Online ist anders
Anerkennung für die eigenständige Online-Redaktion oder Schmutz-Schutz für die Printausgabe: Viele Nachrichtenportale haben einen eigenen Markennamen. Warum eigentlich?
Auch bei der Zeit ist es nun vorbei mit der “medienübergreifende Markenführung” (schreibt zum Beispiel das Design Tagebuch), seit einiger Zeit firmiert das Online-Angebot nicht länger unter dem Namen der Zeitung. Stattdessen heißt es nun: Zeit Online. Über Sinn und Zweck dieser Teilung kann man verschiedene Ansichten haben: Einerseits wird die Arbeit einer eigenständigen Redaktion honoriert. Aus der Perspektive der Journalisten lobenswert. Ebenso nachvollziehbar für die Verlagsseite – sind doch die Internetredaktionen ein weiteres Profit-Center mit eigener Kostenstelle.
Aber was ist mit den Nutzern? Unterscheiden auch sie penibel zwischen Print und Online? Oder nehmen sie den Stern als eine Marke wahr, im Internet wie am Kiosk? Stattdessen Verwirrung. Eine kleine Übersicht:
| Die Zeit | Zeit Online |
| Der Spiegel | Spiegel Online |
| WAZ, NRZ, WR … | DerWesten |
| Süddeutsche Zeitung | sueddeutsche.de |
| Frankfurter Rundschau | FR-online.de |
| Die Welt | Welt Online |
| Frankfurter Allgemeine Zeitung | FAZ.net |
| stern | stern.de |
| Der Tagesspiegel | Der Tagesspiegel |
| taz | taz.de |
Deutliche Meinung dazu im Design Tagebuch:
… die digitalen Ableger der Print-Ausgabe [werden] als EINE Marke wahrgenommen, selbst wenn im Hintergrund andere Redaktionen tätig sind. Die Bezeichnung ?Online? wird oftmals von den Nutzern gar nicht bemerkt und auch nicht mitgesprochen. Das Anhängsel aus den ersten Tagen des Internets ist meiner Meinung nach heutzutage abkömmlich.
Eine treffende Sonntagsfrage: Was denn nun – Anerkennung und vielleicht sogar notwendige transparente Kommunikation getrennter Organisationseinheiten nach außen oder doch unnötiges Anhängsel?
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.



















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Ich vermute, dass es auch finanzielle Gruende gibt, warum die Einheiten getrennt werden. Es waere spannend zu erfahren, wie die interne Verrechnung funktioniert. Daran wuerde man erkennen, ob es einen internen Konkurrenzkampf zwischen den Abteilungen gibt bzw. vielleicht absichtlich aufgebaut wird.
Bei Spiegel Online (“SPON”) unterscheide ich durchaus zwischen Online-Auftritt und Printmedium. Die Webseite ist eine topaktuell gehaltene Nachrichtenseite, das Magazin der wöchentliche (und qualitativ höherwertige) Bereich mit Hintergrundberichten. Es ist (auch im Small Talk mit anderen Leuten) schon ein Unterschied, ob ich darüber rede, was ich gerade bei Spiegel Online gelesen habe oder im letzten Spiegel (Magazin).
SPON -> aktuelle News
Spiegel Magazin -> Hintergrundberichte, fundierte Recherchen.
Halte die namentliche “Trennung”, obgleich die Marke “Spiegel” ja ohnehin in beiden Angeboten das feste Markenzeichen ist, für absolut legitim.