Exklusiv:
ProSiebenSat.1 übernimmt Lokalisten für 25 Millionen Euro

Martin Weigert, 24. Mai 2008 02:33 Uhr, 29 Kommentare Kommentare

Das Social Network Lokalisten geht nach uns vorliegenden Informationen aus zuverlässiger Quelle vollständig in den Besitz der bisherigen Anteilseignerin ProSiebenSat.1 Media AG über.

Seit Oktober 2006 besitzt die ProSiebenSat.1 Media AG bereits 30 Prozent am Social Network Lokalisten, einer Community mit mehr als 1,8 Millionen Mitgliedern, die vorrangig im Münchener Raum wohnen. Jetzt soll die Minderheitsbesitzerin gemäß einer zuverlässigen Quelle Lokalisten komplett übernommen und für die restlichen 70 Anteilsprozente 25 Millionen Euro bezahlt haben. Keine der beiden Seiten war am Freitag für eine Stellungnahme erreichbar.

Update: ProSiebenSat.1 bestätigt die Übernahme, übernimmt 90 Prozent von lokalisten. Siehe unsere Meldung dazu.

Zu den Investoren von Lokalisten gehörten unter anderem der European Founders Fund der Samwer-Brüder. Sollten unsere Informationen stimmen, hätte das umtriebige Unternehmer-Trio, das seit einigen Monaten auch an Facebook beteiligt ist, einmal mehr ein Investment ordentlich vergoldet.

Der Einkauf wäre für die ProSiebenSat.1 Media AG nur der logische nächste Schritt im Online-Wettbewerb mit RTL. Deren Onlinetochter RTL Interactive hatte sich Ende Februar mit 49 Prozent am aufstrebenden Social Network wer-kennt-wen.de beteiligt und besitzt die Option für eine Komplettübernahme.

wer-kennt-wen.de ist das derzeit wohl am schnellsten wachsende soziale Netzwerk in Deutschland und hat seinen Mitgliederschwerpunkt im Südwesten der Bundesrepublik, breitet sich jedoch verstärkt auch in andere Landesteile aus. RTLs Einstieg bei wer-kennt-wen.de wurde gemeinhin als Reaktion auf die ProSiebenSat.1-Beteiligung Lokalisten interpretiert.

Die Intention der beiden TV-Anbieter ist klar: Mit Hilfe nutzerstarker Social Networks rücken sie näher an die Zielgruppe, können crossmediale Werbepakete schnüren und nicht vermarktete Anzeigenflächen für Eigenpromotion nutzen. Angesichts der jüngsten Nachricht ist zu erwarten, dass sich auch RTL bald das bei ihm bereits an der Angel hängende wer-kennt-wen.de vollständig einverleiben wird. Die Zahl erfolgreicher, unabhängiger Social Networks aus dem deutschsprachigen Raum nimmt damit weiter ab, gleichzeitig übernehmen die etablierten Medienkonzerne die Kontrolle.

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26.5.2008, 1 KommentareBestätigt:
ProSiebenSat.1 übernimmt lokalisten

29 Kommentare

  1. Bernd
    schrieb am 24. Mai 2008 um 02:51 Uhr (#)

    Sind 25 Millionen Euro für gerade mal 1,8 Millionen User nicht etwas zuviel?

    Das wird genauso schwer die Investitionen wieder reinzubekommen wie bei StudiVZ.

    Zumal die 1,8 Millionen User sicherlich nicht alle “aktive” sind…

  2. der-Heiko
    schrieb am 24. Mai 2008 um 08:56 Uhr (#)

    Meinen herzlichsten Glückwunsch nach München, ein wirklich schöner Exit :)

    Grüssle Heiko

  3. René
    schrieb am 24. Mai 2008 um 11:58 Uhr (#)

    @Bernd,

    hm, lass es mal nur 1 Mio aktive User sein. Der Kaufpreis pro User liegt dann bei gerade mal 25 EUR. Ich denke, das ist noch im gesunden Rahmen.

    Wenn ich an die US-Pendants wie Facebook und Co. denke, dann ist das sogar noch ein Schnäppchen.

    Bei StudiVZ wird sich das auf lange Sicht auch rechnen, zumal es ja nicht nur ein Portal in einem Land ist, sondern viele vereinzelte unter einer Dachgesellschaft. Bei den PI die StudiVZ hat, dürfte das ROI nur wenige Jahre betragen.

    Gruß
    René

  4. René
    schrieb am 24. Mai 2008 um 12:03 Uhr (#)

    Zumal Lokalisten sicherlich ein strategisch besserer Schachzug war / ist, als RTL mit dem komischen WKW. Das ist unübersichtlich, optisch nicht ansprechend und auch sonst recht verbugged.

    Wobei bei StudiVZ haben die Hacks ja auch nicht geschadet, sie haben immer noch eine höchst frequentiere Seite.

  5. Aaron
    schrieb am 24. Mai 2008 um 12:03 Uhr (#)

    glückwunsch der artikel hats schön auf heise geschafft…

  6. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. Mai 2008 um 12:14 Uhr (#)

    @ Aaron

    Das ist der Unterschied, wenn man unter dem Dach eines Unternehmens bloggt. Da geht soetwas viel schneller ;)

  7. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 24. Mai 2008 um 12:41 Uhr (#)

    » René: “Optisch nicht ansprechend” ist aber auch nicht gerade ein Alleinstellungsmerkmal bei deutschen Social Networks :D

  8. carlcomma
    schrieb am 24. Mai 2008 um 13:06 Uhr (#)

    Lachnummer, von den angegebenen 2 millionen mitgliedern können massenhaft fakes, also Scheinidentitäten abgezogen werden.
    hinzu kommt daß gerade mal 50.000 user
    gleichzeitig online sind – dabei gehen die server in die knie und was bitte treiben die restlichen Mitglieder ha ha
    in dieser Zeit …

  9. Kevin Dewi
    schrieb am 24. Mai 2008 um 14:44 Uhr (#)

    gibt es eigentlich irgendwo Zahlen wieviel umsatz lokalisten.de macht?

    würde mich mal interessieren wieviel umsatz SNs pro User im Jahr generieren.

  10. Philipp
    schrieb am 25. Mai 2008 um 00:35 Uhr (#)

    Das nenne ich mal einen gelungen Einstand Martin :D Sogar Mashable verlinkt auf euch: http://mashable.com/2008/05/24/lokaliste/

    Zu Lokalisten: War klar, dass es irgendwann so kommt. Glückwunsch als Loka Team.

    LG,
    Philipp

  11. René
    schrieb am 25. Mai 2008 um 12:49 Uhr (#)

    @Florian,

    nee, dass ist klar. Wenn ich mir so etliche andere Communities ansehe, sind die genauso gruselig was Usability angeht. Aber manchen sind halt optisch so derb, dass ich mich nur angemeldet hatte, um einen Grund für die vielen User zu finden. Meist gab es keinen und deshalb bin ich wieder weg.

    Merke, Optik bringt anscheinend nicht wirklich etwas. Hauptsache die Idee ist neu.

    Wobei… neue war StudiVZ auch nicht aber in deutsch und somit ein gutes Pendant zu facebook. Den Leuten war / ist es egal, dass sie quasi mit einer geklauten Variante “spielen”.

    Und nein, dass ist keine Verunglimpfung. Es gab Screenshots, wo selbst die Entwickler ihre Pfade nach facebook benannt hatten. ;-)

  12. Wolfgang
    schrieb am 26. Mai 2008 um 09:39 Uhr (#)

    @ Kevin Dewi:
    Habe mir aus gut unterrichteten Quellen zuflüstern lassen dass die in letzter Zeit mehr als eine Mio. Euro pro Monat machen. Ungefähr auf einer Höhe mit StudiVZ…

  13. martin
    schrieb am 26. Mai 2008 um 10:36 Uhr (#)

    Werden bei den Veräußerungen eigentlich immer die Nettoverkaufspreise kommuniziert? Danke für die Info.

  14. Thomas Schulze
    schrieb am 26. Mai 2008 um 10:46 Uhr (#)

    Gratuliere! Herzlichen Glückwunsch!

    Gruss Thomas von http://www.spirofrog.de

  15. Alexander Hüsing
    schrieb am 26. Mai 2008 um 11:50 Uhr (#)

    ProSiebenSat1 hat mir die Sache gerade offiziell bestätigt. Kleine Ergänzung: Sie halten nach eigenen Angaben nun 90 % der Anteile.

  16. Bassic
    schrieb am 26. Mai 2008 um 12:08 Uhr (#)

    Wenn ich das ausrechne, müsste ich EUR 208000 kriegen für Bassic (Bassplattform) mit 15′000 Mitgliedern.

    Hmm. Angebote? ;-)

  17. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. Mai 2008 um 14:18 Uhr (#)

    @ Alexander

    Merkwürdig, warum 90 statt 100 Prozent, oder?

  18. Florian Bailey
    schrieb am 26. Mai 2008 um 15:20 Uhr (#)

    Optik und Design ist überhaupt kein Kriterium für Online Erfolg.
    Nennt mir eine erfolgreiche Seite die durchgestylt war.

    Schlechtes (mehr HTML als sonstwas) Design von Anfang an (aber erfüllt natürlich Funktion): Craigslist, Ebay, Amazon, Google, Facebook, …. usw.

    Online Design wird völlig überschätzt.

    Ansonsten Glückwunsch nach München.

  19. Harald
    schrieb am 26. Mai 2008 um 15:36 Uhr (#)

    Hallo,

    in der APRIL ‘brandeins’ wird das schon ganz gut abgehandelt = Nach dem Rausch
    Der Hype ist vorbei.
    Web 2.0 muss nun seine Geschäftsfähigkeit beweisen.
    Allerdings wird vielfach m.E. das Wachsen von MicroCommunities auf Basis Ning, Tribaxx ewtc. etc. völlig unterschätzt.
    Wenn dort auch keine Millionen machen zu sind – ab einigen Tausend user kann man schon profitabel arbeite, Wie gesagt BRANDEINS.

    PS: Ich bin weder Redakteur noch sonstwie mit brandeins verbandelt – ausser dass ich die toll finde

  20. tobias
    schrieb am 20. Juli 2008 um 14:05 Uhr (#)

    carlcomma und du bist eine lachnummer ;) bin froh dass du offensichtlich endlich bei den lokalisten rausgeworfen wurdest- zum schutz aller anderen mitglieder. danke lokalisten und glückwunsch zum verkauf – ihr macht das schon!
    tobias

  21. dfhd
    schrieb am 21. Juli 2008 um 11:36 Uhr (#)

    na und!?

  22. Maria
    schrieb am 19. August 2008 um 18:23 Uhr (#)

    Hallo,
    25 Millionen für Lokalisten ist ja ganz schön wenig. Ich glaube das liegt daran, das sich diese Sozialen Netzwerke gar nicht rechnen und sie nur dadurch aufrecht erhalten werden indem irgendwelche Medienkonzerne Tag und Nacht Werbung dafür machen. Ich frag mich nur wie lange es dauert bis diese Medienmacher verstehen das durch diese ganze Werbung für diese Nixnutzigen Portale ihr Kerngeschäft darunter leidet. Ich mein, Schuhster bleib bei deinen Leisten und überlass das Internetgeschäft dennen die was davon verstehen. LG Maria

  23. NILS
    schrieb am 9. September 2008 um 15:32 Uhr (#)

    hallo, lokis ist geil°°°!!!

  24. Klemens
    schrieb am 22. September 2008 um 15:34 Uhr (#)

    Hi,
    hoffentlich wird prosiebensat1 nicht Geld für die Lokalisten verlangen.
    Im Moment ist es nämlich noch kostenlos.(Zum Glück)

  25. maurice
    schrieb am 9. November 2008 um 18:19 Uhr (#)

    ahja aber 25 mio das is ein bissjen fiel wöde ich mal so sagen also 10 wern ja ok aber naja müssen die jah wiessen ach so added mich mal bei icq 475-074-158

  26. GlowingHeart
    schrieb am 21. November 2008 um 18:37 Uhr (#)

    So geht die Freiheit des werbefreien Internets verloren und ehemals unabhängige Internetportale werden verkommerzialisiert.

    Nach “Web 2.0″ kommt dann wohl “Web Komm.erz” und man eignet sich die “Kommunikationsherrschaft” an, um Meinungsmache betreiben zu können. Virtuelle Gehirnwäsche, was ein Kunde zu verkonsumieren hat – unterschwellige Vermischung von Werbung, Redaktionelles und Propaganda privater Interessen.

    Nicht nur das das TV und Telefon missbraucht wird um mit den geringsten Mitteln maximalen Profit zu machen, auch das Internet wird zunehmend von dieser Geldmachmaschinerie missbraucht.

    Heute werden nur noch Geldbeschaffungsprogramme ohne realen Gegenwert und wirtschaftlichen Nutzen ersonnen und hämisch als “Innovatives Geschäftsmodel” bezeichnet, um den noch ehrlich und körperlich arbeitenden Menschen finanziell abzuzocken und sich daran privat zu bereichern.

    Die Börsen der Welt – ein Hort vernetzter Glücksspiellokale, wo der kleine Anleger durch gezielte Falschinformationen und Irreführung als “Kanonenfutter” missbraucht wird, was man an dem gestiegenen Werbeterror von Börsenhändler auf den privaten Sendern erkennen kann.

    Ach ja, “Lokis” – Der totale virtuelle Schwachsinn!

  27. Auyana
    schrieb am 3. Dezember 2008 um 18:21 Uhr (#)

    Ich bin überrascht, welche Summen für “lediglich” eine Homepage fließen. Ich glaube nicht, dass die Gründer von Lokalisten einen solchen Erfolg zu Beginn der Entwicklung Ihrer Plattform gedacht hätten.

  28. Diddy
    schrieb am 10. März 2009 um 00:44 Uhr (#)

    Zum Glück gehen die meisten unter uns (Portal-/Website-Betreibern) nicht davon aus, gekauft zu werden. ;-) So bleibt also noch viel Platz für Meinungsfreiheit und Idealismus.

  29. Mark
    schrieb am 10. Januar 2010 um 08:24 Uhr (#)

    Ich bin beeindruckt, über welchem Summen verhandelt wird. Allerdings vermute ich, das in Zukunft tatsächlich “Web.Ko.m.merz” passieren wird. Wer bezahlt das meiste Geld für die meisten Nutzer?

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