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Gebt uns unsere Daten bitte
Von Markus Spath am 8. Mai 2008 um 16:55 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Meldungen
Zwei der grössten Ärgernisse mit Webdiensten treten erst am Ende der (bis dahin hoffentlich liebevollen) Beziehung auf, wenn es für den Benutzer - aus welchen Gründen auch immer - Zeit wird, seine Sachen zu packen und das Account zu deaktivieren.
Während einem die Hochzeit durch grosse Sign-Up Buttons eigentlich immer sehr leicht gemacht wird, so wird an die Möglichkeit der Scheidung einfach nicht gedacht. Versucht einmal bei 20 zufällig ausgewählten Diensten das Formular oder die Prozedur zum Beenden des Accounts zu finden. Nicht selten verhalten sich die Services in der Folge wie rachsüchtige Ehemänner oder -frauen und verweigern die Herausgabe der Daten. Trennung ist nicht vorgesehen, und wenn, dann soll sie für den Benutzer so teuer wie möglich gemacht werden.
Joshua Porter beschreibt in How Dopplr teaches us about owning our identity data, am Beispiel Dopplr wie es auch anders geht:
Similarly, web-based interfaces have taught us a bad lesson: that we don’t own our identity data. We upload information to a web site and forever forward are confined by the hidden privacy policies that we never read in the first place. Because software wasn’t providing features to get that information back out again, we never thought to ask for it. We assumed, slowly but surely, that this was the way web-based software was supposed to work.
Thankfully, this is changing. Consider this wonderful feature on Dopplr, a site to manage your trips. When you choose to close your account, Dopplr exports all of your data and sends it to you via email, by default. Without you asking. And Everything.
Anbietern, denen diese Geste etwas merkwürdig vorkommt, weil ihnen die Kundenbindung durch Koppelung der von den Kunden generierten Daten als der effektivste Mechanismus erscheint, bekommen bald ein Problem. Sie können sicher noch eine Zeit lang davon zehren, dass ein Teil ihrer Benutzer noch kein entsprechendes Problembewusstsein entwickelt hat, doch das ist nur eine Frage der Zeit. Über kurz oder lang werden User nur noch Diensten vertrauen, die auch ihnen vertrauen und die ihnen keine künstlichen Hindernisse zwischen die Beine werfen, wenn sie sich für einen anderen Dienst entscheiden.
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Ein Kommentar
In Zeiten des CRM - dass momentan ja als das “Allheilmittel” in der kundenorientierten Kommunikation und Verhaltenweise heraus gekehrt wird - würde es von Größe und Kompetenz zeugen, sich wie Dopplr zu verhalten. Kompliment. da hat eine Firma erkannt, wie man Kunden binden kann und Vertrauen aufbaut. Deutsche Firmen verhalten sie da in der Tat eher wie die drei berühmten Affen.
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AHU
schrieb am 9. Mai 2008, 15:22 Uhr (Permalink zum Kommentar)