six groups bringt Social Networks auf externe Seiten – schneller als MySpace & Co

six groupsServices, mit denen Nutzer kostenlos eigene Social Networks erstellen können, gibt es wie Sand am Meer. Neben Ning, dem bekanntesten und erfolgreichsten Vertreter dieser Gattung, existieren sowohl auf internationaler Ebene (KicksApps, CrowdVine, CollectiveX, Jinity) als auch im deutschsprachigen Raum (six groups, mixxt, TRIBAX, Groops.de, mypeopls) eine ganze Reihe ähnlicher Anbieter. Dass nicht jeder davon eine erfüllte Zukunft haben wird, liegt angesichts dieser Konkurrenz und kaum vorhandener Unterscheidungsmerkmale auf der Hand. Das Team des Hamburger Dienstes six groups hat eine kluge Form der Differenzierung vom Wettbewerb gefunden und dazu noch Glück mit dem Timing. Während MySpace, Facebook und Google Teile und Funktionen ihrer Social Networks auf externen Seiten verfügbar machen wollen, möchte six groups mit seiner neu entwickelten Livecommunity einen ähnlichen Weg gehen und hat dies bereits umgesetzt.

Bei Livecommunity handelt es sich um ein in einer Minute erstelltes Social Network für eine beliebige Website. Dessen Betreiber muss nichts weiter tun, als bei six groups die Adresse seiner Seite anzugeben, sich zu registrieren und einen Code in den Quelltext seines Angebots einzubauen. Anschließend erscheint die six groups Livecommunity als Statusleiste oberhalb der Teilnehmerseite. Wie das aussieht, seht ihr auf der Webpräsenz der next08-Konferenz. Durch einen Klick auf die Leiste wird das seitenspezifische Social Network eingeblendet. Dies besteht aus einer Shoutbox, einer Übersicht eingeloggter Benutzer sowie einem Livestream, der definierbare, möglichst zur Community passende Inhalte von YouTube, Flickr, Twitter, sevenload und Technorati anzeigt.

sixgroupsscreenNutzer können als Gast mitchatten oder sich registrieren, was ihnen Zugang zu typischen Social-Network-Funktionen wie Upload eines Fotos, das Knüpfen von Kontakten sowie das Versenden von privaten Nachrichten bei sämtlichen six groups Communities verschafft. Für die nächste Zeit ist unter anderem die Möglichkeit der Integration einer Livecommunity über ein Miniwidget geplant. Jedes für eine externe Seite erstellte Social Network ist wie bisher auch über eine eigene URL unter dem Dach von six groups zu finden (z.B. http://next08.sixgroups.com/).

six groups-Geschäftsführer Bahne Carstensen erklärte mir per Mail, dass es Communities um die verschiedensten Websites gibt: Onlineshops, Blogs, Firmen-, Event- und Hobbyseiten. Doch in den meisten Fällen sind diese Communities unsichtbar. Mit dem neuen Ansatz will six groups dies ändern. Die Chancen, dass dies klappt, stehen gar nicht schlecht. Zwar verspüren viele Anwender eine immer stärkere Unlust, sich bei noch einem sozialen Netzwerk à la studiVZ oder Facebook anzumelden. Eine vorhandene, starke Bindung zu ihrer Stammseite oder ihrem Lieblingsblog aber könnte hier für Neugier und eine aufkommende Lust am Austausch mit Gleichgesinnten (= anderen Stammbesuchern) direkt auf der Seite sorgen.

six groups sollte die nächsten Wochen und Monate dazu nutzen, ordentlich für Livecommunity Werbung zu machen und möglichst viele Mitglieder zu gewinnen, um vielleicht sogar in den Genuss des berühmten Netzwerkeffektes zu kommen. Irgendwann tauchen dann nämlich MySpace, Facebook und Google auf und offerieren Webdiensten ähnliche oder noch tiefergehende Social Features, mit ihrer großen Mitgliederbasis als Trumpfkarte. Es wird sich zeigen, ob und wie es six groups gelingt, den zeitlichen Vorsprung zu nutzen.

Update: six groups-Mitbegründer Andreas Stephan hat Ernst-Jan Pfauth von The Next Web das Versprechen gegeben, bald auch den Login mit OpenID zu ermöglichen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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13 Kommentare

  1. Norman
    schrieb am 14. Mai 2008 um 00:30 Uhr (#)

    die hamburger sind im moment ganz weit vorne, liegt wohl an hamburg ;).
    Andere Projekte konnten die Jungs wohl nicht machen, was wohl für den Aufwand und die Qualität des “externe Seiten Features” steht.
    Ähnlich gelagert wie Weblin, nur ohne Avatar, dafür mehr Austauschfunktion.

  2. Marc
    schrieb am 14. Mai 2008 um 08:30 Uhr (#)

    schade dass es keine Übersicht gibt über die verschiedenen Funktionen, wie bsw. hier für CMS-Systeme: http://www.cmsmatrix.org

    1. Gero
      schrieb am 16. Mai 2008 um 15:21 Uhr (#)

      Ich hab mal angefangen, eine änhliche Liste zu basteln:
      http://startup-talk.de/vi…pic.php?f=2&t=7
      Sind im Moment aber erst vier Anbieter drin.

    2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 16. Mai 2008 um 16:53 Uhr (#)

      Herrliche Art der Tabellendarstellung ;)

    3. Gero
      schrieb am 16. Mai 2008 um 17:53 Uhr (#)

      Nicht wahr? ;)
      Wenn noch ein paar dazukommen mus ich mir eh was besseres einfallen lassen…

  3. silvio
    schrieb am 14. Mai 2008 um 10:27 Uhr (#)

    Klasse Idee! Auch wir probieren Inhalte aus der Community auf externe Seiten zu bringen. Beispiel: individuelles Autoquartett von autoki-Usern…

    http://berndroethlingshoe…widget-von-auto.html

  4. Gero
    schrieb am 14. Mai 2008 um 11:34 Uhr (#)

    Die Idee gefällt mir sehr gut, bleibt abzuwarten, wie das ganze von den Nutzern der Seiten angenommen wird.

  5. Marco
    schrieb am 14. Mai 2008 um 11:53 Uhr (#)

    Man kann ein eigenes Social Network erstellen und gleichzeitig sehen, wer auf einer Webseite gerade online ist, richtig? Dann ist es ja eine Kombination von ning.com und whos.amung.us. Eine sehr gute Idee!

  6. Timon
    schrieb am 14. Mai 2008 um 11:54 Uhr (#)

    Eine Verschmelzung mit openID würde das Werk meiner Ansicht nach vervollständigen, so dass man weder auf ein Gastkonto zurückgreifen muss, noch eine Neuanmeldung in Kauf nehmen muss, so dass es noch einfacher wird mit seinem Profil “sozial” zu sein.

  7. OleS
    schrieb am 14. Mai 2008 um 13:14 Uhr (#)

    @Martin
    schreibt man im deutschen die Mehrzahl von dem englischen Wort “community” nicht eher so: “communitys”?
    Denn das Wort wird doch im deutschen konjugiert und nicht im englischen. :O

  8. Martin Weigert
    schrieb am 14. Mai 2008 um 13:36 Uhr (#)

    @ Ole
    Mhh jo gut möglich ;)

    @ Timon
    Stimmt, das wäre aus Usersicht natürlich sehr nett. Fragt sich, wie man das aus six groups-Perspektive beurteilen möchte. Die Seite braucht Mitglieder, die an six groups und dessen Networks gebunden sind. So archaisch dies klingen mag, aber ein Startup sollte vorher seine Existenz sichern, bevor es sich die komplette Offenheit leistet.

    @ Marco
    Korrekt.

    @ silvio
    Sehr nettes, kreatives Feature!

  9. Thomas
    schrieb am 14. Mai 2008 um 14:01 Uhr (#)

    Interessant, aber eine Frage die mich beschäftigt: Ist es wirklich sinnvoll Communitys größeren Ausmaßes auf Grundlade von solchen “Create your own Social Network” Anbietern aufzubauen? Ich meine, dafür nutze ich lieber ausgereifte CMS-Systeme und studiere evtl. Informatik. Die Zielgruppe ist also eher der normale User ohne technischen Hintergrund, die mal eben eine Community gründen wollen. Außerdem unterscheiden die sich kaum voneinander, aus technischer Hinsicht. Wer damals mal eben ein Forum erstellt hat, erstellt heute mal eben schnell ein Social Network ;)

  10. Martin Weigert
    schrieb am 14. Mai 2008 um 14:06 Uhr (#)

    Genau deshalb hat ja six groups mit der Livecommunity etwas entwickelt, dass sich von den anderen unterscheidet und für Seitenbetreiber mit minimalstem Aufwand und ohne irgendwelche Programmierkenntnisse verwendbar ist. ;)

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