Traumhochzeit im ZDF:
Das Pfingstwunder

Felix Disselhoff, 13. Mai 2008 09:53 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Falscher Sender? Nach Jahren in der Mottenkiste lief die “Traumhochzeit” wieder im Fernsehen. Das abgelegte Format ist mittlerweile im ZDF angekommen.

Linda de Mol: Traumhochzeit im ZDF (Bild Keystone)Eines kann man dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wirklich nicht absprechen: Mut. Mut zu neuen Formaten, Mut zu neuen Zielgruppen, Mut zur Peinlichkeit. Und trotzdem, oder gerade deswegen, floppt ein Projekt nach dem anderen. Bruces Vorher-Nachher-Drama in der ARD wird gnadenlos abgesetzt. Genauso schnell, wie das darauf folgende Kuppelspielchen “Ich weiß, wer gut für Dich ist”.Thommys Musical-Star-Suche im ZDF, als öffentlich-rechtlicher Konter zu “Ich Tarzan, Du Jane” lanciert, liefert fleißig schlechte Quoten.

Und nun ließ die alte Tante ZDF nach acht Jahren das RTL-Kind “Traumhochzeit” wieder auferstehen. Passend zum Pfingstsonntag. Halleluja! Etwas mehr als 2,98 Millionen Zuschauer ab drei Jahren dürfte man sich beim ZDF schon ausgerechnet haben. Geliefert wurde purer Durchschnitt:

Lahme Spielchen mit lahmen Pärchen fürs lahme Pfingstpublikum (hier auf dem “Rodeobett”). Von satten elf Millionen Zuschauern kann Lindas “Traumhochzeit” vermutlich nur noch träumen. Die Sendung war als Einzelshow gedacht. Ob und wie oft sich Linda de Mol, die in den Niederlanden Chefredakteurin und Permanent-Covergirl ihres “Linda Magazine” ist, ins Öffentlich-rechtliche und ihre Gäste standesamtlich traut, steht also noch in den Sternen.

Doch liegt es jetzt an der 60-plus-Zuschauerschaft des ÖRF, die die Schere zwischen Musikantenstadl und szenigen Großstadtsingles nicht mitmachen will? Warum floppt alles jenseits von “Wetten, dass…?”? Oder muss das Privatsenderpublikum endlich umschalten? Warum sich auf Sat.1 Tarzan oder auf ProSieben “Das Model und der Freak” antun, wenn es derlei Formate auch gebührenfinanziert gibt?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. Lars
    schrieb am 13. Mai 2008 um 11:23 Uhr (#)

    “Wieder auferstehen” — “Passend zum Pfingstsonntag”? Wohl eher nicht. Auferstehungen werden im Allgemeinen mit Ostern in Verbindung gebracht. Passend zu Pfingsten wäre dagegen gewesen, wenn Frau de Mol plötzlich angefangen hätte, auf Holländisch zu moderieren…

  2. John
    schrieb am 13. Mai 2008 um 18:17 Uhr (#)

    irgendwie hat man sie ja schon vermisst. zumindest ein bißchen. warum die ganzen shows floppen? scheint wohl an der zielgruppe zu liegen

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