Adobe lanciert Acrobat.com:
5 Tools für eine bessere Zusammenarbeit im Web

Adobe startet mit Acrobat.com ein ganzes Bündel von kollaborativen webbasierten Anwendungen und möchte damit die Art und Weise, wie wir Dokumente erstellen und an diesen zusammenarbeiten, revolutionieren.

Leser von netzwertig.com werden sich erinnern, dass uns die Themen Software as a Service, das Internet als Wolke und ähnliche in letzter Zeit sehr häufig beschäftigt haben. Das Web verschiebt sich zunehmend in die Cloud und mehr oder weniger alle grossen und viele kleine Spieler tüfteln an – durchaus unterschiedlichen – Strategien, wie sie unsere (Geschäfts-) Prozesse, unsere Daten, unsere Aktivitäten, also unsere Existenz in’s Web und dort zu sich lotsen können.

Adobe ist bis dato diesbezüglich etwas unter dem Radar geflogen. Mit PDF und Flash kontrollieren sie natürlich zwei der wichtigsten Formate im Web und mit Flex und Adobe AIR haben sie zwei mächtige Entwicklungswerkzeuge für Rich Internet Applications bzw. für Webanwendungen jenseits des Browsers unter ihren Fittichen, aber von ein paar kleineren Tools wie Kuler, JamJar, dem kürzlich gestarteten Photoshop Express und einigen anderen einmal abgesehen, haben sie vergleichsweise wenige Experimente mit Webanwendungen unternommen und erstaunlicherweise überhaupt keine me-too Anwendungen lanciert, um zumindest das Terrain zu markieren.

Mit der gestrigen Vorstellung von Acrobat.com starten sie nun dafür gleich ein ganzes Produktportfolio an Tools zur Erstellung von, Speicherung, Austausch und Zusammenarbeit an Dokumenten. Und weil Adobe wie immer sehr gut dabei ist, sehr hübsche und benutzerfreundliche Tools zu entwickeln, dürften sie damit bei den Mitbewerbern im Collaboration-Space für einiges an Kopfkratzen sorgen.

Acrobat.com besteht aus fünf Komponenten:

  • Buzzword – ein sehr netter webbasierter und kollaborativer Texteditor.
  • ConnectNow – Web-Konferenzen für bis zu drei Teilnehmern, u.a. mit Screensharing, Chat und Whiteboards.
  • Create PDF – zum Konvertieren von Dokumenten nach PDF. Allerdings ist die Anzahl pro User auf 5 beschränkt, es ist also eher als kleine Werbung für Acrobat 9 bzw. künftige Premium-Versionen zu verstehen.
  • Share – Dokumente verwalten und austauschen. Die jeweiligen Files lassen sich auch an anderer Stelle einbetten oder via URL verschicken, sind also auch als Ersatz für Email-Attachements geeignet.
  • und My Files – Persöhnlicher Speicherplatz für bis zu 5 GB.

Eine ausführliche Vorstellung der Features und Möglichkeiten würde hier den Rahmen bei weitem sprengen (ReadWriteWeb hat einen groben Überblick), es sei hier nur erwähnt, dass alle Anwendungen das tun, was man von ihnen erwartet, tatsächlich sehr schick sind, und auch für Benutzer, die sonst eher Desktop-Anwendungen verwenden, intuitiv verständlich sind. Zumindest erste Tests haben keinerlei unangenehme Überaschungen gebracht. Alle gängigen Textformate (Word, RTF, HTML, …) werden unterstützt und nahtlos in alle Tools integriert. Vielleicht am wichtigsten: alle Anwendungen sind darauf hin optimiert, die Zusammenarbeit zu erleichtern.

Die Basis-Features von Acrobat.com, wie sie aktuell angeboten werden, sind und bleiben werbefrei, Freunde von echten (= bezahlpflichtigen) Geschäftsmodellen werden es zu schätzen wissen, dass es für Firmenkunden kostenpflichtige Dienstleistungen und Premium-Features geben wird.

Our aim is to provide free document collaboration services for individuals that will meet the needs of most people. These services will remain free even when we come out of our beta phase. Over time we will provide businesses with premium subscription services such as workgroup capabilities, administrative controls, more advanced document workflows and additional capacity.

Fazit

Adobe ist mit Acrobat ein erstaunlicher Wurf gelungen. Während sich andere Mitspieler (etwa Microsoft und Google) gegenseitig belauern und, so scheint es zumindest, Produkte eher reaktiv zur Konkurrenz entwickeln und positionieren, hat sich Adobe der eigenen Stärken besonnen und eine Produktsuite mit eigenständigen Paradigmen und echtem Aha-Effekt ins Rennen geworfen, das auch für weniger web-affine Benutzergruppen attraktiv sein könnte. Acrobat.com leitet wohl nicht das Ende der Desktopanwendungen, wie wir sie kennen, ein, stellt aber für alle Anwendungsfälle, an denen es mehr als eine an einem Dokument interessierte Partei gibt, eine echte Alternative dar.

Reaktionen zum Launch:

 

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3 Kommentare

  1. Adobe mausert sich mehr und mehr zu einer meiner Lieblingsfirmen…
    Sieht gut aus.

  2. Habt Ihr schon registriert, dass der Bildschirm mit Firefox (Mac) schwarz bleibt? Mit Safari funktionierte der Adobe Flash-Player auch nicht immer. Zum Beispiel war es mir nicht möglich, aus der Applikation Share zu BuzzWords zu wechseln. Beta-Krankheiten?

  3. @Uli kann ich nicht einschätzen. Unter Windows hatte ich keine Probleme. Aber Adobe ist eine Firma, der Macs durchaus am Herzen liegen. Es würde mich nicht wundern, wenn sie etwaige Kompatibilitätsprobleme sowohl kennen, als auch daran arbeiten. Just guessing.

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  1. [...] Informationen zu Acrobat.com finden sich hier und [...]

  2. [...] Adobe erweitert das Angebot der kollaborativen Produktpallette von Acrobat.com (unsere Review) um einige kostenpflichtige [...]