Exklusiv:
ProSiebenSat.1 übernimmt Lokalisten für 25 Millionen Euro
Das Social Network Lokalisten geht nach uns vorliegenden Informationen aus zuverlässiger Quelle vollständig in den Besitz der bisherigen Anteilseignerin ProSiebenSat.1 Media AG über.
Seit Oktober 2006 besitzt die ProSiebenSat.1 Media AG bereits 30 Prozent am Social Network Lokalisten, einer Community mit mehr als 1,8 Millionen Mitgliedern, die vorrangig im Münchener Raum wohnen. Jetzt soll die Minderheitsbesitzerin gemäß einer zuverlässigen Quelle Lokalisten komplett übernommen und für die restlichen 70 Anteilsprozente 25 Millionen Euro bezahlt haben. Keine der beiden Seiten war am Freitag für eine Stellungnahme erreichbar.
Update: ProSiebenSat.1 bestätigt die Übernahme, übernimmt 90 Prozent von lokalisten. Siehe unsere Meldung dazu.
Zu den Investoren von Lokalisten gehörten unter anderem der European Founders Fund der Samwer-Brüder. Sollten unsere Informationen stimmen, hätte das umtriebige Unternehmer-Trio, das seit einigen Monaten auch an Facebook beteiligt ist, einmal mehr ein Investment ordentlich vergoldet.
Der Einkauf wäre für die ProSiebenSat.1 Media AG nur der logische nächste Schritt im Online-Wettbewerb mit RTL. Deren Onlinetochter RTL Interactive hatte sich Ende Februar mit 49 Prozent am aufstrebenden Social Network wer-kennt-wen.de beteiligt und besitzt die Option für eine Komplettübernahme.
wer-kennt-wen.de ist das derzeit wohl am schnellsten wachsende soziale Netzwerk in Deutschland und hat seinen Mitgliederschwerpunkt im Südwesten der Bundesrepublik, breitet sich jedoch verstärkt auch in andere Landesteile aus. RTLs Einstieg bei wer-kennt-wen.de wurde gemeinhin als Reaktion auf die ProSiebenSat.1-Beteiligung Lokalisten interpretiert.
Die Intention der beiden TV-Anbieter ist klar: Mit Hilfe nutzerstarker Social Networks rücken sie näher an die Zielgruppe, können crossmediale Werbepakete schnüren und nicht vermarktete Anzeigenflächen für Eigenpromotion nutzen. Angesichts der jüngsten Nachricht ist zu erwarten, dass sich auch RTL bald das bei ihm bereits an der Angel hängende wer-kennt-wen.de vollständig einverleiben wird. Die Zahl erfolgreicher, unabhängiger Social Networks aus dem deutschsprachigen Raum nimmt damit weiter ab, gleichzeitig übernehmen die etablierten Medienkonzerne die Kontrolle.


















Artikel per Feed
Artikel per E-Mail
Artikel bei Twitter
Facebook-Seite
Sind 25 Millionen Euro für gerade mal 1,8 Millionen User nicht etwas zuviel?
Das wird genauso schwer die Investitionen wieder reinzubekommen wie bei StudiVZ.
Zumal die 1,8 Millionen User sicherlich nicht alle “aktive” sind…
Meinen herzlichsten Glückwunsch nach München, ein wirklich schöner Exit :)
Grüssle Heiko
@Bernd,
hm, lass es mal nur 1 Mio aktive User sein. Der Kaufpreis pro User liegt dann bei gerade mal 25 EUR. Ich denke, das ist noch im gesunden Rahmen.
Wenn ich an die US-Pendants wie Facebook und Co. denke, dann ist das sogar noch ein Schnäppchen.
Bei StudiVZ wird sich das auf lange Sicht auch rechnen, zumal es ja nicht nur ein Portal in einem Land ist, sondern viele vereinzelte unter einer Dachgesellschaft. Bei den PI die StudiVZ hat, dürfte das ROI nur wenige Jahre betragen.
Gruß
René
Zumal Lokalisten sicherlich ein strategisch besserer Schachzug war / ist, als RTL mit dem komischen WKW. Das ist unübersichtlich, optisch nicht ansprechend und auch sonst recht verbugged.
Wobei bei StudiVZ haben die Hacks ja auch nicht geschadet, sie haben immer noch eine höchst frequentiere Seite.
glückwunsch der artikel hats schön auf heise geschafft…
@ Aaron
Das ist der Unterschied, wenn man unter dem Dach eines Unternehmens bloggt. Da geht soetwas viel schneller ;)
» René: “Optisch nicht ansprechend” ist aber auch nicht gerade ein Alleinstellungsmerkmal bei deutschen Social Networks :D
Lachnummer, von den angegebenen 2 millionen mitgliedern können massenhaft fakes, also Scheinidentitäten abgezogen werden.
hinzu kommt daß gerade mal 50.000 user
gleichzeitig online sind – dabei gehen die server in die knie und was bitte treiben die restlichen Mitglieder ha ha
in dieser Zeit …
gibt es eigentlich irgendwo Zahlen wieviel umsatz lokalisten.de macht?
würde mich mal interessieren wieviel umsatz SNs pro User im Jahr generieren.
Das nenne ich mal einen gelungen Einstand Martin :D Sogar Mashable verlinkt auf euch: http://mashable.com/2008/05/24/lokaliste/
Zu Lokalisten: War klar, dass es irgendwann so kommt. Glückwunsch als Loka Team.
LG,
Philipp
@Florian,
nee, dass ist klar. Wenn ich mir so etliche andere Communities ansehe, sind die genauso gruselig was Usability angeht. Aber manchen sind halt optisch so derb, dass ich mich nur angemeldet hatte, um einen Grund für die vielen User zu finden. Meist gab es keinen und deshalb bin ich wieder weg.
Merke, Optik bringt anscheinend nicht wirklich etwas. Hauptsache die Idee ist neu.
Wobei… neue war StudiVZ auch nicht aber in deutsch und somit ein gutes Pendant zu facebook. Den Leuten war / ist es egal, dass sie quasi mit einer geklauten Variante “spielen”.
Und nein, dass ist keine Verunglimpfung. Es gab Screenshots, wo selbst die Entwickler ihre Pfade nach facebook benannt hatten. ;-)
@ Kevin Dewi:
Habe mir aus gut unterrichteten Quellen zuflüstern lassen dass die in letzter Zeit mehr als eine Mio. Euro pro Monat machen. Ungefähr auf einer Höhe mit StudiVZ…
Werden bei den Veräußerungen eigentlich immer die Nettoverkaufspreise kommuniziert? Danke für die Info.
Gratuliere! Herzlichen Glückwunsch!
Gruss Thomas von http://www.spirofrog.de
ProSiebenSat1 hat mir die Sache gerade offiziell bestätigt. Kleine Ergänzung: Sie halten nach eigenen Angaben nun 90 % der Anteile.
Wenn ich das ausrechne, müsste ich EUR 208000 kriegen für Bassic (Bassplattform) mit 15′000 Mitgliedern.
Hmm. Angebote? ;-)
@ Alexander
Merkwürdig, warum 90 statt 100 Prozent, oder?
Optik und Design ist überhaupt kein Kriterium für Online Erfolg.
Nennt mir eine erfolgreiche Seite die durchgestylt war.
Schlechtes (mehr HTML als sonstwas) Design von Anfang an (aber erfüllt natürlich Funktion): Craigslist, Ebay, Amazon, Google, Facebook, …. usw.
Online Design wird völlig überschätzt.
Ansonsten Glückwunsch nach München.
Hallo,
in der APRIL ‘brandeins’ wird das schon ganz gut abgehandelt = Nach dem Rausch
Der Hype ist vorbei.
Web 2.0 muss nun seine Geschäftsfähigkeit beweisen.
Allerdings wird vielfach m.E. das Wachsen von MicroCommunities auf Basis Ning, Tribaxx ewtc. etc. völlig unterschätzt.
Wenn dort auch keine Millionen machen zu sind – ab einigen Tausend user kann man schon profitabel arbeite, Wie gesagt BRANDEINS.
PS: Ich bin weder Redakteur noch sonstwie mit brandeins verbandelt – ausser dass ich die toll finde
carlcomma und du bist eine lachnummer ;) bin froh dass du offensichtlich endlich bei den lokalisten rausgeworfen wurdest- zum schutz aller anderen mitglieder. danke lokalisten und glückwunsch zum verkauf – ihr macht das schon!
tobias
na und!?
Hallo,
25 Millionen für Lokalisten ist ja ganz schön wenig. Ich glaube das liegt daran, das sich diese Sozialen Netzwerke gar nicht rechnen und sie nur dadurch aufrecht erhalten werden indem irgendwelche Medienkonzerne Tag und Nacht Werbung dafür machen. Ich frag mich nur wie lange es dauert bis diese Medienmacher verstehen das durch diese ganze Werbung für diese Nixnutzigen Portale ihr Kerngeschäft darunter leidet. Ich mein, Schuhster bleib bei deinen Leisten und überlass das Internetgeschäft dennen die was davon verstehen. LG Maria
hallo, lokis ist geil°°°!!!
Hi,
hoffentlich wird prosiebensat1 nicht Geld für die Lokalisten verlangen.
Im Moment ist es nämlich noch kostenlos.(Zum Glück)
ahja aber 25 mio das is ein bissjen fiel wöde ich mal so sagen also 10 wern ja ok aber naja müssen die jah wiessen ach so added mich mal bei icq 475-074-158
So geht die Freiheit des werbefreien Internets verloren und ehemals unabhängige Internetportale werden verkommerzialisiert.
Nach “Web 2.0″ kommt dann wohl “Web Komm.erz” und man eignet sich die “Kommunikationsherrschaft” an, um Meinungsmache betreiben zu können. Virtuelle Gehirnwäsche, was ein Kunde zu verkonsumieren hat – unterschwellige Vermischung von Werbung, Redaktionelles und Propaganda privater Interessen.
Nicht nur das das TV und Telefon missbraucht wird um mit den geringsten Mitteln maximalen Profit zu machen, auch das Internet wird zunehmend von dieser Geldmachmaschinerie missbraucht.
Heute werden nur noch Geldbeschaffungsprogramme ohne realen Gegenwert und wirtschaftlichen Nutzen ersonnen und hämisch als “Innovatives Geschäftsmodel” bezeichnet, um den noch ehrlich und körperlich arbeitenden Menschen finanziell abzuzocken und sich daran privat zu bereichern.
Die Börsen der Welt – ein Hort vernetzter Glücksspiellokale, wo der kleine Anleger durch gezielte Falschinformationen und Irreführung als “Kanonenfutter” missbraucht wird, was man an dem gestiegenen Werbeterror von Börsenhändler auf den privaten Sendern erkennen kann.
Ach ja, “Lokis” – Der totale virtuelle Schwachsinn!
Ich bin überrascht, welche Summen für “lediglich” eine Homepage fließen. Ich glaube nicht, dass die Gründer von Lokalisten einen solchen Erfolg zu Beginn der Entwicklung Ihrer Plattform gedacht hätten.
Zum Glück gehen die meisten unter uns (Portal-/Website-Betreibern) nicht davon aus, gekauft zu werden. ;-) So bleibt also noch viel Platz für Meinungsfreiheit und Idealismus.
Ich bin beeindruckt, über welchem Summen verhandelt wird. Allerdings vermute ich, das in Zukunft tatsächlich “Web.Ko.m.merz” passieren wird. Wer bezahlt das meiste Geld für die meisten Nutzer?