien

In einem Interview mit der Washington Post erklärt Steve Ballmer, CEO der nicht ganz unbekannten IT-Bude Microsoft, Medien auf Papier für tot:

In the next 10 years, the whole world of media, communications and advertising are going to be turned upside down — my opinion.

Here are the premises I have. Number one, there will be no media consumption left in 10 years that is not delivered over an IP network. There will be no newspapers, no magazines that are delivered in paper form. Everything gets delivered in an electronic form.

Als der Journalist ungläubig nachfragt, ob er das ernst meint mit den 10 Jahren, sagt Ballmer:

Yeah. If it’s 14 or if it’s 8, it’s immaterial to my fundamental point. . . . If we want TV to be more interactive, you’ll deliver it over an IP network. I mean, it’s sort of funny today. My son will stay up all night basically playing Xbox Live with friends that are in various parts of the world, and yet I can’t sit there in front of the TV and have the same kind of a social interaction around my favorite basketball game or golf match. It’s just because one of these things is delivered over an IP network and the other is not. . . .

Also in the world of 10 years from now, there are going to be far more producers of content than exist today. We’ve already started to see that certainly in the online world, but we’ve just scratched the surface. (…)

Ich glaube nicht, dass es in zehn Jahren keine einzige Zeitung und keine einzige Zeitschrift auf Papier geben wird, aber wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass eine Firma wie Google so einen wichtigen Platz einnimmt im Alltag von vielen. Oder dass wir so oft e-mailen. Oder twittern. Oder facebooken. Oder xingen.

Warten wir besser ab bis 2018, als Ballmer zu früh als Extremist zu verschreien.

Update am 06.06.2008: Nun schreibt auch Spiegel Online darüber.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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5 Kommentare

  1. David Bauer
    schrieb am 6. Juni 2008 um 08:59 Uhr (#)

    Und vor zehn Jahren hat Microsoft geglaubt, man müsse das Internet nicht ernst nehmen…Ich gebe nicht viel auf Prognosen aus diesem Hause…

  2. Schreibt hier auf dem Blog Klaus Jarchow
    schrieb am 6. Juni 2008 um 10:46 Uhr (#)

    Solche Thesen sind wohl eher ‘micro-soft’, viel Glaube, wenig Empirie. Dass die Welt ‘literater’ wird, das ist wohl richtig: Die Schreibmonopole bröckeln …

  3. Anja Pasquay
    schrieb am 6. Juni 2008 um 12:03 Uhr (#)

    Ich glaube, dass wir in zehn Jahren die Lektüre gedruckter Zeitungen, Zeitschriften und Bücher als pure Erholung von dem ständigen elektronischen Gepinge, Gepiepse und Geflashe um unsere Zeit und Aufmerksamkeit noch viel mehr schätzen werden als heute.

  4. Erhard Lang
    schrieb am 6. Juni 2008 um 16:31 Uhr (#)

    Ich denke, da?sich binnen den n?sten zehn Jahre in der elektronischen Technologie eine Erneuerungs?s?igung eingestellt haben d?e, nicht weil den Machern nichts mehr neues einfiele, sondern weil die Menschen bis dahin ganz andere Sorgen umtreiben

  5. arbiter
    schrieb am 7. Juni 2008 um 19:41 Uhr (#)

    Mit der heraufziehenden Götterdämmerung IT/Computer/PC prophezeiten die Besitzer der Softwaregarage das papierlose Büro. ist eine Weile her. Seither hat sich der Papierverbrauch verdreißigfacht und einer der Papier am liebsten in großen Scheinen liebt, wagte nach dem Rundflugüber sein Imperium mit Bill Gates eine andere Prognose. Heinrich von Pierer: Ehe das papierlose Büro erfunden wird, wird die papierlose Toilette Standard sein. Auch wenn von Pierer nicht weiß, wo so`n bißchen Papiergeld von eins-zwei-drei-vier Milliarden abgeblieben ist, ob er hier nicht ausnahmsweise doch durchblickte?

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