Musik-Startup simfy sagt Hallo zu 28+ Millionen Piczo-Mitgliedern

simfysimfy gehört für mich zu den spannendsten deutschen Web-2.0-Startups der letzten Zeit. Der Dienst, der vor zirka einem halben Jahr online ging, lässt Mitglieder kostenlos Musik online speichern, hören und mit Freunden teilen (siehe mein Beitrag zum simfy-Launch). Von Anfang an war es das Ziel der Gründer, den simfy-Player in externen Webangeboten unterzubringen, speziell in Social Networks. Gestern verkündete das junge Unternehmen seine erste Kooperation dieser Art: Ab sofort haben die Nutzer von Piczo Zugriff auf die wichtigsten Funktionen von simfy und können den Player auf ihrem Piczo-Profil platzieren. Piczo gehört mit über 28 Millionen registrierten Mitgliedern, davon laut Eigenangabe über zwei Millionen aus Deutschland, zu den größten Social Networks der Welt.

Das Besondere an der Zusammenarbeit ist die tiefgreifende Integration von simfy in das soziale Netzwerk. Über den Menüpunkt “Werkzeuge” > “Music Player” können Piczo-Mitglieder Playlisten mit den Titeln anlegen, die auf ihrer Profilseite abgespielt werden sollen (Beispiel). Dazu wählen sie entweder Songs aus simfys Datenbank, laden eigene MP3-Dateien hoch oder verwenden Playlisten aus ihrem bestehenden simfy-Account. Das Entscheidende: Piczo-User können simfy verwenden, ohne dort registriert zu sein. Bei der auf Wunsch durchführbaren Verknüpfung mit einem existierenden simfy-Account werden Aktivitäten zwischen der simfy- und der Piczo-Version synchronisiert. Ein bei Piczo hochgeladener Titel erscheint dann auch bei einem Login über simfy und vice versa.

Mit der Kooperation verschafft sich simfy auf einen Schlag Zugang zu Millionen potenzieller Mitglieder – diesen legt Piczo ausdrücklich nahe, sich auch bei simfy zu registrieren (siehe Screenshot). Im Gegenzug stellt simfy das komplette Backend zur Verfügung (und bezahlt für das anfallende Datenvolumen). Christoph Lange, einer der zwei simfy-Gründer, verriet mir per Mail, dass derzeit Gespräche mit anderen Social Networks laufen und in den nächsten Wochen weitere Integrationen folgen werden. Konkrete Namen ließ er sich aber nicht entlocken.

Das Piczo-simfy-Projekt ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Integration eines externen Dienstes in ein Social Network. Während Piczo seinen Mitgliedern mit minimalem Aufwand einen attraktiven Mehrwert bietet, erhält simfy internationale Aufmerksamkeit. Interessant ist die Nachricht auch aus einem anderen Gesichtspunkt: Während simfy seit kurzem auch auf Englisch verfügbar ist, gibt es von seinem österreichischen Wettbewerber tunesBag (mein Beitrag) nun neben der englischen auch eine deutsche und eine spanische Version. Es zeichnet sich ein spannender Konkurrenzkampf zweier aus dem deutschsprachigen Raum stammender, stark auf Innovation ausgerichteter Musikdienste ab, den ich mit Freude weiter im Auge behalten werde.

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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